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Anhänger: Zehn Tipps zum Fahren mit Hänger

Beladung, Tempolimit, Fahrverbot: Wer einen Hänger an den Haken nimmt, muss viel beachten. Wir geben Tipps, wie die Fuhre heil am Ziel ankommt.

Fahren mit Anhänger ist nicht so schwierig, wie es aussieht. Oder doch? Es gibt einiges, was man schon im Vorfeld falsch machen kann. So darf der Hänger nicht mehr wiegen als das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des Pkw (bei Geländewagen nicht mehr als das 1,5-fache zGG). Pkw und SUV dürfen in keinem Fall mehr als 3,5 Tonnen ziehen und einachsige ungebremste Anhänger dürfen maximal 750 Kilo wiegen. Beispiel Motorradtransport: Bei zwei Maschinen kommt ein ungebremster Anhänger an seine Kapazitätsgrenze. Eine große Reiseenduro wiegt gut 250, eine große Harley Davidson bis zu 400 Kilo.

Vorsicht bei zweiachsigen Anhängern: Mit der alten Führerschein-Klasse 3 darf man die nur ziehen, wenn die Achsen weniger als einen Meter auseinanderstehen. Für Gespanne bis 3,5 Tonnen reicht die Führerscheinklasse B. Über 3,5 Tonnen braucht man BE sowie C1E. Und dann wäre da noch der digitale Tachograf: Den braucht man bei gewerblichen Fahrten, wenn die Fuhre inklusive Anhänger auf ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen kommt. Diese Grenze knacken beispielsweise ein Audi Q7 3.0 TDI (2.995 kg zGG) oder ein VW Multivan 2.0 TDI (3.000 kg zGG) schon mit einem 750-Kilo-Hänger.

  1. Fahrzeugschein prüfen
    Theoretisch darf ein Pkw bis zu 3.500 Kilo ziehen. Praktisch aber nur so viel, wie in der Zulassungsbescheinigung steht. Unter den Punkten O.1 und O.2 ist angegeben, wie viel ein gebremster beziehungs­weise ungebremster Anhänger wiegen darf. Wobei hier das tatsächliche Gewicht des Hängers und nicht das zulässige Gesamtgewicht gemeint ist.

  2. Richtig beladen
    Schwere Gegenstände sollten immer über der Achse, leichte Kisten und Kartons ganz vorne an der Stirnwand des Hängers platziert werden. Wichtig: leichte Kisten und Kartons formschlüssig packen, also dicht an dicht, damit sie sich gegenseitig stützen. Hilfreich sind rutschhemmende Matten und bei offenen Hängern Netze, um die Ladung zu sichern.

  3. Verzurrpunkte
    Nutzen Sie alle Zurrpunkte aus und verwenden Sie nur genormte Gurte.  Bei schwerer Ladung empfehlen sich hierfür Gurte mit Ratschen, die sich stärker anziehen lassen. Kontrollieren Sie den Hänger von Zeit zu Zeit. Bei Billighängern können die Zurrösen bei starker  Belastung reißen.

  4. Stützlast
    Die Stützlast ist die Kraft, die auf die Anhängekupplung drückt. Sie steht in der Zulassungsbescheinigung sowie auf der Deichsel. Je höher sie ist, desto besser das Fahrverhalten. Bei unserem Hänger beträgt die Stützlast maximal 120 kg. Bei den meisten Pkw ist sie allerdings auf 50 bis 100 Kilogramm begrenzt. Ist der Hänger vorne zu schwer und drückt zu stark auf den Kugelkopf, muss die Ladung nach hinten rutschen. Tipp: Zeigt die Seitenansicht des Gespanns einen Knick, so kann es leicht ins Schleudern kommen. Dies gilt vor allem bei zu geringer Stützlast.

  5. Richtig ankuppeln
    Achten Sie darauf, den Hänger richtig anzukuppeln. Bei gebremsten Hängern unbedingt das Abreißseil einhängen, falls sich der Hänger während der Fahrt selbstständig macht. Auch das Kabel für die Beleuchtung nicht vergessen.

  6. Beleuchtung prüfen
    Bevor es losgeht, einmal ums Gespann laufen und alle Lampen kontrollieren. Funktionieren die Blinker? Am Heck des Hängers sind außerdem zwei rote, reflektierende Dreiecke vorgeschrieben.

  7. Reifen kontrollieren
    Der Firmenwagen bekommt regelmäßig neue Reifen, beim Anhänger vergisst man das gerne. Besonders wenn der Hänger nur selten benutzt wird. Doch auch Hängerreifen altern und können dann leichter platzen. Vorsicht: Häufig sind Billigreifen montiert. Auch hier gilt: Qualität bringt mehr Fahrsicherheit. Achten Sie zudem auf den richtigen Reifendruck.

  8. rückwärts heraus­winken lassen
    Der Mensch hat hinten keine Augen und ein Gespann auch nicht. Mit Hänger nützt auch die im Auto montierte Rückfahrkamera nichts. Deshalb beim Rückwärtsfahren Warnblinker einschalten und sich herauswinken lassen.

  9. Tempolimit beachten
    In Deutschland gilt Tempo 80 für Gespanne. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen die Hänger auch mit 100 km/h unterwegs sein. Voraussetzung ist beispielsweise, dass die Reifen bis 120 km/h zugelassen sind (Kategorie L) und nicht älter als sechs Jahre sind. Die 100-km/h-Genehmigung muss im Schein des Hängers eingetragen werden.

  10. Vorsicht Seitenwind
    Je schneller das Gespann und je größer der Hänger, desto anfälliger ist die Fuhre gegen Seitenwind. Im schlimmsten Fall wirft der Wind den Hänger um. Stimmen aber Reifendruck und Beladung, ist man mit Tempo 80 in der Regel auf der sicheren Seite. Gerät der Hänger doch ins Schlingern, sofort Tempo reduzieren, dann beruhigt sich das Gespann wieder. Kritischer ist, wenn Schlingerimpulse vom Hänger auf das Zugfahrzeug übertragen werden. Dann Lenkrad gerade halten und kurz, aber kräftig bremsen.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

7. November 2013
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