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Audi V8: Spektakuläre Technik, bürgerliches Gewand

Knapp vorbei ist auch daneben. Als in den Achtzigern die ersten Tarnfotos vom "größten Audi aller Zeiten" auftauchten, hatte die Presse den Wagen längst getauft. Audi 300 werde er wohl heißen. Hieß er nicht, stattdessen schlicht V8.

Es gab sicher spektakulärere Nomenklaturen, aber kaum spektakulärere Technik unter der Haube eines deutschen Wagens. Achtzylindermotor, Allradantrieb, dazu eine vierstufige Automatik. Vor 23 Jahren mutete so etwas an wie vom anderen Stern.

Konkurrenz zur S-Klasse von Mercedes

Genau gegen den ging es. Der S-Klasse Mercedes war der große Konkurrent, dem Audi mit Understatement (Design-Elemente vom biederen 100), ausgereifter Basis (vom 200) und mächtig Bums an allen Rädern entgegentrat. Mit 3,6 Liter Hubraum, 250 PS und 340 Nm Drehmoment ging es los und endete bei 4,2 Litern mit 30 zusätzlichen Pferdchen. Wer konnte dazu schon Nein sagen?

So ziemlich jeder, denn die Geschosse kosteten zwischen 100.000 und 150.000 Mark. Bis 1994 brachten lediglich etwa 21.000 Käufer dieses Sümmchen auf. Rein rechnerisch mussten die ominösen oberen Zehntausend also je zwei besessen haben.

Golf-GTI-Motoren trieben den V8 an

Allerdings hatte auch der V8 etwas durchaus Bürgerliches. Sein Motorfundament bestand aus zwei zusammengedengelten VW Golf-Maschinen. GTI immerhin, aber trotzdem erwähnenswert. Das gilt auch für die verworrenen Produktionswege der um 32 Zentimeter verlängerten Lang­versionen. Die Rohkarossen brachte man aus Neckarsulm ins österreichische Graz zu Puch. Dort zogen sie Spezialisten quasi in Handarbeit in die Länge.

Allerdings hatte auch der V8 etwas durchaus Bürgerliches. Sein Motorfundament bestand aus zwei zusammengedengelten VW Golf-Maschinen. GTI immerhin, aber trotzdem erwähnenswert. Das gilt auch für die verworrenen Produktionswege der um 32 Zentimeter verlängerten Lang­versionen. Die Rohkarossen brachte man aus Neckarsulm ins österreichische Graz zu Puch. Dort zogen sie Spezialisten quasi in Handarbeit in die Länge.

Produktion des Audi V8 war logistisches Husarenstück

Fast 300 Teile musste das Werk dafür pro Karosse gesondert anfertigen. Beim Puch-Nachfolger Magna erzählt man sich noch heute mit Schaudern von diesem logistischen Husarenstück. Gut 250 der 5,20 Meter langen Schiffe soll Audi an den (Staats-)Mann gebracht haben. Doch auch in Normallänge war der V8 schon richtungsweisend für den Klassenkampf der Marken im Konzern. Ein böser Witz kolportierte damals, man habe den V8 nur aus einem Grund entwickelt: Damit endlich auch die VW-Manager im Haus was Ordentliches zum Vorfahren hätten.

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15. Februar 2013
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