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BMW 2er Active Tourer: BMW bringt den ersten Van

Frontantrieb, Dreizylindermotoren und dann auch noch ein Van? Wirft BMW jetzt die komplette Tradition über den Haufen?

Was war das für ein Aufschrei, als Porsche den 911 auf Wasserkühlung umstellte. Oder Jaguar mit dem XF Jahrzehntealtes Design über Bord warf. Man dürfte also gewarnt sein in München. Werden es BMW-Käufer ertragen, dass ihre Autos künftig über die Vorderachse und womöglich nur von einem Dreizylindermotörchen angetrieben werden? Bleibt die von BMW jahrelang gepriesene Freude am Fahren auf der Strecke?

Vom Fahrgefühl ist der Active Tourer ein echter BMW

Für den 2er Active Tourer, der die Grundarchitektur des neuen Mini nutzt und als erstes Modell die neuen Antriebskonzepte unter dem Blech trägt, können wir schon mal Entwarnung geben. Der kompakte Van sieht aus wie ein BMW, fühlt sich an wie ein BMW und fährt sich auch so. Ungewöhnlich ist eher das große Platzangebot, eine Tugend, mit der Autos von BMW bisher nicht unbedingt aufgefallen sind.
Damit erfüllt der kompakte Van die wichtigste Vorgabe von Kunden, die sich nach Autos wie VW Golf Sportsvan oder Mercedes B-Klasse umschauen. Dienstwagenfahrer mit Familienanhang oder Freizeitsportler, die ihren Geschäftswagen auch privat nutzen, brauchen praktische Autos. Ihnen ist es wurscht, ob Vorder- oder Hinterachse angetrieben wird.

Frontantrieb bringt Platz im Innenraum

So erscheint der Umstieg auf den Frontantrieb als logischer Schritt, den Mercedes beispielsweise schon längst gegangen ist. Denn dabei entfällt der Kardantunnel und die Motoren können quer statt längs eingebaut werden. Die kompakte Bauweise ermöglicht es, dass man im 1,55 Meter hohen Active Tourer auf nur 4,30 mal 1,80 Meter Grundfläche ein viel besseres Raumgefühl hat als im 30 Zentimeter längeren 3er Kombi.

Außerdem sitzen die Passagiere höher, thronen sogar fast zwölf Zentimeter über den Insassen des Crossover-SUV BMW X1. Dabei lassen große Fenster und das Panorama-Glasdach (1.050 Euro) den Innenraum luftig erscheinen. Beste Voraussetzungen also für eine gute Rundumsicht? Von wegen. Rechts und links der weit nach vorne geneigten Windschutzscheibe türmt sich die dicke A-Säule wie eine Trutzburg auf und verbaut dem Fahrer die Sicht in die Kurve. Da hilft auch das kleine Dreiecksfenster nichts. Und an der Kreuzung verschluckt das mächtige Spiegelgehäuse den von rechts kommenden Verkehr. Um die Sicht nach hinten steht’s kaum besser: In enge Parkhäuser sollte man sich nur mit Abstandspiepser oder Rückfahrkamera wagen.

Besser gefällt das Innenraumdesign. Über der wuchtigen Mittelkonsole thront ein 16,5 Zentimeter großer Bildschirm. Mit diversen Dekorflächen und farbigen Leuchtleisten kann sich der Fahrer seinen Firmenwagen individuell einrichten, ebenso wie mit den fünf Ausstattungslinien. Insgesamt wirkt der ab 22.857 Euro netto erhältliche 2er Active Tourer zwar wie bei BMW üblich etwas unterkühlt, kommt aber dem Premium-Anspruch näher als die preislich auf ähnlichem Niveau angesiedelte B-Klasse von Mercedes.

Neues Head-up Display

Neukunden, die BMW mit diesem Auto ja gewinnen will, sehen sich mit der komplexen Bedienung über den zentralen iDrive-Controller konfrontiert. Er steuert praktisch alle Funktionen, zu denen serienmäßig Radio, Bluetooth, Auffahrwarner mit City-Notbremsfunktion sowie das Notrufsystem samt SIM-Karte gehören. Zusätzlich lässt sich das Auto mit zahlreichen Helfern wie Stauassistent (beschleunigt, bremst und hält selbstständig die Spur) oder Verkehrsschilderkennung aufrüsten.

Auch ein neues Head-up-Display hat BMW aufgelegt. Dabei werden Tempo, Navianzeigen und andere wichtigen Infos auf eine aus dem Armaturenbrett herausfahrende Plexiglasscheibe im Sichtfeld des Fahrers gespielt. Allerdings ist das System nicht einzeln, sondern nur in Kombination mit der großen Navigation (2.092 Euro netto) erhältlich.
Zu den praktischen serienmäßigen Details gehören Halter für 1,5-Liter-Flaschen in den Türen, die Kühlmöglichkeit des Handschuhfachs, eine große Ablage zwischen den Sitzen sowie die klappbare Lehne des Beifahrersitzes (159 Euro).

Soll der Van felxibel sein, so kostet das extra

Gleich 252 Euro kassiert BMW für eine weitere Ausstattung, ohne die man dieses Auto erst gar nicht bestellen sollte: die flexible Rückbank. Beide Teile der Bank lassen sich getrennt voneinander um 13 Zentimeter verschieben, die Lehnen in der Neigung einstellen oder umklappen. Das klappt über eine elektrische Entriegelung sogar vom Kofferraum aus und bringt einen ebenen, bis zu 2,40 Meter langen Laderaum. Selbst in der hintersten Stellung der Bank bunkert der Van noch 468 Liter Gepäck. Wem das nicht genügt, muss bis 2015 warten. Dann schiebt BMW ein Modell mit längerem Radstand und auf Wunsch sieben Sitzen nach.

Zwei Motorisierungen mit Allradantrieb erhältlich

Bereits jetzt erhältlich sind Allradantrieb (1.680 Euro), Automatikgetriebe und Motoren mit mächtig Bumms: Während VW und Mercedes es bei den Dieseln bei 150 beziehungsweise 170 PS belassen, reicht die Spannweite beim BMW von 116 bis 190 PS. Wer mehr will, muss zum Benziner greifen. Die 231 PS des 225i sind momentan das Maximum und einiges mehr, als bei Mercedes oder VW zu bekommen ist. Das neue Frontantriebs-Fahrwerk kommt damit jedenfalls locker klar. Nur beim beherzten Beschleunigen zupfen die Antriebskräfte ganz leicht am Lenkrad.

Auf Wunsch besonders sportliche Fahrwerksabstimmung

Wer will, jagt den 2er Active Tourer genauso zielgenau ums Eck wie jeden BMW, auf Wunsch mit Dämpferverstellung (420 Euro), variabler Sportlenkung (294 Euro) und tiefer gelegtem Fahrwerk (285 Euro). Dann mutiert der sowieso schon straff abgestimmte Active Tourer endgültig zum Sportvan. Ob das wirklich zielführend für solch ein Auto ist, beantwortet BMW ebenso wenig wie die Frage nach den Fahreigenschaften des Dreizylinder-Benziners. Bei der ersten Ausfahrt stand er jedenfalls nicht zur Verfügung. Womöglich aus Furcht vor Traditionalisten unter den angereisten Journalisten.

Foto

BMW

Datum

18. Juli 2014
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