BMW 330e 7 Bilder Zoom

Fahrbericht BMW 330e: Bayern 3 über Kabelanschluss

Der Plug-in Hybride BMW 330e soll nur 1,9 Liter schlucken, aber im Alltag nur wenig Kompromisse fordern. Kann er die Erwartungen von ökonomischen Fuhrparkmanagern und sportlichen Außendienstlern erfüllen?

Zuerst die schlechte Nachricht: Vom BMW 330e wird es definitiv keinen Touring geben. Denn der Plug-in Hybride ist ein Weltauto und vorrangig für die Märkte in Nordamerika und Japan konzipiert. Der bei uns so beliebte Kombi spielt aber dort überhaupt keine Rolle. Aus diesem Grund ist der 330e ausschließlich als viertürige Limousine lieferbar. Für Dienstwagenfahrer, die schon im Vorfeld mit dem grünen Bayern geliebäugelt haben, ist das eine recht bittere sowie gleichermaßen ernüchternde Erkenntnis.

Der BMW stromert bis zu 40 Kilometer weit

Aber lassen wir dieses Manko beiseite und kommen zu den weiteren Fakten. Die optischen Unterschiede zum herkömmlichen 3er sind recht marginal. Der Plug-in Hybride gibt sich neben seiner Modellbezeichnung mit e-Zusatz an den eDrive-Schriftzügen auf den C-Säulen zu erkennen. Wesentlich augenfälliger ist da schon die zusätzliche Tankklappe im Kotflügel vorne links. Über den dahinterliegenden Anschluss kann er externen Strom zapfen. Sind die Hochvoltspeicher leer, werden sie innerhalb von knapp zweieinviertel Stunden an einer Wallbox (4,6 kW/20 A) wieder aufgefüllt. Jedoch ist der Zeitaufwand an einer Haushaltssteckdose nur unwesentlich länger. Dort vergehen drei Stunden. Wer es also nicht ständig eilig hat, für den ist die Schnelllade-Funktion nicht wirklich zwingend notwendig.

Mit vollen Akkus kommt der BMW rein elektrisch bis zu 40 Kilometer weit. Garagenbesitzer oder diejenige die ihr Fahrzeug am Arbeitsplatz mit Strom nachladen können und innerhalb des Aktionsradius liegen, würden somit den Weg zur Firma und zurück lokal emissionsfrei bewältigen. Langstreckenfahrer haben es da schon schwerer und müssten bei Außenterminen bei ihren Businesspartnern um ein Nachladen bitten, um anschließend möglichst weit elektrisch und umweltschonend unterwegs zu sein. Sollten die Verhandlungen und Gespräche vor Ort kürzer sein als die Ladezeit selbst, lässt sich die Zeit mit Fachgesprächen zum neuen 330e überbrücken. Sofern Interesse besteht.

Turbobenziner und Elektromotor sorgen für satte Leistung

Beispielsweise, dass der Zweiliter-Turbobenziner mit 184 PS im Grunde genommen aus dem BMW320i stammt, aber von einem Elektromotor mit 88 PS tatkräftig unterstützt wird. Letzterer sitzt platzsparend zwischen dem Verbrenner und der Achtstufenautomatik und entfaltet ein Drehmoment von 100 Nm. Bei voller Leistungsabfrage boostet er hingegen mit einer Kraft von 250 Nm. Summa summarum beträgt die Gesamtsystemleistung 252 PS.

Damit ist er genauso stark wie ein 330i, deshalb schauen wir gleich einmal in die Preisliste rein: BMW 330e kostet 36.555 Euro netto und ist damit exakt 2.900 Euro teurer als der konventionell angetriebene 330i. Klingt zunächst nach einem hohen Aufschlag, allerdings sind beim Plug-in Hybriden die Achtstufen-Automatik und die Zweizonen-Klima schon serienmäßig an Bord. Macht zusammen 2.353 Euro. Somit schmilzt der Mehrpreis auf nur noch 547 Euro zusammen.

Kräftige Rekuperation zur Energierückgewinnung

Es geht elektrisch los. Auffällig ist, dass der BMW schon bei der kleinsten Gaswegnahme rekuperiert. Damit nutzt er die Energie, um sein Batteriedepot wieder aufzuladen. Durch die spürbare Verzögerung muss in der Stadt seltener als sonst auf die Bremse getreten werden.

Mit vollen Akkus schafft es der Plug-in Hybride rein elektrisch bis zu 40 Kilometer weit und maximal bis auf Tempo 120. Soweit die Theorie. Auf unserer ersten Runde mit dem 330e und zurückhaltender Fahrweise meldete sich der Verbrenner nach 30 Kilometer zum ersten Mal zu Wort. Ab dann beginnt das bekannte Wechselspiel aus Verbrenner und E-Maschine. Leise und unangestrengt schaltet sich der Benziner hinzu. Inzwischen sind rund 100 Kilometer Fahrstrecke absolviert und der Bordcomputer zeigt einen Verbrauch von 1,8 Litern an. Das sind gerade einmal 0,1 Liter über der Werksangabe.
 
Wer dem Öko-BMW ab und zu mal die Sporen gibt, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Sind beide Motoren mit voller Leistung zu Gange pressen insgesamt 420 Nm Drehmoment einen förmlich in den Sitz. Dann sprintet er in nur glaubhaften 6,1 Sekunden vehement auf die 100er Marke und erreicht bei Bedarf ein Spitzentempo von 225 km/h. Zwar bringt der der 330e immerhin 1.735 Kilo auf die Waage, jedoch ist ihm das Mehrgewicht der Hybrid-Komponenten beim Fahren kaum anzumerken. Die Antriebskomponenten wurden im Fahrzeug geschickt verteilt. Die Achslast liegt zu 50 Prozent auf der Vorder- und 50 Prozent auf der Hinterachse und ist sehr ausgewogen. Dadurch wieselt der BMW-Hybrid fast genauso handlich ums Eck wie ein herkömmlicher Dreier. Natürlich geht die flotte Fahrweise auf den Verbrauch, der am Ende unserer Runde aber nur auf 3,7 Liter im Schnitt anstieg.

Akkus unter dem Gepäckboden

Die Lithium-Ionen-Akkus mit einem Energiegehalt von 7,6 kWh befinden sich unter dem Kofferraumboden. Der ist leicht erhöht, aus diesem Grund schrumpft das Gepäckabteil beim 330e von regulären 480 auf nur 370 Liter zusammen. Wer mehr Stauraum benötigt, kann die Lehnen der Rücksitze nach vorne klappen. Der Ladeboden ist dann nahezu glattflächig, dadurch sind die Einschränkungen nur gering. Allerdings lässt sich BMW die Durchladefunktion extra bezahlen, dafür ist ein Aufschlag von 328 Euro fällig. Ziemlich kleinlich, wie wir finden, denn die sollte – zumindest – beim BMW 330e serienmäßig sein.

Autor

Foto

BMW

Datum

1. Februar 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres