Für den Trip nach Italien bewährt sich seit Jahren der Führer „Osterie d'Italia“ aus dem Hallwag Verlag. Die Autoren huldigen größtenteils der Slow-Food-Bewegung, begeistern sich also für die heimische, originale und vor allem an die Jahreszeiten angepasste Küche. Wer jedoch Adressen von Sternetempeln sucht, ist mit dem "Osterie d'Italie" falsch beraten. Auch sind Tipps für die großen Städte oder Touristenhochburgen eher rar.
1.700 Adressen – von Aosta bis Palermo
Stattdessen führt dieses Handbuch zu 1.700 nach Regionen sortierten Trattorien und Osterien, wie die kleinen, familiengeführten Lokale in Italien heißen. Sie liegen meist abseits der ausgetretenen Pfade, teils sogar weit ab vom Schuss auf dem Land, wo authentisch und mit Liebe gekocht wird. Nicht immer klassisch wie bei Mamma, sondern immer häufiger auch innovativ und modern.
Schon die Lektüre der größtenteils halbseitigen Texte lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: Die italienischen Autoren schwelgen in Beschreibungen von Leckereien wie "Muggine affumicato e marinato" oder "Falsomagro". Man benötigt nicht einmal besondere Italienisch-Kenntnisse, um zu herauszufinden, dass es sich dabei um geräucherte und marinierte Meeräsche sowie die sardische Variante einer gefüllten Kalbsroulade handelt – ein ausführliches Lexikon erschließt dem unbedarften Reisenden die Tiefen der italienischen Küchengeheimnisse.
Geschichten von Land und Leuten
Wo andere Gastroführer sich auf eine knappe Beschreibung der Gerichte beschränken, gibt der Osterien-Führer gleich einen kurzen Einblick in die Geschichte der Lokale, erzählt Anekdoten zu den Köchen und Gastronomen und steigert so die Vorfreude auf einen genussvollen Abend. Außerdem gibt der Führer häufig noch kulinarische Einkaufstipps für die nähere Umgebung.
Noch gibt es den Osterien-Führer nur als Buch und nicht als E-Book oder App. Wen stört's? Der 1.000-Seiten-Wälzer ist so handlich, dass er in jedes Handschuhfach passt.
Osterie d'Italia 2012/13, 928 Seiten, erschienen bei Hallwag, Preis 29,80 Euro



