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Citroën Ami 6: Schräge Nummer

Der Ami 6 von Citroën verwunderte zunächst die Welt. Dann wurde er zum Riesenerfolg. 1966 war er das meistverkaufte Auto Frankreichs. Und auch die Deutschen fuhren auf ihn ab.

Nein. Doch. Oooh! Das war der Grundwortschatz des Komikers Louis de Funès. Schräg, laut und liebenswert – wäre der Mann als Auto zur Welt gekommen, dann als Ami 6. Mit ähnlichem Getöse wie Funès auf der Leinwand, erschien das Auto 1961 auf dem Pariser Salon. Die Franzosen waren entzückt, der Rest der Welt verwundert. Eine Karosse in Z-Linie kannte man zwar vom Ford Anglia aus England. Allerdings schien etwas derart Schrulliges bis dato nur auf einer Insel möglich, deren Bewohner noch nicht mal vor warmem Bier zurückschrecken.

Ami 6: 1966 das meistverkaufte Auto Frankreichs

Es bedurfte der Beichte des Designers Flaminio Bertone, dass genau dieser Wagen (und nicht die DS) sein Lieblingsentwurf sei, um das "Z" auf dem Kontinent hoffähig zu machen. Dabei war die nach innen gekehrte Heckscheibe nur der schnöden Vorgabe nach mehr Kofferraum und Kopffreiheit geschuldet. Letzteres war durch die unglaublich weichen Sessel überflüssig. Selbst groß gewachsene Passagiere hatten im Schaumstoffsumpf Mühe, die Nasenspitze auf Fensterhöhe zu halten. Dennoch wurde der Ami 6 schon 1966 das meistverkaufte Auto Frankreichs. Nicht etwa in seiner Klasse. Nein – insgesamt.

Chassis und Antrieb kamen von der Ente

Technisch bot er eher Spartanisches. Chassis und Antrieb kamen von der Ente. Das heißt Zweizylinderboxer, 25 PS, Frontantrieb und knapp 600 Kubik. In Deutschland führte das zu attraktiven Steuersätzen von gerade mal 87 Mark. Auch deshalb und dank geschickter Vermarktung wurde der Wagen hier ein Erfolg. So lobte Citroën am Interieur, dass "alle Kommandogeräte in guter Reichweite und übersichtlich zusammengefasst" seien. Das ist in etwa so, als würde der Vermieter einer Studentenbude in Schwabing davon schwärmen, dass von der Toilette aus alles bedienbar sei. Im Vergleich zur Dachkammer hatte der Ami 6 jedoch einen fairen Preis. 5.450 Mark brutto waren eine klare Ansage gegen die heckgetriebene Konkurrenz. Kein Wunder also, dass der Wagen zum Bestseller geriet. Stückzahl gesamt: mehr als eine Million. Nein? Doch. Oooh!

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15. Januar 2013
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