Peugeot Traveller, Citroen Spacetourer 10 Bilder Zoom

Citroen Spacetourer und Peugeot Traveller: Neue Kombi-Brüder von PSA

PSA stellt den Transporter-Baureihen Citroen Jumpy und Peugeot Expert die beiden Pkw-Varianten Spacetourer und Traveller zur Seite.

Rein technisch gesehen gleichen sich die Konzernbrüder wie ein Ei dem anderen und basieren beide auf der Plattform EMP2. Laut PSA sind sie zudem komplett identisch abgestimmt. Der größte Unterschied zwischen Spacetourer und Traveller offenbart sich beim Blick auf die Fahrzeugfront. Hier verfolgen die beiden Marken unterschiedliche Strategien. Während sich der Citroen mit seinem horizontalen Design und schwarzen Lufteinlässen als robuster Geselle präsentiert, will der Peugeot schon dank seiner senkrechten Linienführung wie die komfortable Reise-Großraumlimousine wirken. 

Am Design lässt sich auch der unterschiedliche Fokus der beiden Brüder erahnen. Citroen will seinen Spacetourer eher im Familiensegment positionieren. Peugeot hingegen nimmt das Thema "komfortables Reisen" auch mit dem favorisierten Einsatzbereich wieder auf. Der Traveller soll PSA höhere Marktanteile im Shuttle-Segment sichern. Speziell in der VIP-Version mit vier einzelnen Ledersitzen im Fond, ausklappbarem Schreibtisch und Dreizonenklimaanlage hat Peugeot die Konkurrenten VW Multivan und Mercedes-Benz V-Klasse im Visier. Im kommenden Jahr will PSA insgesamt rund 3.600 Einheiten verkaufen, inklusive der Kombivarianten von Expert und Jumpy. 

Gemeinsame DNS

Soviel zu den Grundlegenden Unterschieden von Spacetourer und Traveller. Deutlich größer sind wie eingangs erwähnt die Gemeinsamkeiten der Franzosen. Die Plattform, auch bekannt aus den Pkw-Modellen Peugeot 308 und Citroen C4 Picasso, bietet in der Großraumversion vier Dieselaggregate mit 95, 115, 150 und 180 PS. 

Zu haben sind die Kombis in drei verschiedenen Längen: 4,60, 4,95 und 5,30 Meter. Das Längenplus kommt jeweils direkt dem Radstand und damit dem Platz im Innenraum zu Gute. Die Außenhöhe bleibt bei fast kompakten 1,90 Metern. So haben weder Spacetourer noch Traveller mit herkömmlichen Tiefgaragen Probleme. Bei der Bezeichnung der drei Längenklassen offenbart sich einmal mehr die angedachte Segmentierung der Brüder. Peugeot spricht nüchtern von L1 bis L3. Citroen wählt die etwas jovialeren Bezeichnungen XS, M und XL. 

Elektronik aus Pkw-Oberklasse

Bei der Elektronik bläst PSA zum Angriff. Neben per Fußkick unter die jeweilige Heckseite öffnenden Schiebetüren bieten die Franzosen für Traveller und Spacetourer als einzige in ihrem Segment ein Head up Display an. Optionale Massagesitze massieren auf Knopfdruck den Lordosenbereich. Auch ohne Massage ist das Gestühl bequem. Die Lenkung ist elektrohydraulisch ausgeführt und wirkt sehr kommod, gibt allerdings etwas wenig Rückmeldung. Zudem zerren Antriebseinflüsse teilweise nachdrücklich am Lenkrad. Eine neue Hinterachse macht nun theoretisch Allrad möglich. Diesen bietet PSA jedoch nicht ab Werk an, sondern lediglich in Zusammenarbeit mit einem externen Zulieferer. 

In der Praxis bestätigt sich der Anspruch, im Premiumsegment ein Wörtchen mitzureden. Die Verarbeitung ist tadellos. Allerdings erschlägt das wuchtige Armaturenbrett die Passagiere in der ersten Reihe beinahe und lässt den Raum etwas weniger großzügig wirken. Dafür sind die vielfältigen Ablagen im Fahrerbereich gut durchdacht. Bestes Beispiel hierfür ist das großzügige Fach fürs Smartphone neben der 12-Volt-Dose in der Mittelkonsole. 

Das Kombiinstrument wirkt modern, auch dank der nicht ganz runden Form der Instrumentenuhren. Das Lenkrad ist griffig und bietet dank Multifunktion Zugang zu den wichtigsten Funktionen wie Tempomat oder Lautstärke. Das neue Head-up-Display (HUD) zeigt die wichtigsten Informationen praktisch über der Straße schwebend. So muss der Fahrer seinen Blick in den allermeisten Fällen nicht vom Verkehr abwenden. Allerdings lässt sich das HUD nicht verstellen. Je nach Statur liegt die Anzeige also doch nicht oder nur teilweise im Blickfeld des Chauffeurs. Deutlich besser einsehbar ist die Rückfahrkamera, die ihr Bild ans sieben Zoll messende Navi-Display sendet. Zusätzlich zum einfachen Blick nach hinten errechnet das Fahrzeug auf Wunsch eine komplette 180-Grad-Draufsicht auf die rückwärtige Partie – sehr hilfreich beim Rangieren.

Motoren nicht übermäßig spritzig

Doch noch mehr als das Zurückrollen interessieren Fahrleistungen. Die beiden Franzosen treten mit 150 und 180 PS an zum Test. Auch die Drehmomente können sich auf dem Papier sehen lassen (370 und 400 Nm) und stehen laut Hersteller ab 2.000 Umdrehungen voll bereit. Leider entfaltet sich die Kraft in beiden Varianten nicht gerade impulsiv. Trotz der eigentlich üppigen Motorisierung wirkt der Antriebsstrang etwas müde, oder übermäßig komfortabel, je nach Definition. 

Sowohl das Automatikgetriebe als auch der Handschalter fahren sich bequem. Der Schalthebel gleitet zielsicher durch die Gassen, verlangt nur beim ersten Gang etwas mehr Nachdruck. Die Automatik schaltet sanft und wird über ein Drehrad anstelle des Schalthebels bedient. Lenkradtasten lassen einen manuellen Eingriff zu. Wer komplett manuell schaltwippen möchte, kann dies nach dem Tastendruck auf den M-Knopf zwar tun. Sehr angenehm ist aber, dass die Automatik nicht wie sonst verbreitet nach einem Zug am Paddel direkt in den Manuell-Modus wechselt. Stattdessen bleibt die Elektronik im Automatikmodus, akzeptiert aber zunächst den Willen des Fahrers, beispielsweise beim Zurückschalten bergab. Allerdings entfaltet sich die Motorbremse ähnlich verhalten wie die Antriebskraft der Aggregate. 

Das Fahrwerk gibt sich etwas stuckerig und neigt bei längeren Bodenwellen zum Hoppeln, verhält sich aber auch bei flotterer Gangart neutral. Bei Tacho 173 endet der Vortrieb. In den üppigeren Fahrzeugklassen ist dies durchaus sinnvoll in Anbetracht der Massen, die mit einem vollbesetzten Transporter unterwegs sind. 

Bei 30.000 Euro geht's los

Preislich bewegen sich die beiden Transporter in den zwei niedrigeren Ausstattungsstufen Business und Feel (Citroen) sowie Business und Active (Peugeot) im mittleren Radstand mit 150-PS-Diesel bei 30.831 und 32.647 Euro netto. Erst in der Topausstattung bleibt der Peugeot etwas günstiger. Die Allure-Variante kostet in selber Konfiguration 39.798 Euro netto, der Citroen in der höchstwertigen Ausstattung Shine liegt bei 40.386 Euro netto.

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PSA

Datum

21. November 2016
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