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CO2-Emissionen: Der saubere Fuhrpark von Dupont

Runter mit den CO2-Emissionen. Das ist die Marschrichtung für den Fuhrpark von Dupont. Der Konzern zieht dafür alle Register.

Ein Unternehmen, in dem selbst hochkarätige Manager keinen Dienstwagen fahren? Beim Dupont-Konzern in Wuppertal ist das eher die Regel als die Ausnahme. Die Vorgabe der Dienstwagenrichtlinie: Einen persönlich zugeordneten Dienstwagen gibt's nur dann, wenn der Mitarbeiter mindestens 20.000 Kilometer im Jahr für das Unternehmen auf Achse ist.

Insgesamt betreut Fuhrparkleiter Michael Salmikeit derzeit eine Flotte von rund 550 Fahrzeugen, davon 50 in Österreich. Klar, dass der Anteil an Außendienstmitarbeitern unter den Fahrern besonders hoch ist. Dicke Schlitten und veritable Dreckschleudern sucht man bei Dupont vergeblich. "Wir wollen im Fuhrpark konsequent CO2-Emissionen, Feinstaubbelastung und Kosten reduzieren", sagt Wolfgang Weil, Leiter Facility Services, zu dem auch das Fuhrparkmanagement gehört.

Dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, kann Weil belegen: "Bezogen auf das Referenzjahr 2008 hat die Flotte bis Juli 2011 rund 1.325 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen. Das entspricht einer Ersparnis von rund 500.000 Liter Diesel. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Fahrzeug sank in diesem Zeitraum um mehr als 60 g/km auf etwa 140 g/km."

Den Auftakt machten Eco-Fahrtrainings, bis Mitte 2011 lief ein Spritsparwettbewerb. Mittlerweile hat sich für Dupont dieses Incentive jedoch überlebt. "Das Interesse hat stark nachgelassen. Am Ende haben nur noch 20 Prozent der Fahrer mitgemacht", bilanziert Salmikeit. Den Durchbruch brachte letztlich die Strategie, bei der Beschaffung den Hebel anzusetzen und gleich in der Car Policy eine CO2-Grenze festzulegen.

Bis 2015 steht die Marke von 130 g/km. Das ist der Richtwert, den die EU-Kommission den Autoherstellern vorschreibt. Bei der Festlegung war Augenmaß gefragt – immerhin lagen die Emissionen beim Start noch bei rund 200 g/km. "Wir wollten keinen Spurt von null auf hundert, sondern uns in vernünftigen Schritten dem Ziel nähern", sagt Salmikeit.

"Die Mitarbeiter nehmen Nachhaltigkeit als Schlüsselelement auch deshalb gut an, weil die Geschäftsführung mitzieht"

Für 2009 wurde die Obergrenze auf 175 g/km festgelegt. Seither geht's in Zehnerschritten nach unten. Nun liegt die Obergrenze bei 145 g/km. Die Dienstwagenrichtlinie nimmt auch den Fahrer in die Pflicht. Dahinter steht der Gedanke, dass die jeweilige Obergrenze für den CO2-Ausstoß nicht gleichzeitig auch das Optimum an Nachhaltigkeit darstellt.

Um das darunterliegende Potenzial für besonders schadstoffarme Modelle freizusetzen, haben die Dupont-Fuhrparkmanager ein ausgeklügeltes Bonus-Malus-System installiert. Dabei werden die Emissionen in drei Bereiche eingeteilt – einen grünen, einen neutralen und einen kritischen Bereich. Wer mit seinem Dienstwagen im grünen Bereich bleibt, erhält einen Bonus, den er in die Ausstattung investieren kann. Der neutrale Bereich hat keine Folgen.

Wer im kritischen Bereich unterwegs ist, muss sich den Malus in Form einer Beteiligung an den Kosten anrechnen lassen. Die Rechnung für das Jahr 2009: Einen Bonus gibt's unterhalb von 145 g/km. Der neutrale Bereich reicht von 145 bis 160 g/km, der Malusbereich von 160 bis 175 g/km. Über Abschlag oder Zuschlag entscheidet der tatsächliche Verbrauch.

Für den Bonus ist die Differenz zum Unterwert der neutralen Zone, für den Malus die Differenz zum Oberwert die maßgebliche Größe. Dabei sind für jedes Gramm Kohlendioxid zwei Euro fällig. "Die Mitarbeiter nehmen Nachhaltigkeit als Schlüsselelement auch deshalb gut an, weil die Geschäftsführung mitzieht", betont Weil.

Die magische Grenze von 130 g/km will der Fuhrparkmanager bis 2015 knacken. Unterstützung erwartet er durch Fortschritte der Autoindustrie bei Verbrauch und Schadstoffausstoß. "Die ökologische und ökonomische Effizienz eines Fuhrparks kann nur so gut sein, wie es das Angebot am Markt zulässt."

Autor

Foto

Joachim Geiger

Datum

24. Juli 2012
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