Corporate Carsharing : Gute Ergänzung für Fuhrparks

Carsharing, Elektroautos

Auslastungsspitzen bewältigen, Kosten senken und grüne Imagepflege – nur einige Gründe warum Carsharing für Flottenbetreiber eine interessante Alternative zum Fahrzeugpool oder Mietwagen sein könnte.

Wer die Wahl hat, hat nicht zwangsläufig die Qual. Auf der Suche nach einem passenden Carsharing-Angebot müssen sich Flottenbetreiber häufig mit dem begnügen, was vor Ort zur Verfügung steht. Zwar gibt es in Deutschland mittlerweile etwa 140 Anbieter, doch die meisten von ihnen sind lokal ausgerichtet und verfügen über relativ geringe Fahrzeugkapazitäten. Nach Angaben des Bundesverbands Carsharing (BCS) sind dennoch 25 Prozent der Nutzer Geschäftskunden.

Neue Fuhrparkstrategien möglich

Vor allem in Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg und Düsseldorf steigt die Zahl der Anbieter rasant an. Damit einhergehend wächst auch ihr Fahrzeugangebot. "Innerhalb von drei Jahren sind wir um 50 Prozent gewachsen", berichtet Katharina Fölsche, Geschäftsführerin Stadtmobil Berlin. Wie andere deutschlandweit ­tätige Carsharing-Firmen hat Stadtmobil seine Stützpunkte in mehreren großen Städten aufgebaut. Mit dem zunehmenden Angebot wächst auch für Geschäftskunden der Anreiz, die eigene Fuhrparkstrategie zu überdenken und stattdessen auf gewerbliche Carsharing-Angebote umzusteigen. Laut BCS wären damit die hohen Fixkosten für einen eigenen Fuhrpark passé. Die wenig ausgelasteten Fahrzeuge könnten durch ­Corporate-Carsharing-Fahrzeuge ersetzt werden. Vorteil: höhere Kosteneffizienz, da nur die reinen Nutzungskosten anfallen würden.

Nicht für alle Einsatzarten geeignet

Allerdings sei das Konzept "prinzipiell keine Lösung für Außendienstleister", meint Willi Loose, Geschäftsführer des BCS. Außerdem sei es auch nicht als Bonussystem für Mitarbeiter geeignet. Beides widerspräche dem eigentlichen Sinn von Carsharing. Fahrzeuge sollten demnach im Pool genutzt und nicht nur einem bestimmten Mitarbeiter zugeordnet werden. Auch ein abgeschlossener Firmenparkplatz, der nur den Mitarbeitern und nicht der Allgemeinheit zugänglich ist, entspräche nicht den Kriterien des klassischen Carsharing.

Vergleichen fällt schwer

Flottenbetreiber müssen gezielt individuelle Angebote einholen und vergleichen. Dabei könnte ihnen die Entscheidung leichter gemacht werden. Pilotprojekte könnten erste Hemmschwellen abbauen. Solche Kundengewinnungs-Aktionen setzt Drive Now nach eigenen Angaben bereits um. "Wir führen Registrieraktionen in Großfirmen durch", berichtet Michael Fischer von Drive Now in Berlin. Allerdings sei das Angebot nicht primär für Geschäftskunden konzipiert. Das Potenzial für diese Klientel sei jedoch vorhanden.

Optimale Fuhrparkauslastung

Um allgemein mehr Markttransparenz zu ermöglichen, führt Studienleiter Schäfers mehrere Ansatzpunkte auf: "Von den Anbietern zu beantwortende Fragen sind ­etwa: Wie viele, einzelnen Personen fest zugeordnete Dienstwagen können durch ein Corporate-Carsharing-Fahrzeug ersetzt werden?" Dasselbe gelte für die Nutzung von Taxi oder Mietwagen.
Vor allem aber darf nach seiner Ansicht intensive Fahrzeugnutzung nicht gleich zum K.-o.-Kriterium fürs gewerbliche Carsharing werden. Flottenleiter sollten auch bei Außendienstler-Autos auf die durchschnittliche Laufleistung und die Nutzungsdauer am Tag achten. Ein Firmenwagen, der tagsüber häufig ungenutzt steht und dabei nur für einen Mitarbeiter reserviert ist, ist ein potenzielles Corporate-Carsharing-Auto. Stattdessen könnten mehrere Angestellte darauf zurückgreifen.
Bevor ein Unternehmen sich auf die ­Suche nach dem geeigneten Anbieter begibt, sollte es den firmeneigenen Fahrzeugeinsatz analysieren. Nur dann kann es die Anforderung an den Anbieter de­finieren. Generell lohnt sich auch der Blick ins Kleingedruckte. So können die Bearbeitungsgebühren für Ordnungswidrigkeiten zwischen fünf Euro (Car2go) und 18 Euro (Drive Now) variieren.

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Jana Bronsch

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