Alles über Corporate Carsharing/Fahrzeugpool
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Corporate Carsharing: Teilen liegt im Trend

Sinkende Kosten, bessere Auslastung und höhere Flexibilität – die Vorteile von Corporate Carsharing liegen auf der Hand. Doch wer bietet was? 14 Anbieter und ihr Portfolio auf einen Blick.

Carsharing ist eine feine Idee: Wer sich ein Auto teilt, teilt sich schließlich auch die Kosten. Das gilt im privaten wie im gewerblichen Bereich. Steht der Firmenwagen ungenutzt auf dem Parkplatz, erzeugt er keinen Gewinn, ­sondern kostet Geld. So entdecken ­immer mehr Unternehmen Carsharing als gute Möglichkeit, ihr Mobilitätsbudget zu ­entlasten. Davon profitieren vor allem die Anbieter.

Derzeit liegt der durchschnittliche Geschäftskundenanteil aller Nutzer bei rund 25 Prozent, so der Bundesverband Carsharing (BCS). "Das Spektrum der Kunden reicht vom Freiberufler, der lediglich ein oder zweimal pro Woche fährt, über Handwerksbetriebe, die zusätzlich zum bestehenden Fuhrpark einen Wagen benötigen, bis hin zu Großunternehmen, Behörden und Banken", sagt Verbandsgeschäftsführer Willi Loose.

Free-Floating oder stationsgebunden

Die meisten Carsharing-Anbieter haben spezielle Tarife und halten Fahrzeuge vor, die sich auch als Firmenwagen eignen, etwa kleine Transporter oder Kombis. Und der Markt scheint riesig. So stellte das Automotive Institute for Management (AIM) in einer Umfrage fest, dass nahezu die Hälfte der befragten 1.200 Unternehmer an gewerblichem Carsharing interessiert ist. Derzeit gibt es laut Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) in Deutschland rund 1,6 Millionen Firmenfuhrparks mit mehr als 4,3 Millionen Fahrzeugen. Hier lauert offensichtlich ­jede Menge ­Einsparpotenzial.

Ist die Entscheidung gefallen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stehen die Fahrzeuge an fest angemieteten Stationen oder Parkplätzen oder sie parken frei (Free-Floating) im jeweiligen Geschäftsgebiet. Beim stationsbasierten Carsharing können die Fahrzeuge vorab reserviert werden und müssen nach Ablauf der ­gebuchten Zeit wieder an ihren Standort zurück.

Wer auf Free-Floating setzt, ist nicht auf bestimmte Stationen festgelegt und kann sein Auto innerhalb des definierten Gebiets überall abstellen. Allerdings können diese Fahrzeuge in der Regel nicht vorher gebucht werden.

Carsharing bringt dem Unternehmen einen Imagegewinn

Generell gilt: je überregionaler das Angebot, desto mehr Gewerbekunden. Sie schätzen eine möglichst bundesweite Verfügbarkeit. Reisen Mitarbeiter zu ­externen Terminen mit der Bahn oder dem Flugzeug an, möchten sie meist auch vor Ort ein Carsharing-Auto nutzen. Nur so lassen sich die Kosten für Mietauto oder Taxi sparen. Als große Pluspunkte gelten: individuelle Firmentarife, keine Verwaltungs-, Stellplatz- und Fahrzeugwartungskosten sowie das positive Image.

Dem Problem, dass dann nicht immer ein Fahrzeug verfügbar ist, beugen einige Anbieter mit Blockbuchungen vor. Hier reservieren die Firmen ein Kontingent zu bestimmten Zeiten.

Einen Schritt weiter geht die Inte­gration eines eigenen Carsharing-Pools im Unternehmen. In diesem Fall stellt der Carsharing-Anbieter die Autos für ­Firmenkunden auf dem Werksgelände zur Verfügung. Die Mitarbeiter müssen also nicht erst in der Stadt oder am Flughafen auf die Suche gehen, sondern können sich einen Wagen vorab im Intranet
reservieren.

Spezielle Softwarelösungen schonen das Fuhrparkbudget

Einzelne Anbieter wie Flinkster oder ­Alphacity setzen auf zugeschnittene Softwarelösungen. Sie analysieren den bestehenden Fahrzeugpool und optimieren in der Regel die Einsatzmöglichkeiten. Dadurch können sporadisch genutzte Fahrzeuge eingespart und die bestehende Fahrzeugflotte insgesamt effektiver verwaltet werden. Als Einsparungspotenzial gilt eine Größenordnung zwischen 20 und 40 Prozent der Mobilitätskosten.

Bei den meisten Unternehmen können die Mitarbeiter die Carsharing-Autos auch privat nutzen. Ist die Fahrt dienstlich, rechnet der Anbieter über das ­Firmenkonto ab. Wird vom Privatkonto gebucht, erfolgt die Abrechnung in der Regel per Kreditkarte. Bei der jeweiligen Buchung kann der Kunde dann aus­wählen, ob es sich um eine private oder geschäftliche Fahrt handelt.

Carsharing boomt vor allem in Ballungsgebieten. Sitzen Firmen außerhalb der großen Zentren, können sie nicht vom allgemeinen Angebot profitieren. Auch wenn die Mitarbeiter für eine Einwegstrecke ein Auto brauchen, um damit ­beispielsweise von Mannheim nach Würzburg zu fahren, sind Unternehmen bei den herkömmlichen Vermietern besser aufgehoben. Bei längeren Strecken, so das Ergebnis des Atlas 2013, sind deren Tagessätze günstiger als beim Carsharing. Dagegen lohnt sich Carsharing zum Beispiel bei kurzen Strecken als Alternative zum Taxi. Mitarbeiter, die zum Flug­hafen oder zum Bahnhof müssen, stellen das Fahrzeug dann einfach ab.

Hersteller profitieren bei E-Autos

Für Autohersteller sind Carsharing-­Angebote attraktiv, weil sie ihre Modellpalette bewerben und – eigentlich kontraproduktiv – neue Kunden gewinnen wollen. Gleichzeitig bietet das geteilte Auto eine Möglichkeit, die hauseigenen Elektromodelle in ­größeren Zahlen auf die Straße zu bringen. Da lockt vor allem Berlin mit ­seinen überdurchschnittlich vielen Lade­stationen.

So sollen dieses Jahr allein 500 ­Citroën C-Zero für Multicity, der Carsharing-Tochter des Unternehmens, unterwegs sein. Car2go bietet dort 300 Smart als Stromer an und BMW hat 40 Active-E-Modelle der 1er-Reihe am Start. Mit dieser Strategie lässt sich auch der Flottenverbrauch angesichts strenger werdender Abgasnormen verbessern.

Eine Übersicht über Firmen, die Corporate Carsharing anbieten, finden Sie unter dem Artikel als Download.

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Citeecar

Datum

25. Februar 2014
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