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Citroen C4 Cactus: "Rückbesinnung auf das Wesen der Marke"

Auf dem Genfer Salon feiert der Citroen C4 Cactus Premiere. Mit ihm kehrt die Avantgarde zurück in die C-Reihe, die zuletzt im Schatten der DS Modelle zu verblassen drohte.

"Typisch“ ist ein gefährliches Wort. Kompliment oder Verriss – es kann beides bedeuten. "Typisch Citroen“, entfährt es einem beim Anblick des C4 Cactus. Angesichts der Markenhistorie mit avantgardistischen Konzepten à la DS, Ente oder Picasso ist das ein Ritterschlag. Der C4 Cactus strotzt vor Individualität. Bislang kam jedenfalls kein anderer Hersteller auf die Idee, ein Auto mit Luftkissen ("Airbumps“) zu beplanken. Die Applikationen lassen sich in vier Farbtönen anbringen – und später auch wechseln. Zusammen mit zehn Karosseriefarben und drei verschiedenen Interieurs ergibt sich die Variantenvielfalt eines Zauberwürfels. Gleichwohl bemüht sich Citroen, den Nutzwert zu betonen. So sollen die in flexiblem Kunststoff eingehüllten Luftkissen als Aufpralldämpfer bei Parkremplern dienen. Na ja, vielleicht in Paris, wo eine Parklücke nach allgemeiner Auffassung erst im Innenraum des Nachbarautos endet. Aber in Deutschland? Wir rechnen mit unschönen Szenen am Straßenrand.

Cactus startet im September

Immerhin haben wir hierzulande noch etwas Zeit, uns darauf vorzubereiten. Erst im September wird der C4 Cactus bei uns starten, als Basisversion mit einem 82 PS Dreizylinder-Benziner. Ein weiterer Benziner und zwei Diesel werden zur Wahl stehen. Die Einstiegspreise dürften unter 15.000 Euro liegen. Citroen plant zusätzlich eine Vermarktung über nach Kilometern gestaffelte Raten, die alle Betriebskosten (außer für Sprit) abdecken sollen. Auf die Einzelheiten sind vor allem Flottenbetreiber und Dienstwagennutzer sehr gespannt.

Einiges entspricht tatsächlich der manchmal radikalen Vereinfachungstradition bei Citroen. So ist der Beifahrerairbag als Weltpremiere im Dach untergebracht, um mehr Platz zu schaffen. Die Rückenlehne der Heckbank ist nicht zweigeteilt. Auch sind die Heckscheiben nicht absenkbar, sondern öffnen mit Ausstellmechanismen wie einst die hinteren Gläser im Ur-Mini. Trotz, oder gerade wegen dieser Radikalität könnte der C4 Cactus zum Erfolg werden. Mit 965 Kilo ist er extrem leicht, die angekündigten Bestwerte von 3,1 Litern Verbrauch und 82 Gramm CO2-Ausstoß sind klasse. Die Lösung, alle Infotainment- und Komfortverbraucher über einen zentralen, sieben Zoll großen Bildschirm zu steuern, ist zeitgemäß. Der Einfall, die vordere Sitzbank optisch wie ein Sofa aussehen zu lassen, durchaus originell.

Citroen C4 Cactus: Stressfrei durch die Straßen

Wie auch sein rundliches, klares Äußeres. Alexandre Malval, Directeur du Style bei Citroen, erklärt am Cactus das neue Designkonzept: "Einfache, nützliche Formelemente. Wir wollen eine Rückbesinnung auf das Wesen der Marke: Gelassenheit, Flexibilität, Befreiung von Stress.“ Vergeblich sucht man nach aggressiven Sicken und Abrisskanten: "Die hintere Seitenlinie und das schwebende Dach sind hervorzuhebende Elemente. Die kurzen Überhänge und die schmalen Scheiben ebenfalls“, so Malval.

Das Profilverhältnis Glas zu Karosserie beträgt nur ein Drittel zu zwei Drittel. Trotz der Crossover-Form endet die Gesamthöhe bei niedrigen 1,48 Metern. Auffällig sind die spindeldürren Tagfahrlichter oberhalb der Hauptscheinwerfer – eine Spielart, die schon beim neuen Picasso zum Tragen kommt. Die lustigen Airbumps bleiben natürlich dem Cactus vorbehalten. Doch vieles andere ist richtungsweisend für die Designzukunft der C-Reihe, die im Schatten der schnittigen DS-Modelle zu verblassen drohte. "Unsere Kernbaureihe findet nun endlich ihren Platz neben der DS-Familie“, versichert Citroen Generaldirektor Fréderic Banzet. Das hohe C wird künftig also wieder an der Festtafel gesungen. Nicht mehr am Katzentisch.

Autor

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Citroen

Datum

10. Februar 2014
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