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CVO Barometer: Trends im Fuhrpark: Der Diesel lebt

Arval hat knapp 3.000 Flottenentscheider nach Trends im Fuhrpark befragt: Telematik bleibt wenig genutzt, Leasing wird immer beliebter und der Dieselanteil nimmt trotz Abgasaffäre weiter zu.

Das von Arval und dessen französischer Muttergesellschaft initiierte Fuhrparkbarometer des Corporate Vehicel Observatory (CVO) zeigt seit mehr als zehn Jahren, wie Europas Flottenmanager ticken. Bei der Vorstellung der aktuellen Studie nennt Marcus Schulz, Landeschef von Arval in Deutschland, drei Trends. Schulz: „Erstens, die Flotte wird weiter wachsen. Zweitens lassen Flottenmanager die Fahrzeuge länger im Einsatz und drittens wird der Dieselanteil trotz der Schummeleien weiter zunehmen“.

Erstmals auch kleine Fuhrparks an Umfrage beteiligt

Für das CVO Fuhrparkbarometer wurden erstmals nicht mehr nur mittlere (mit 100 bis 999 Mitarbeitern) und große Flotten (ab 1000 Mitarbeitern) befragt, sondern auch kleinere Firmen ab zehn Mitarbeitern und zehn Fahrzeugen. „Die sogenannten Small-Medium-Enterprises zeigen großes Wachstumspotential“, begründet Marcus Schulz die geänderte Grundlage. Auch Arval möchte von diesem boomenden Markt profitieren. „Es gibt zwar noch nichts Spruchreifes, aber wir dehnen unser Portfolio auch auf diese Unternehmen aus“, verrät Schulz.

Die Welt der Flottenmanager in Deutschland ist offensichtlich in bester Ordnung. Befragt nach dem Wachstumspotenzial ihres Fuhrparks in den nächsten drei Jahren sagen 20 Prozent der kleinen Unternehmen, dass dieser weiter zunehmen wird. Bei den mittleren Unternehmen sind es 22 Prozent, bei den großen Unternehmen wiederum 20 Prozent. Hier gaben allerdings auch acht Prozent an, dass ihr Fuhrpark schrumpfen wird.

Nutzungsdauer steigt

Auch bei der durchschnittlichen Nutzungsdauer der Fahrzeuge tut sich etwas. Sieben Prozent aller deutschen Unternehmen sagen, dass die Nutzungsdauer bei Pkw im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen ist, bei Leicht-LKW dagegen leicht abgenommen hat. Dazu CVO-Sprecher Christian Schüßler: „Momentan liegt die Nutzungsdauer im Durchschnitt zwischen 40 und 44 Monaten.“ Sie sei aber alleine in den letzten drei Jahren im Schnitt um zehn Prozent gestiegen. Optimal, so der Leasingmanager Schulz, seien jedoch Laufzeiten zwischen 42 und 48 Monaten. Das liegt vor allem am technischen Fortschritt der Fahrzeuge. „Es ist abzusehen, dass der Wartungspeak künftig erst bei 60 Monaten Laufzeit erreicht wird“, sagt Schüßler. Momentan liege dieser noch bei 44 bis 48 Monaten.

Apropos Kosten. Bei der Frage nach der Hauptfinanzierungsmethode für Firmenfahrzeuge zeigt sich, dass Leasing mit Kilometervertrag die Hauptfinanzierungsmethode von mittleren (46 Prozent) und sehr großen Unternehmen (58 Prozent) in Deutschland ist. Bei den kleinen Unternehmen entscheiden sich nur 34 Prozent für diese Finanzierungsmethode, bei ihnen dominiert der Kauf mit 38 Prozent. „Hier spielt sicherlich die lokale Verbindung zum Händler eine entscheidende Rolle“, sagt Schüßler. Bei mittleren Unternehmen schrumpft der Kaufanteil auf 31 Prozent, bei den großen Unternehmen dann sogar auf 21 Prozent.

Telematikeinsatz aufgrund von Fahrzeugortung

Auch künftig setzen große Unternehmen auf Leasing. Leasing mit Restwertvertrag ist für 30 Prozent das Nonplusultra, Leasing mit Kilometervertrag für 52 Prozent. Bei den mittleren Betrieben sind es 18 Prozent (mit Restwertvertrag) beziehungsweise 41 Prozent (mit Kilometervertrag). Bei den kleinen Betrieben 30 beziehungsweise 32 Prozent.

Befragt nach der Nutzung von Telematik zeigt sich, dass vor allem die mittleren und großen Fuhrparks (jeweils 28 Prozent) diese Technologie stärker nutzen als kleine Unternehmen (18 Prozent). Trotzdem ist die Telematik in Deutschland weit weniger verbreitet als in Europa (33 Prozent). „In Deutschland hat das Thema Datenschutz nach wie vor einen hohen Stellenwert“, glaubt Schüßler. Dabei sei Fakt, dass Telematik helfen kann, die Kostentreiber in den Griff zu bekommen. Mittlere und große Unternehmen setzten vor allem der Fahrzeugortung (33 Prozent) wegen auf Telematik. 28 Prozent erhoffen sich Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und 15 Prozent eine Reduzierung der Wartungskosten.

Fuhrparkmanager setzen auf Apps

Ein Drittel der deutschen Fuhrparkmanager hält dagegen mobile Applikationen im Fuhrparkmanagement für sinnvoll. Im europäischen Vergleich hinken die Deutschen ihren Kollegen allerdings deutlich hinterher. Europaweit halten 61 Prozent Apps für ein nützliches Tool für das Fuhrparkmanagement, bei den Deutschen sind es nur 35 Prozent. Sieben Prozent der deutschen Fuhrparkmanager nutzen bereits Applikationen mit Warnmeldungen zum Fahrzeugzustand und zur Erinnerung an Wartungstermine, 28 Prozent bekundeten Interesse. Vergleich: Europaweit nutzen bereits 16 Prozent eine solche App und 60 Prozent bekunden Interesse.

Fast alle mittleren und großen Unternehmen gaben an, bereits mehrere alternative Energien und Technologien eingeführt zu haben. Beispiel Elektrofahrzeuge. Im vergangenen Jahr hatten 20 Prozent E-Fahrzeuge im Bestand, insgesamt 28 Prozent gaben 2015 an, dies in den nächsten drei Jahren vorzuhaben. In diesem Jahr behaupteten 23 Prozent, E-Fahrzeuge bereits zu nutzen, 42 Prozent planen dies in den nächsten drei Jahren zu tun.

Deutschland hinkt bei alternativen Antrieben hinterher

Auch Brennstoffzellen-Fahrzeuge finden so langsam ihren Platz. Fünf Prozent haben bereits heute Brennstoffzellen-Fahrzeuge in ihrer Flotte, immerhin 20 Prozent wollen solche Modelle in den nächsten drei Jahren einführen. Dennoch liegt Deutschland was die aktuelle und künftige Nutzung neuer Energien und Technologien insgesamt angeht mit 39 Prozent europaweit auf den hinteren Plätzen. Deutlich besser sieht es beispielsweise in den Niederlanden (70 Prozent), in Großbritannien (64 Prozent) und in der Schweiz (58 Prozent) aus.

„Dieselfahrzeuge“, sagt Schulz, „sind in Deutschland eben immer noch das Maß der Dinge.“ Über alle Unternehmensgrößen liegt die Diesel-Quote bei 79 Prozent. Und in fünf Jahren steigt ihr Anteil sogar auf 81 Prozent. Von Diesel-Gate keine Spur. „Die Kostenvorteile des Diesels sind nicht zu übersehen“, sagt Schüßler. Und technologisch sei der Diesel auch nicht am Ende. „Der Normverbrauch nimmt weiter ab“, betont er. Selbst beim Widerverkauf der ausgemusterten Fahrzeuge in den Gebrauchtwagenmarkt gebe es trotz des Dieselgates keinerlei Probleme. Das freut den Landeschef der Leasinggesellschaft ganz besonders, schließlich veräußert Arval pro Jahr rund 20.000 Fahrzeuge.

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Datum

21. Juni 2016
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