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DAT startet Diesel-Barometer: Monatliches Reporting für Fuhrparkleiter

Der Diesel-Barometer der DAT gibt Auskunft über Zahlen wie Standzeiten und Wertverläufe von Diesel-Pkw sowie das Verhalten von Verbrauchern und Handel in Bezug auf den Diesel.

Seit die Landesregierung Baden-Württemberg im Februar die Fortschreibung des "Luftreinhalteplans Stuttgart" beschlossen hat, wird verstärkt über die Zukunftsfähigkeit des Dieselmotors debattiert. Angesichts des hohen Anteils an Diesel-Fahrzeugen im Bestand und der zum Teil sehr emotional geführten Diskussion möchte die DAT mit dem Diesel-Barometer einen konstruktiven Beitrag zur Versachlichung der Betrachtungen leisten. Der Diesel-Barometer beinhaltet diverse Zahlen zum Thema Diesel. Mit diesem monatlichen Informationsdienst, der auf der Webseite der DAT (www.dat.de/diesel-barometer) veröffentlicht wird, können sich Flottenmanager über die aktuellen Entwicklungen informieren. Folgende sechs Punkte sind darin enthalten:

Wertentwicklung: keine hohen Wertminderungen

Im ersten Quartal 2017 sind keine überproportional hohen Wertminderungen bei Dieselfahrzeugen über alle Fabrikate und Modelle erkennbar. Die DAT analysiert für das Diesel-Barometer die Werte der drei Jahre alten Gebrauchtwagen über alle Segmente mit den segmentspezifischen Laufleistungen von 15.000 oder 20.000 Kilometern pro Jahr. Bereits 2016 wurden die Dieselfahrzeuge prozentual etwas niedriger gehandelt als die Benziner. Das lag im Wesentlichen am gestiegenen Anteil der Dieselfahrzeuge, also dem höheren Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Im ersten Quartal 2017 zeigen die Diesel-Pkw einen ähnlichen Wertverlauf wie im Vorjahreszeitraum. Im Trend sind die Werte sogar geringfügig höher als vor einem Jahr.

Standtage: Gebrauchte Diesel-Pkw stehen länger als Benziner

Die Standzeiten der Fahrzeuge geben Auskunft darüber, wie schnell Fahrzeuge beim Handel verkauft werden, was letztendlich auch die Attraktivität der Gebrauchtwagen (Angebot, Preis, Art der Präsentation etc.) widerspiegelt. Die von der DAT ermittelten Standtage beziehen sich auf den Zeitpunkt von der Inzahlungnahme/Ankauf des Fahrzeugs beim Handel bis zum Verkauf an einen Endverbraucher. Seit Mitte 2016 ist zu erkennen, dass die Dieselfahrzeuge länger stehen als vergleichbare Benziner. Dies setzt sich Anfang 2017 fort. Der wesentliche Grund für diese Entwicklung ist einerseits die Kaufzurückhaltung beim Endverbraucher und andererseits auch das höhere Angebot an Diesel-Pkw insgesamt auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Eine Erhöhung der Standtage geht mit einer erheblichen zusätzlichen Belastung der Händler einher, da in der Regel jedes stehende Fahrzeug finanziert ist und zusätzlich laufend beworben werden muss.

Pkw-Markt: Diesel-Neuwagen leicht im Minus

Die Pkw-Zahlen des KBA zeigen bei den Neuzulassungen im ersten Quartal 2017 einen Rückgang der Dieselfahrzeuge um knapp 4 % (-3,77 %). Die Neuzulassungen bei den Benzinern wuchsen dagegen um 14 %. Der Gebrauchtwagenmarkt wächst im ersten Quartal 2017 bei Diesel und Benzinern im niedrigen einstelligen Bereich (Diesel +1,8 %; Benzin +2,4 %). Damit zeigt sich der Pkw-Markt in Deutschland erneut robust. Wie viel Prozent der Gebrauchtwagen über den Handel an den Endverbraucher verkauft wurden, lässt sich derzeit noch nicht ermitteln. Wenn allerdings Händler, beispielsweise aus dem Stuttgarter Raum, aufgrund des drohenden Fahrverbots Fahrzeuge in andere Teile Deutschlands verkauft haben, fehlen ihnen die Kunden dann später in der Werkstatt.

Kraftstoffpreise: Diesel im März auf Tiefstand seit Jahresbeginn

Die Kraftstoffpreise sind nach wie vor ein Einflussfaktor beim Automobilkauf. Aus dem aktuellen DAT-Report 2017 (S. 22 und 36) geht hervor, dass Kraftstoffverbrauch unter den 19 Kaufkriterien auf dem 4. Platz liegt. Der Wiederverkaufswert/Restwert liegt dagegen beim Gebrauchtwagenkäufer auf Rang 15, beim Neuwagenkäufer auf Rang 16. Die für März 2017 ermittelten Durchschnittspreise liegen bei Super E10 bei 134,2 Cent pro Liter, der Diesel kommt auf 116,5 Cent pro Liter und rangiert damit auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn.

Aussagen der Endverbraucher

Die repräsentative Umfrage von 1.019 Endverbrauchern durch die GfK zeigt, welche Auswirkung die aktuelle Diskussion um Feinstaub, Fahrverbote und Diesel auf den geplanten Autokauf hat. 25 Prozent der Endverbraucher bestätigten, sie würden ihren anstehenden Autokauf hinauszögern, um die weitere Entwicklung beim Diesel abzuwarten. 24 Prozent würden die weitere Entwicklung bei den Fahrverboten in Großstädten abwarten. Wenn es um den Verkauf des eigenen Dieselfahrzeugs geht, da möglicher Wertverlust oder Fahrverbot in einer Großstadt drohen, so hat die aktuelle Diskussion auf ebenfalls gut zwei Drittel (67 Prozent) aller Endverbraucher derzeit keine Auswirkung. Nur 22 respektive 21 Prozent bestätigten, sie möchten sich so schnell wie möglich von ihrem derzeitigen Dieselfahrzeug trennen. 20 Prozent glauben Sie, dass ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge die Luftqualität in Großstädten wesentlich verbessern würde. Vor die Entscheidung gestellt, welche Motorart die wahrscheinlichste beim geplanten Autokauf wäre, würden 16 Prozent einen Diesel nehmen, 58 Prozent einen Benziner.
 

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Datum

26. April 2017
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