Alles über Renault Zoe im Dauertest
Renault Zoe Elektroauto laden RWE Ladesäule Zoom

Dauertest Renault Zoe: Lost in Freudenstadt

Auch mit dem E-Auto kann man roamen und mit einer Karte Ladestationen unterschiedlicher Stromversorger nutzen. Allerdings funktioniert das nicht immer. Die Tücke steckt im Detail.

Wir haben ja schon öfters geschrieben, dass sich Elektroautos nicht für die große Reise eignen. Doch unser Zoe erweist sich als so komfortabel und hat so geräumig, dass wir unseren Radius immer weiter um Stuttgart herum erweitern. Sicherheitshalber liegen gleich drei Ladekarten im Handschuhfach: Eine der EnBW, unserem Haus- und Hoflieferanten hier in Stuttgart. EnBW hat die Stadt quasi zugepflastert mit Ladestationen. Wer also in Stuttgart mit seinem Elektroauto liegenbleibt, hat irgendetwas grundsätzlich falsch gemacht.
 
Zusätzlich haben wir zwei weitere Karten von Plugsurfing und Mobility House an Bord. Beide haben Verträge mit vielen Stromanbietern abgeschlossen und ermöglichen es, dort Strom zu laden und über eine Karte zentral abzurechnen. Das Prinzip ist einfach: Karte ans Lesegerät halten, Säule freischalten und über die Monatsrechnung (Plugsurfing) bezahlen beziehungsweise vom Guthaben abziehen lassen (Mobility House Prepaid). Und sollte die Säule keinen RFID-Leser haben? Dann heißt es QR-Code der Säule mit der App von Intercharge oder Plugsurfing einscannen und die Säule wird freigeschaltet.

"Plug-was? Kenne ich nicht!"

Soweit die Theorie. In Freudenstadt im Schwarzwald, knapp 80 Kilometer von Stuttgart entfernt, hat RWE an der Avia-Tankstelle eine Ladestation aufgestellt. Und wohl vergessen, einen QR-Code anzubringen. Stattdessen möge man bitte die Service-Nummer anrufen und die Säule freischalten lassen. Das hört sich dann ungefähr so an: „Ihre Kundennummer bitte.“ „Habe ich nicht, ich bin Kunde von Plugsurfing.“ „Plug was?“ „Plugsurfing, oder auch von Mobility House. Die greifen über die Intercharge-Plattform auf die Säulen von RWE zu.“ „Hmmm, kenne ich nicht. Haben Sie da eine Kundennummer?“ „Klar, gebe ich Ihnen durch.“ ……“Also, damit kann ich gar nix anfangen. Da kann ich Ihnen jetzt auch nicht weiterhelfen.“ „Äh, aber ich muss hier laden, sonst komme ich nicht wieder nach Stuttgart. Die nächste Säule ist ja irgendwo tief im Schwarzwald, das schaffe ich auch nicht.“ „Ja, das verstehe ich schon, aber da kann ich Ihnen trotzdem nicht helfen.“ „Aber ich bin doch indirekt Kunde von RWE. Wie beim Handy, da gibt es doch auch Roaming.“ „Nein, das geht nicht.“ „Und wenn ich Ihnen einfach meine Adresse gebe und Sie eine Rechnung schicken?“
 
Inzwischen sind gut zehn Minuten vergangen, in denen wir den Zoe locker mit zwei, drei kWh Strom hätten füttern können. „Ich stelle Sie mal ins Kundencenter durch.“ Kurz und gut. Noch ein paar Minuten später bietet uns die freundliche Dame der Hotline an, ausnahmsweise auf Kulanz und ohne etwas zu berechnen die Säule zu aktivieren. Danke dafür. Aber solche Gespräche möchte sich der Elektromobilist künftig sparen.

Foto

Hanno Boblenz

Datum

20. Mai 2015
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