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Dekra Verkehrssicherheitsreport: 2011 erstmals wieder mehr Verkehrstote

Jahrelang wurden weniger Menschen auf deutschen Straßen getötet, doch 2011 ging die Zahl der Verkehrstoten erstmals wieder nach oben. 3.991 Personen starben laut Statistischem Bundesamt im Straßenverkehr - 9,4 Prozent mehr als im Jahr 2010. Die Sachverständigenorganisation Dekra betreibt Ursachenforschung.

Neben den klassischen Risikofaktoren im Straßenverkehr wie nicht angepasste Geschwindigkeit, Unerfahrenheit oder zu geringer Sicherheitsabstand gebe es neue Herausforderungen für die Verkehrsteilnehmer. "Fahrerassistenzsysteme können Fehlverhalten zwar kompensieren, können in der Summe aber auch dazu führen, dass sie den Fahrer überfordern, irritieren oder in falsch verstandener Sicherheit wiegen", sagt Clemens Klinke, Vorstandsmitglied der Dekra SE und Vorsitzender der Geschäftsführung der Dekra Automobil.

Zu viel Technik überfordert den Fahrer

ABS und ESP, Abstandstempomat, Spurhalteassistent oder Kollisionswarn- und Vermeidungssystem sowie viele weitere elektronische Systeme sollen dem Fahrer aktiv und passiv helfen, sicher ans Ziel zu kommen. Manche Systeme arbeiten im Stillen, andere warnen gezielt vor kritischen Situationen. "Das bei einigen Fahrzeugmodellen inzwischen anzutreffende Übermaß an akustischen Signalen führt aber schnell zu einer Abstumpfung", glaubt Klinke.

Gefährliches Vertrauen in Assistenzsysteme

Es seien aber nicht nur die akustischen Signale, die nicht immer die gewünschte Wirkung erzielen. "Welcher an seine Lichtautomatik gewöhnte Fahrer denkt schon daran, bei Nebel das manuelle Abblendlicht einzuschalten", fragt Klinke. Die Automatik erkenne die ungünstige Wettersituation nicht immer ausreichend und belässt es beim Tagfahrlicht. "Die Rücklichter bleiben aber bei Nebel aus", warnt der Verkehrsexperte. Fazit: Technikgläubigkeit, Sorglosigkeit und Desinteresse, gepaart mit Nichtwissen um die Grenzen der verbauten Systeme und die Abgabe originärer vom Fahrer zu verantwortender Aufgaben an Sicherheits- und Komfortsysteme können neue Gefahren generieren.

Elektronik altert

Aus Sicht der Sachverständigen sollte erklärtes Ziel sein, für jedes sicherheitsrelevante System die zuverlässige Funktion über die gesamte Nutzungsdauer des Fahrzeugs zu gewährleisten. Auch die Elektronik unterliegt einer gewissen Alterung, ist nicht frei von Systemfehlern, kann manipuliert, abgeschaltet und aus dem Fahrzeug ausgebaut werden. Untersuchungen der Internationalen Vereinigung für die Technische Prüfung von Kraftfahrzeugen (CITA) hätten nämlich gezeigt, dass elektronisch gesteuerte Systeme vergleichsweise die gleichen Störungsraten aufweisen wie mechanische Systeme. "Da viele ältere Fahrzeuge nicht mehr entsprechend den Herstellervorgaben gewartet werden, kommt der periodischen Fahrzeugüberwachung eine umso größere Bedeutung zu", betont Klinke. Auch die Europäische Kommission habe die Relevanz erkannt und das Thema in die Rahmenvorgaben zur europaweiten Fahrzeugüberwachung aufgenommen.

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13. April 2012
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