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Detroit Auto Show 2017: Die Größe zählt

Amerikas Autowelt bleibt sich auch 2017 in Detroit treu. In diesem Jahr dominieren auf der wichtigsten Automesse Nordamerikas erneut SUV, Pick-ups und mächtige V8-Motoren. Auch die deutschen Hersteller fahren vor allem mit großen, starken und recht konventionellen Modellen vor. Innovation findet längst woanders statt. Allerdings im gleichen Land.

Große internationale Strahlkraft besitzt die North American International Auto Show (NAIAS) an der Wiege der US-Autoindustrie schon seit längerem nicht mehr. Von einer internationalen Innovations-Börse hat sich die Show immer mehr zu einer großen regionalen Verkaufs-Veranstaltung entwickelt. Auch in diesem Jahr feiern vom 8. bis zum 22. Januar vor allem Modelle für den US-Markt Premiere: So etwa die Neuauflage des Fünf-Meter-SUV Ford Expedition, der ähnlich bullige Chevrolet Traverse oder der Brachial-Sportwagen Corvette ZR1. Mit dem gelifteten Ford Mustang steht ein weiterer American Allstar im Zentrum des Interesses. Dazu kommen Neuauflagen regionaler Bestseller wie die der Mittelklasselimousine Toyota Camry oder der Familien-Vans Toyota Sienna und Honda Odyssey. Strahlkraft für Europa oder Asien entwickeln diese Modelle kaum.

Dass sich Amerika selbst genug ist, verwundert nicht. Mit zuletzt 17,5 Millionen Neuzulassungen pro Jahr sind die USA hinter China immer noch der zweitgrößte Automarkt der Welt. Für das kommende Jahr erwarten Experten ein weiteres Wachstum, nicht zuletzt durch den Trump-Effekt. Vor dem Hintergrund billigen Sprits, protektionistischer Wirtschaftspolitik und anziehender Konjunktur rechnet etwa das Duisburger Center of Automotive Research (CAR) mit einem Gesamtvolumen von rund 17,9 Millionen Fahrzeugen. Rund 60 Prozent der Pkw dürften SUV und Pick-ups sein.

Auch die deutschen Hersteller wollen dabei nicht abseits stehen und fahren in Detroit groß auf. VW etwa präsentiert das Kompakt-SUV Tiguan in einer XXL-Version mit sieben Sitzplätzen, der für die Wolfsburger endlich die Lücke in dem für die USA wichtigen mittleren Crossover-Segment schließen soll. Schwester Audi zeigt mit der Studie des luxuriösen SUV-Coupés Q8, wie das eigene SUV-Programm künftig noch ausgebaut werden soll. Immerhin stehen mit dem Debüt des Mercedes E-Klasse Coupés und der US-Premiere des BMW 5er auch zwei klassisch geschnittene Modelle auf den Drehtellern der Messestände. Und Lexus zeigt den brandneuen LS, der gerade in den USA erfolgreich gegen die deutsche Oberliga wie die Mercedes S-Klasse oder den 7er BMW antritt.

Beim Antrieb setzen nahezu alle Modelle auf den guten alten Ottomotor. Der Diesel, in den USA sowieso immer nur mit kleinem Marktanteil präsent, ist ein Jahr nach dem Bekanntwerden des VW-Skandals immer noch Schmuddelkind, Batterie-Elektroautos bleiben außerhalt der Metropolen an den Küsten weiterhin in der Nische. Einzig VW hält mit der Studie eines elektrifizierten Kleinbusses die Fahne der alternativen Antriebe hoch.

Wer technisch ansonsten Neues vorzustellen hat, tut dies mittlerweile ein paar Tage früher und am anderen Ende des Landes: auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas (5. bis 8. Januar). BMW etwa präsentiert dort sein künftiges holografisches Cockpit, Newcomer Faraday Future sein erstes Elektro-SUV und Ford seine autonomen Modelle. Honda stellt den Fachbesuchern gleich ein ganzes Mobilitätskonzept vor. Und Fiat-Chrysler lässt gemeinsam mit Google-Tochter Waymo einen neuen autonom fahrenden Mini-Van los. Schon in Las Vegas – und bezeichnenderweise nicht in Detroit.

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3. Januar 2017
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