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Was die Leasinggesellschaften bieten

Alle Anbieter, alle Dienstleistungen

Vernetzte Fahrzeuge, neue Wege der Mobilität: Die Leasingbranche verändert sich rasant. Die Marktübersicht zeigt, wie die Gesellschaften aufgestellt sind.

Der digitale Wandel eröffnet sowohl Leasinggesellschaften als auch Fuhrparkleitern mehr Möglichkeiten, Flotten zu steuern. Getrieben wird die Entwicklung in erster Linie von Einsparpotenzialen im Bereich der Betriebs- und Prozesskosten. Gleichzeitig könnten Prozesse kundenfreundlicher und effektiver ablaufen. "Unsere Vision ist es, den Wandel der Branche gemeinsam mit unseren Kunden zu meistern. Kernthemen sind die Digitalisierung der Prozesse im Fuhrpark sowie die veränderte Priorität bei der Nutzung von Firmenfahrzeugen", erklärt Helma Karohl, Kaufmännische Leiterin von Athlon. Der Nutzen würde dann sowohl dem Flottenbetreiber als auch dem Dienstwagenfahrer zugutekommen.

Einsparungen durch elektronische Fahrtenbücher

"Wichtig ist, die richtige Balance zwischen Flexibilität, Effizienz, Ökologie und Ökonomie zu finden. So können Unternehmen mithilfe elek­tronischer Fahrtenbücher mit Echtzeitdaten mehr als fünf Prozent der Betriebskosten ein­sparen", sagt Raimund Wagner von der österreichischen Unternehmensberatung Carsulting. Arval etwa will den Kunden gleich eine Reihe neuer Services anbieten. »Auf unserer Online-Plattform My Arval Community können sich Fuhrparkmanager digital austauschen«, sagt Geschäftsführer Marcus Schulz. In der zweiten Jahreshälfte plant die Leasinggesellschaft eine Telematiklösung, die helfen soll, das Flottenmanagement weiter zu optimieren.

Sixt Leasing geht laut Vertriebschef Vinzenz Pflanz einen Schritt weiter und will mit neuen IT-Tools seine Wertschöpfungskette künftig weiter automatisieren und komplett papierfrei gestalten. Und bei Lease Plan gibt’s seit Neuestem für Dienstwagenfahrer eine Smartphone-App, über die sie ihre Werkstatttermine selbst buchen können.

Auch VW Financial Services investierte  in ihre Fuhrparkmanagement-Tools und entwickelte unter anderem eine Fleet ­Online-Suite. "Im Grunde genommen geht es darum, eine Art Online­banking für Fuhrparkmanager zu schaffen", erklärt Gerhard Künne, Sprecher der Mobility Unit. Für das Reportingsystem hat VW auf die ganz Großen geschaut: Es  ­besitzt eine Suchmaschine wie bei Goo­gle und eine Timeline für Fahrzeuge, ähnlich der von Facebook.

Über mangelnden Absatz können sich die meisten Leasinggesellschaften jedenfalls nicht beklagen. Der relevante Flottenmarkt hat laut Dataforce 2016 mit 800.000 Neuzulassungen eine neue Höchstmarke erreicht. Im vorvergangenen Jahr zählte Dataforce knapp 787.000 Neuzulassungen. Und da der Anteil geleaster Fahrzeuge im relevanten Flottenmarkt rund 60 Prozent beträgt, laufen die Geschäfte bei den meisten Anbietern gut.

Wachstumsmarkt Flottenmanagement

Allerdings profitieren vor allem die herstellerabhängigen Leasinggesellschaften. Welch wichtige strategische Bedeutung der Flottenmarkt für die Hersteller hat, zeigt unter anderem die Übernahme von Athlon durch Daimler Financial Services für rund 1,1 Milliarden Euro. "Flottenmanagement ist ein Wachstumsmarkt. Mit der Übernahme von Athlon erschließen wir neue Absatzpotenziale, sowohl für Fahrzeuge als auch für Mobi­li­täts­ange­bote", erklärt Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber.

Gemeinsam mit Athlon verfügt die Daimler-Tochter nach eigenen Angaben über ein Portfolio von mehr als 350.000 Fahrzeugen in 14 europäischen Ländern. »Das stärkt unsere Wettbewerbsposition erheblich«, erklärt Philipp Berg, Vertriebsleiter von Daimler Fleet Management (DFM). Ohne Athlon, die Übernahme erfolgte offiziell erst Ende 2016, liegt DFM in der Top Ten von FIRMENAUTO mit einem Vertragsbestand von 310.000 Einheiten auf Platz zwei, hinter Branchenprimus VW Financial Services. Dieser konnte seinen Vorsprung erneut um 8,5 Prozent auf 1,28 Millionen Verträge ausbauen. Gut läuft es auch für die Bayern, hier scheint die All-Brand-Strategie aufzugehen: Am Ende des Jahres steht ein Plus von 6,5 Prozent, macht insgesamt 152.500 Einheiten.

Wie sehr die Autobanken die Nase vorn haben, zeigt unsere Top Ten. Erst auf dem vierten Rang platziert sich mit der Deutschen Leasing Fleet ein unabhängiger Anbieter, gefolgt von ALD Auto Leasing und Sixt Leasing. Dennoch setzen Fuhrparkleiter großer und mittlerer Flotten laut Data­force-Leasinganalyse 2016 vor allem auf herstellerunabhängige Leasinggesellschaften. Hier liegt der Marktanteil bei großen Flotten, die exklusiv von einer Gesellschaft verwaltet werden, bei nahezu 50 Prozent. "Schaut man sich die Verteilung nach Anbietergruppen an, steigt der Marktanteil der Non-Captives überproportional, je größer die Fahrzeugflotte ist", sagt Michael Velte, Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet.

Dieser Artikel stammt aus Heft Firmenauto 05/2017.
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Datum

19. April 2017
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