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Downsizing: Weniger ist mehr

Hubraum ist nur mit Hubraum zu schlagen – die alte Siegesstrategie aus dem Quartettspiel hat ausgedient. Effizienz heißt das Zauberwort der Branche.

Das Ziel: Weniger CO2, weniger Verbrauch, ohne auf Leistung und Fahrkomfort zu verzichten. Wo aber ist die Stellschraube? Vermutlich beim Hubraum. Das zumindest lässt die Statistik erahnen. Auch wenn bei Neuzulassungsstatistiken immer mehrere Lesarten möglich sind – ein Trend ist unverkennbar: Der Gürtel wird enger geschnallt, opulente Brennraumvolumen sind zunehmend verpönt.
Nach Angaben des Beratungsunternehmens BDW Automotive jedenfalls ist der durchschnittliche Hubraum neu zugelassener Pkw von 2007 bis 2011 signifikant gesunken. Um knapp 100 cm³, von 1863 cm³ auf 1.765 cm³. Der durchschnittlichen Leistung tat das offenbar keinen Abbruch. Im gleichen Zeitraum ist sie von 130 PS auf knapp 135 PS gestiegen. Der Trend zeigt sich sowohl auf dem Privatmarkt als auch im Flottengeschäft. Während vor fünf Jahren noch 40,7 Prozent aller privat zugelassenen Fahrzeuge einen Hubraum von mehr als 1,8 Liter hatten, waren es 2011 noch 31 Prozent. Der Anteil gewerblich genutzter Autos mit einem Hubraum über 1,8 Liter lag 2007 bei 74 Prozent. Im vergangenen Jahr betrug dieser Wert noch 64 Prozent.

Mit kleineren Hubräumen alleine aber ist es technisch nicht getan. Getriebeübersetzungen, Turbolader oder die Zu- und Abschaltungen ganzer Zylinder spielen wichtige Rollen. Der Kunde droht sich im Dschungel der Fachbegriffe zu verirren. Zumal die deutsche Sprache für derlei Entwicklungen offenbar nicht viel zu bieten hat. Zeit also für eine kleine Diätkunde:

Downsizing: Hubraum runter, Turbo rauf

Downsizing bezeichnet im Motorenbau die Verkleinerung eines Hubraums unter Beibehaltung vergleichbarer Leistungen. Erreichen lässt sich das - vereinfacht ausgedrückt – indem Hubraum durch Aufladung ersetzt wird. Somit liegt ein großes Augenmerk auf der Entwicklung der Turbolader. Je intelligenter und leistungsstärker die arbeiten, desto höher ist das Drehmoment. Zuwächse beim Drehmoment wiederum erlauben das so genannte Downspeeding.

Downspeeding: Längere Übersetzung, höheres Drehmoment

Unter Downspeeding verstehen Motorenbauer das Verlängern von Getriebe- oder Achsübersetzungen. Längere Übersetzungen wiederum sorgen für einen geringeren Verbrauch, nehmen dem Antriebstrang aber Einiges von seiner Dynamik. Soll der Motor gleiche Fahrleistungen wie bisher bieten, ist das Drehmoment ausreichend anzuheben. Den entsprechenden Abgleich aus Downsizing und Downspeeding bezeichnen Experten als Rightsizing.

Rightsizing: Die richtige Mischung macht’s.

Der Begriff Rightsizing kommt ursprünglich aus der Welt der EDV. Die richtige Größe für die richtige Anwendung – so lässt er sich am ehesten erklären. Es geht um die Kosten. Wenn sie aus dem Ruder laufen, nützt die aufwendigste Technik nichts. Im Motorenbau heißt das, Hubraum, Aufladung und Drehmoment sind in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen, Überdimensioniertes ist zu vermeiden. Somit erhält eine gar nicht so neue Entwicklung wieder Auftrieb: die Abschaltung ganzer Zylinder, wenn eine geringere Anzahl für den jeweiligen Moment ausreicht. 

Zylinderabschaltung: Kurzurlaub für Kolben

Die Zylinderabschaltung, also die Außerkraftsetzung einzelner Kolben, ist eine Erfindung aus den 70er Jahren. Weil die Elektronik allerdings noch nicht so weit war, führte die Abschaltung zu unzumutbaren Einbußen beim Fahrkomfort. Heute aber sorgen selbst Vibrationsausgleiche der Motoraufhängung und Geräuschsimulationen dafür, dass der Fahrer nichts merkt. Ohne Elektronik geht natürlich nichts. Bei geringerem Leistungsbedarf unterbindet sie die Einspritzung von Kraftstoff in einzelne Zylinder, indem sie deren Ventile kurzzeitig schließt.

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2. Oktober 2012
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