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Drängler-Unfälle: Unterschätzte Gefahr

Zu dicht auffahren ist kein Kavaliersdelikt: Offenbar gehen immer mehr Autofahrer gedankenlos mit dem Abstand zum Vordermann um. Werden sie dann auch noch kurz abgelenkt, ist der Crash programmiert.

Während die absolute Zahl der Unfälle sinkt, steigt die Reihe der von Dränglern verursachen Crashs. Seit 2010 zeigt die Statistikkurve für diese Art von Unfall deutlich nach oben, meldet der Auto Club Europa (ACE) und beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Ein Grund könnte die Ablenkung durch Infotainment und Smartphones sein.

Im Jahr 2012 erreichte die Zahl der Unfälle, bei denen Autofahrer zu dicht auf ihren Vordermann aufgefahren sind, mit 44.568 einen neuen Höchststand. Die bisher veröffentlichten Zahlen aus dem Jahr 2013 sprechen eine ähnliche Sprache: Während es im Jahr 2012 pro Monat 3.706 Drängler-Unfälle gab, waren es in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres schon knapp 3.800. In Bezug auf alle Unfallarten passierten im Jahr 2013 ein Prozent weniger Unglücke auf deutschen Straßen als zuvor.

Fahrer drängeln oft unabsichtlich

Nicht bei allen Abstandsverweigerern handelt es sich allerdings um echte Drängler. "Gerade im Berufsverkehr fahren viele nur gedankenlos zu dicht auf. Sie unterschätzen einfach die Gefahr", zitiert das ACE-Clubmagazin den Leiter der Autobahnpolizei Düsseldorf, Eckhard Oberbeckmann.

Eine nicht auszuschließende Ursache hierfür ist die Ablenkung durch Smartphones und das Fahrzeug-Infotainment. Autofahrer müssten sensibler werden, welche Gefahren die fehlende Aufmerksamkeit auf der Straße haben kann, so der Autoclub. Bei Tempo 50 lege ein Auto in einer Sekunde fast 14 Meter zurück. Mit einem kurzen Blick aufs Telefon kann hier es bei einem sowieso schon geringen Abstand schnell knapp werden.

Genug Abstand und immer bremsbereit

Den richtigen Abstand lernt man schon in der Fahrschule: Halber Tachowerkt in Metern Abstand zum Vorausfahrenden – bei Tempo 100 wären das 50 Meter. In der Praxis kann dieser Abstand, zum Beispiel im Stadtverkehr, nicht immer eingehalten werden. In diesem Fall muss man daher immer bremsbereit sein.

Wer drängelt und zu dicht auffährt, gefährdet aber nicht nur sich und andere, sondern muss auch mit einer saftigen Strafe rechnen: Wer mit Tempo 100 mit nur 15 Metern Abstand zum Vordermann erwischt wird, zahl 100 Euro Bußgeld und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Der gleiche Abstand bei Tempo 130 führt laut ACE zu einem Fahrverbot von einem Monat, 240 Euro Strafe und vier Punkten.

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ACE

Datum

28. Februar 2014
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