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E-Autos: Mosolf baut Fiat 500 zu Elektroautos um

Mosolf ist als Spezialist für Autotransporte bekannt. Darüber hinaus bauen die Kirchheimer aber auch in Auftragsarbeit Benziner komplett zu E-Fahrzeugen um.

Wie so oft verlassen gleich mehrere Pkw-Transporter den Mosolf-Standort Kippenheim. Auf dem Trailer immer gleich mehrere Fiat 500. Doch halt – statt dem Fiat-Emblem prangt das Logo des Karabag New 500E auf der Motorhaube. Dabei handelt es sich um einen elektrifizierten Kleinwagen auf Basis des italienischen Stadtflitzers. Wobei sich hinter dem Emblem die Auflade-Steckdose befindet.

Wie oft im Pkw-Bereich ist Mosolf dabei nicht nur als Spediteur dabei. Das schwäbische Unternehmen versteht sich als Systemdienstleister. Soll heißen, dass neben dem Transport auch noch Fahrzeugmontage, Sonderaufbauten, Industrielackierung sowie Werkstattdienste im Leistungskatalog zu finden sind.

Karabag: Experte für Elektroautos

Eben diese vielfältigen Möglichkeiten nutzt der Elektroauto-Experte Karabag. Das Unternehmen aus Hamburg hat sich auf die Elektrifizierung von Pkw spezialisiert. Dabei übernimmt Karabag die Planung sowie den Vertrieb. Den eigentlichen Umbau macht ein Dienstleister – im Fall des Fiat 500 also Mosolf.

Fürs eigene Unternehmen hat der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Jörg Mosolf zwei der Stadtflitzer von Karabag geleast. Nicht ohne sie zuvor ins Unternehmensblau zu tauchen. Aber nur sprichwörtlich, denn lackiert wurde nichts. Stattdessen setzten die Mitarbeiter spezielle Klebefolien ein, wie auch bei anderen Abnehmern, die ihre Firmenfarben wollten.

Die Innovation schlummert aber unter dem Blechkleid. Da musste der Logistiker Hand anlegen. Damit alles klappt, waren zunächst zwei Mosolf-Mitarbeiter bei Karabag zur Schulung. Diese beiden wiederum bildeten dann die Kollegen im eigenen Unternehmen aus.

Demontieren und wieder zusammenbauen

In Kippenheim, dem Technik- und Logistikzentrum von Mosolf, demontieren die Mitarbeiter die Fahrzeuge teilweise. »Danach bauen sie einen komplett neuen Antrieb inklusive der Akkus und der Steuereinheiten ein«, erklärt die Assistentin der Geschäftsleitung, Sabrina Beirle. Anstelle des herkömmlichen Tanks wird einer für Bioethanol eingebaut. Der biologisch hergestellte Kraftstoff dient zum Heizen, sodass hierfür kein Strom benötigt wird. Das erhöht die Reichweite des Karabag New 500E. Bis zu 100 Kilometer kann er so zurücklegen, bis er an die Steckdose muss. Bei 230 Volt dauert es fünf bis sechs Stunden, bis die Akkus wieder voll sind. Bis der Fiat 500 sich in den Karabag New 500E verwandelt hat, vergehen übrigens etwa 20 bis 30 Arbeitsstunden.

Das nahezu geräuschlose Gleiten durch den Stadtverkehr ist aber nicht nur dem Geschäftsführer vorbehalten, der das Fahrzeug selbst ausgiebig getestet hat. Jetzt sind die Mitarbeiter dran. »Wer Interesse hat, kann sich nämlich einfach in eine Liste eintragen lassen«, sagt Beirle. Nach einer kurzen Einweisung darf derjenige den Stromer dann mehrere Tage lang testen. Bis zu 105 km/h ist er schnell. Auf Knopfdruck kann der Fahrer den City-Modus einschalten, dann sind nur noch maximal 70 km/h möglich – dafür erhöht sich aber auch die Reichweite.

Mofa Elmoto HR-2 für lange Strecken in der Firma

Des Weiteren hat das Logistikunternehmen noch fünf Kleinkrafträder namens Elmoto HR-2 im Einsatz. Mit bis zu 45 km/h geht’s rund 65 Kilometer weit. Eingesetzt wird das Mofa-Pendant von den Mitarbeitern etwa in Kippenheim, um die langen Strecken innerhalb des Geländes schneller bewältigen zu können. Es gibt aber auch Transporter und Servicefahrzeuge, die sich im Praxiseinsatz bewähren dürfen.

Überhaupt sind die Themen Elektromobilität  und erneuerbare Energien seit 2009 im Unternehmen verankert. Damals gründete Dr. Jörg Mosolf die Mosolf Energy Solutions. Die Unternehmensgruppe ist heute in der Lage, die beiden Bereiche zu verzahnen. Auf den eigenen Flächen zu starten, war für den Logistiker aus Kirchheim unter Teck dabei naheliegend. Mit der Integration von Solaranlagen auf Dachflächen der eigenen Zentren und ersten Ladepunkten wurde diese Überlegung bereits umgesetzt. Für die Zukunft plant Mosolf die Installation von Solarcarports, einer Lade-Infrastruktur und sogar Windkraftanlagen auf einzelnen Standorten der Mosolf-Gruppe.

Aber auch im Bereich der E-Fahrzeuge soll es weitergehen. Die Mosolf-Gruppe ist in Gespräche involviert, bei denen es um einen E-Transporter geht, verrät Beirle. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Spezialfahrzeuge des Logistikers wieder Stromer ausliefern.

Das Unternehmen

Horst Mosolf gründete die Firma 1955 als Fuhrunternehmen. Im Laufe der Zeit entstand  daraus ein Systemdienstleister in der Fahrzeuglogistik. Mosolf bildet dabei die gesamte operative Prozesskette ab. Zu den Leistungen gehören die Fahrzeugübernahme ab Werk, Werkstattdienste, Sonderfahrzeugbau, Industrielackierung sowie das Ausliefern an den Empfänger. Der Hauptsitz der Unternehmensgruppe befindet sich in Kirchheim unter Teck. Geschäftsführender Gesellschafter ist Dr. Jörg Mosolf, der Sohn des  Unternehmensgründers. In den mehr als 30 Technik- und Logistikzentren in Europa und Brasilien sowie einem Joint-Venture in Indien und einer Repräsentanz in China arbeiten mehr als 2.000 Beschäftigte. Rund 850 eigene Spezialtransporter bringen die Fahrzeuge zum Ziel.

Autor

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Mosolf

Datum

1. März 2013
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