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E-Autos

Wann sich E-Mobilität rechnet

Die Mobilitätsplattform Ubeeqo hat die Gesamtkosten von E-Autos und Benzinern verglichen. Die große Frage: Ab wann fahren Flotten mit E-Autos günstiger?

Die ersten Unternehmen, die Elektroautos in ihre Flotten aufgenommen haben, verfolgten das Ziel eines grünen Firmenimages. An einen finanziellen Vorteil glaubte zu Beginn der Elektromobilität kaum einer. Auch heute, Jahre nachdem die ersten E-Autos als Dienstwagen vieler Firmenchefs werbewirksam vermarktet wurden, scheint der wirtschaftliche Faktor nur eine Nebenrolle zu spielen. Doch ab wann lohnt sich ein Elektroauto im Fuhrpark denn nun?

Die Mobilitätsplattform Ubeeqo rechnete nach und kalkulierte mit den kompletten Gesamtkosten. In der Kleinwagenklasse traten VW Up 1.0 MPI und VW E-Up an, in der Kompaktklasse VW Golf 1.4 TSI und VW E-Golf. Exemplarisch für die Chefetage stellte Ubeeqo einem BMW 740i einen Tesla Model S 75 gegenüber.

Der Hauptgrund, warum E-Autos noch nicht in Schwung kommen, ist demnach der hohe Anschaffungspreis. Das wird vor allem bei den kleinen Up-Modellen sichtbar. Hier kostet die Elektroversion mehr als doppelt so viel wie der Benziner. Das können auch die staatlichen Kaufanreize nicht ausgleichen. Bund und Länder fördern seit einem Jahr den Kauf von E-Autos mit einem einmaligen Umweltbonus von 4.000 Euro und einer zehnjährigen Befreiung der Kfz-Steuer.

Weitere Kosten für Ladeinfrastruktur

Neben den Anschaffungskosten müssen bei Elektrofahrzeugen auch infrastrukturelle Kosten für eine Stromladestation berücksichtigt werden. Die Ladezeit soll schließlich auf ein Minimum reduziert werden. Und welcher Fuhrparkleiter verlässt sich schon auf öffentliche Ladepunkte. Eine Wandladestation von VW kostet inklusive Installation 890 Euro, bei Tesla werden 2.500 Euro fällig.

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Unternehmen, die ihren Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen und ihre Ladestationen täglich mindestens zwölf Stunden öffentlich zugänglich machen, können zudem von einer neuen staatlichen Förderung profitieren und dadurch bis zu 40 Prozent der Kosten für den Aufbau, den Netzanschluss und die Montage der Ladesäule einsparen.

Im Unterhalt fallen die Kosten für E-Autos erwartungsgemäß geringer aus. Das hat nicht zuletzt mit den Energie­kosten zu tun, die bei einer jährlich veranschlagten Fahrleistung von 15.000 Kilometern um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Weitere Einsparungen erfolgen durch das Aussetzen der Kfz-Steuer und geringere Wartungskosten. So gehört etwa ein Ölwechsel in der Elektromobilität der Vergangenheit an.

Draufzahlen müssen Elektroautobesitzer lediglich bei der Versicherung. Für Unternehmer und Neuwagenbesitzer gilt die Vollkaskoversicherung als Norm. Die fällt bei der Kompaktklasse um etwa 20 Prozent höher aus als bei Benzinern. In der Kleinstwagenklasse sind es knapp 25 Prozent Mehrkosten, in der Oberklasse sind es ganze 65 Prozent.

Carsharing als Treiber für E-Mobilität

Berücksichtigt man die in etwa gleich hohen Kosten für einen Tiefgaragenplatz, Winterreifen und der Rundfunkgebühr, sowie die absetzbaren Steuerkosten, dann zeichnen sich für Fuhrparkleiter bei E-Autos jährliche Einsparungen von etwa 15 Prozent in der Kleinstwagen- und Kompaktklasse und gerade einmal 0,04 Prozent in der Oberklasse ab. Bei jährlich 15.000 Kilometer Laufleistung können die variablen Kosten auch nach zehn Jahren die hohen Anschaffungs­kosten nicht vollständig ausgleichen.

Die Gesamtkosten der untersuchten E-Autos fallen also auch nach zehn Jahren höher aus als die ihrer benzin­betriebenen Pendants. Während der Gesamtkostenunterschied in der Oberklasse mit nicht mal drei Prozent gering ausfällt, sind es in der Golf-Klasse auch nach zehn Jahren noch immer fast neun Prozent Mehrkosten für einen Elektro­dienstwagen. Beim VW E-Up fallen etwa 15 Prozent höhere Kosten an. Einzige Stellschraube für Flottenmanager ist die jährliche Laufleistung. E-Autos machen also nur als Poolfahrzeuge im Dauer­einsatz oder in Form einer Corporate-Carsharing-Lösung finanziell Sinn.

Zoom Foto: Hersteller

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Datum

21. Juni 2017
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