EU Reifenlabel erklärt Zoom

EU Reifenlabel: Was das Label sagt

Ab November informiert ein Reifenzertifikat über Rollwiderstand, Lautstärke und Nässequalitäten. Wir erklären, was die Einstufungen bedeuten.

Das in 27 EU-Ländern gültige Reifenzertifikat gibt über Rollwiderstand und damit über den Einfluss auf Kraftstoffverbrauch Auskunft. Außerdem informiert es über die Nässeeigenschaften und ob der Reifen laut oder leise abrollt. Damit deckt das Label zwar drei wichtige Eigenschaften ab, etliche andere aber fallen unter den Tisch. "Wir begrüßen das Reifenlabel ausdrücklich", sagt Alexander Bahlmann, Sprecher von Continental. "Es gibt aber keinerlei Auskunft über wichtige Eigenschaften wie das Handling oder die Bremswege auf trockener Straße. Ganz zu schweigen von den Wintereigenschaften, die ebenfalls nicht erwähnt werden."

Die Hersteller messen die Reifen selbst, in einem genau definierten Verfahren auf genormten Fahrbahnen. Für die Geräuschmessung beispielsweise rollt das Auto mit 80 km/h im Leerlauf an den Mikros vorbei – damit der Motor die Messung nicht beeinflusst. Doch die EU hat noch keine Regelung festgelegt, wie sie gegen Schummler vorgehen will. Bahlmann bezweifelt, dass hier jeder Billighersteller aus Fernost mit ehrlichen Karten spielt: "Wenn aus Ostasien schon ausgewiesene Sommerreifen mit M+S-Signet in den Markt gedrückt werden, lässt das für die Ehrlichkeit der Labeleinstufung zumindest Zweifel offen."

Ein weiteres Problem. Es ist absehbar, dass vor allem die Reifen der Premiumhersteller sehr schnell immer besser werden und damit an die oberen Grenzen des Zertifikats stoßen. "Vor ein paar Jahren verbesserte sich der Rollwiderstand eines Reifens von Generation zu Generation um ein bis drei Prozent. Heute liegen wir im zweistelligen Bereich", sagt Marco Gellings, Chefentwickler bei Continental. "Die Autohersteller üben enormen Druck auf die Reifenindustrie aus, weil sie ihre Verbrauchsziele erfüllen wollen." 2016 will die EU-Kommission die Vorgaben für die Einstufungen überprüfen. Damit es nicht zu einem solch verwirrenden Unfug wie bei Kühlschränken kommt, wo eine Note A+++ den Kunden mehr verwirrt als aufklärt.

Die Kategorien des EU-Reifenlabels

Rollwiderstand/Verbrauchseffizienz

  • A – G: geringer bis hoher Verbrauch
  • D: nicht belegt
  • Weniger Rollwiderstand bedeutet einen geringeren Verbrauch und damit weniger CO2-Ausstoß. Eine Verbesserung um eine Klasse bedeutet eine Spriteinsparung von etwa 0,1 Liter auf 100 Kilometer.

Nasshaftung/Bremsperformance

  • A – F: kurzer bis langer Bremsweg bei Nässe
  • D, G: nicht belegt
  • Entscheidend für die Sicherheit ist unter anderem, wie gut der Reifen bei Nässe haftet. Bei einer Vollbremsung aus 80 km/h auf nasser Straße beträgt der Unterschied zwischen zwei Einstufungen etwa ein bis zwei Fahrzeuglängen. Zwischen Klasse A und Klasse F liegt also eine Bremswegdifferenz von über 18 Metern.

Geräusch

  • Messwert in dB in drei Klassen.
  • Der Reifen hat einen enormen Anteil an den Geräuschemissionen eines Autos. Ein lautes Fahrzeug bedeutet weniger Komfort für die Passagiere und eine höhere Geräuschbelastung der Umwelt. Der Messwert nennt die Lautstärke eines im Leerlauf vorbeirollenden Autos. Je mehr schwarze Schallwellen, desto lauter der Reifen.

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Datum

24. Mai 2012
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