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Fahrbericht Audi A1: Zwei mal drei

Auch Audi fährt jetzt mit drei Töpfen: Der modellgepflegte A1 bekommt zwei Dreizylinder-Motoren, einen Diesel und einen Benziner. Der optische Eingriff fällt dagegen spärlich aus.

Wie heißt es so schön: Auf die inneren Werte kommt es an. Das trifft auch beim neuen Audi A1 zu. Denn beim Facelift konzentrierte sich Audi vorrangig auf die Motoren. Wer den neuen A1 vom alten unterscheiden will, muss schon genau hinsehen. Am ehesten ist der Unterschied an den nun rechteckig geformten Nebelscheinwerfern auszumachen. Innen geht’s etwas bunter zu, ein bisschen mehr Chrom und Klavierlack verstärken den ohnehin schon hochwertigen Eindruck des Cockpits.

Viel wichtiger aber: Den Einstieg markiert nun der Dreizylinder 1.0 TFSI für rund 14.000 Euro netto. Der Einliter-Motor werkelt schon im neuen VW Polo, Audi puscht ihn aber per Turbolader zwangsbeatmet auf 95 PS. Mitarbeiter, die es sportlich mögen, können Sie also beruhigen. Flink und überraschend laufruhig huscht der A1 durch den Cityverkehr, das typische Dreizylinder-Knattern verkneift er sich dabei. Auf den Sparbenziner mit 4,3 Liter Durchschnittsverbrauch müssen sich Flottenmanager und Fahrer allerdings noch bis zum Frühjahr gedulden.

1.4 TDI Ultra mit 3,4 Liter Normverbrauch

Vom Start weg im Februar liefert Audi den A1 dafür mit dem ebenfalls neuen Dreizylinder-Diesel aus, der bis dahin mit 16.134 Euro preiswerteste A1. Der 1.4 TDI Ultra bringt es auf 90 PS. Hat man das kleine Turboloch im Drehzahlkeller überwunden, zeigt sich der Selbstzünder recht lebendig. Audi gibt einen Mini-Verbrauch von 3,4 Litern (89 g CO2 / km) an. Weil der Kleine auf Drehzahlen gehalten werden will, dürfte dies in der Praxis nur schwer umzusetzen sein. Immerhin: Auf unserer zurückhaltend gefahrenen Testrunde zeigte der Bordcomputer genügsame 4,8 Liter an.

Wie der stärkere, kultiviert zu Werke gehende Vierzylinder 1.6 TDI (116 PS), ist auch der Selbstzünder mit drei Töpfen an eine präzise Fünfgang-Schaltung gekoppelt. Für knapp 1.500 Euro Aufpreis übernimmt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die Schaltarbeit, die ab sofort für alle Motorisierungen zu haben ist. Beim neuen, 192 PS starken Top-Benziner 1.8 TFSI ist es Serie. Aus der Preisliste verschwunden ist dafür der bisherige Zweiliter-Topdiesel mit 143 PS. Alle Motoren sind nun standardmäßig an eine Start-Stopp gekoppelt, was den Verbrauch laut Audi – trotz teilweiser Leistungssteigerung – um bis zu zehn Prozent senkt. Zudem erfüllen alle Motoren Euro 6.

Elektromechanische Lenkung und ein Folgekollisionsassistent
Die Preise sind minimal gestiegen. Dafür lässt sich der Kleine dank neuer elektromechanischer Lenkung leichter und zielgenauer ums Eck scheuchen. Das Fahrwerk ist insgesamt komfortabler ausgelegt. Damit dem A1 die Audi-typische Sportlichkeit nicht verloren geht, kann der Fahrer nun per Drive Select-Schalter Lenkung, Dämpfer und Motorcharakteristik dynamisch oder spritsparend ausrichten. Außerdem rüstet Audi jeden A1 ab Werk mit einem Folgekollisions-assistenten aus: Nach einem Unfall rollt der Audi nicht mehr unkontrolliert weiter.

Mitarbeiter, deren Budget noch nicht ausgereizt ist, können den A1 fast schon so exklusiv wie einen Mittelklassewagen ausstatten: Panoramaglasdach (756 Euro), Lederausstattung (1.932 Euro), MMI-Infotainment-System (2.008 Euro) mit Wlan-Hotspot und Bose-Soundsystem (584 Euro) sind nur ein kurzer Auszug der umfangreichen Sonderausstattung. Und dann gibt’s noch die ganzen Individualisierungsmöglichkeiten. Neu sind beispielsweise die Linien Sport und Design, die Flottenmanagern schnell ein schmerzhaftes Loch ins Portemonnaie brennen und das Budget sprengen können. Pfiffige Mitarbeiter werden Ihnen dann weismachen wollen: Wer schön sein will, muss leiden.

Autor

Foto

Alexander Herold

Datum

12. Dezember 2014
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