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Fahrbericht Audi A4 Allroad: Zu fein fürs Gelände?

Hochgebockt und eine rustikalere Optik: So kennen wir den Audi A4 Allroad bereits. Aber auch die Neuauflage wird wieder bevorzugt Asphalt unter die Räder nehmen. Obwohl es nun einen verbrauchsoptimierten, neuen Allradantrieb gibt.

Bei Audi geht es Schlag auf Schlag. Die Audi A4 Limousine und der Kombi sind gerade einmal ein gutes halbes Jahr im Handel, schon rundet der A4 Allroad das Programm ab und macht die Modellfamilie komplett. Weiterhin gibt sich der Neue nicht als vollwertiger Geländewagenersatz zu verstehen, sondern ist eher was für Dienstwagenfahrer, die auch schon mal über unwegsames Terrain zum Kunden müssen. Der Allradantrieb ist beim A4 Allroad immer Serie. Dazu wurde die Karosserie um 23 Millimeter angehoben und die Bodenfreiheit um 34 Millimeter erhöht. Und sollte es auf dem Weg über die unbefestigten Buckelpisten oder durch tiefe Pfützen einmal etwas dicker kommen, ist der A4 Allroad mit seinem Offroad-Modus gewappnet.

Der A4 Allroad zeigt sich im gewohnten Offroad-Look

Dahinter verbirgt sich ein Geländefahrprogramm, welches von der Motor- und Getriebesteuerung, über die Assistenzsysteme, bis hin zum ABS auf den Offroad-Einsatz abgestimmt ist. Natürlich gibt es auch Außendienstler, die den Offroad-Modus gar nicht brauchen, sondern eher auf die auffälligere Optik stehen. So ist der A4 Allroad gewohntermaßen bulliger im Auftritt als ein A4 Avant. Dazu zählen ein Stoßfänger vorne mit vertikalen Chromlamellen, ausgestellte Radhäuser in mattem schwarz, ein Unterfahrschutz und der angedeutete Heckdiffusor in Silber sowie die leicht erhöhte Dachreling. Serienmäßig rollt der A4 Allroad auf 17 Zoll großen Alu-Rädern.

Gediegenes Interieur mit digitalem Instrumentenfeld

Der Innenraum ist typisch A4, er ist hochwertig und glänzt auch beim A4 Allroad mit einer peniblen Verarbeitung. Wer mag, kann die analogen Instrumente gegen das virtuelle Cockpit austauschen. Eine durchaus lohnenswerte Investition. Zum Gegenwert von 420 Euro (alle Preise netto) findet der Fahrer nicht nur ein hochauflösendes Display in seinem direkten Blickfeld vor, sondern erhält für weitere 1.244 Euro eine kontrastreiche Google Earth-Navigation über die gesamte Monitorbreite. Im Preis des Top-Navis sind schon viele Connectivity-Lösungen integriert, wie unter anderem die Online-Funktion oder der WLAN-Hotspot.

Raumangebot wie beim A4 Avant

Gegenüber dem regulären Kombibruder A4 Avant muss der Allroad-Fahrer keinerlei Abstriche machen, denn das Platzangebot fällt genauso großzügig aus. Der Kofferraum schluckt ebenfalls 505 bis maximal 1.510 Liter. Die Laderaumabdeckung surrt elektrisch nach oben. Auch die Heckklappe öffnet und schließt beim Allroad serienmäßig elektrisch. Wird die schwenkbare Anhängerkupplung für 1.092 Euro geordert, ist der Anhängerassistent schon im Preis mit drin. Er unterstützt den Fahrer, wenn dieser das Gespann rückwärts einparkt. An seinen Haken nimmt der A4 Allroad je nach Motorisierung übrigens Lasten von bis zu 2,1Tonnen.

Der 163 PS-TDI startet zunächst nur mit S tronic

Der bei Außendienstlern so beliebte 2.0 TDI mit 163 PS kommt zur Markteinführung erst einmal nur mit der flink und sanft agierenden Siebengang-Doppelkupplung S tronic. Die handgeschaltete Variante folgt kurz darauf. Daher kostet der 163 PS-TDI S tronic genauso viel wie der kräftigere Diesel mit 190 PS und manueller Sechsgangbox, nämlich 37.605 Euro. Für den V6-TDI mit 272 PS steht dagegen serienmäßig eine Achtstufen-Wandlerautomatik im Angebot. Der Grund: Der Top-Diesel entfaltet ein gewaltiges Drehmoment von 600 Nm. Diese enorme Kraft bewältigt das Audi-Doppelkupplungsgetriebe derzeit noch nicht.

Neuer Allrad gibt im A4 Allroad seinen Einstand

Als erstes Fahrzeug in der Audi Modellpalette feiert ein neuer Allradantrieb im A4 Allroad seine Premiere. Der sogenannte Quattro-Antrieb mit Ultra-Technologie arbeitet bedarfsgerecht und schaltet erst in den 4x4-Betrieb um, wenn er auch wirklich gebraucht wird. Auf asphaltierten Straßen ist der Bayer deshalb zumeist mit Frontantrieb unterwegs. Klar, das können andere Hersteller auch, doch koppelt Audi nicht nur die Hinterräder ab, sondern gleich die Kardanwelle mit dazu. Das spart im Schnitt rund 0,3 Liter Sprit. Sollte die Traktion allerdings nachlassen, sind alle vier Räder innerhalb von 0,2 Sekunden wieder einsatzbereit.

Im Alltag bekommt der Fahrer vom ständigen Wechselspiel zwischen Front- und Allradantrieb überhaupt nichts mit. Alles geschieht sehr schnell, ruckfrei und unmerklich. Darauf achtet eine ausgeklügelte Software samt Steuerungssensorik. Das überhaupt etwas passiert, konnten wir auf einem extra für uns eingerichteten Display in unserem Testwagen feststellen. Beschleunigt der Fahrer stärker oder lenkt spontan ein, steht der Allrad in weiser Voraussicht direkt wieder Gewehr bei Fuß. Auf eine gesonderte Info-Anzeige im Cockpit wird Audi allerdings bei den Kundenfahrzeugen verzichten. Es würde den Fahrer nur unnötig ablenken, sei der Anlass. Auch ist der Ultra-Quattro vorerst nur im 2.0 TFSI serienmäßig verfügbar. Zunächst aus Kapazitätsgründen, so sagen die Ingolstädter. Nach und nach werden aber alle Allradler vom A4 bis A8 von der genügsameren Antriebs-Philosophie profitieren dürfen.

Das Fahrwerk erweist sich als schluckfreudig

Neu für den A4 Allroad und sehr empfehlenswert ist auch das Fahrwerk mit adaptiver Dämpferregelung. Die Mehrinvestition von 824 Euro lohnt sich. Nicht nur wegen der mehrfachen Einstellmöglichkeiten, denn mit dem adaptiven Fahrwerk fährt sich der hochgelegte Bayer überraschend komfortabel. Er meistert alle erdenklichen Nachlässigkeiten im Straßenbelag mit Bravour. Wer es lieber sportlich mag, ebenfalls kein Thema. Dazu genügt ein einfacher Knopfdruck auf den Infotainment-Regler MMI und der A4 Allroad mimt den Dynamiker. Insofern ist der Ingolstädter ein gelungener Allrounder geworden. Er macht auf dem Asphalt eine gute Figur und klettert – wenn es mal sein muss – auch schon mal ganz locker durch leichtes Terrain.

Autor

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Audi

Datum

14. April 2016
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