Audi S5 Coupé 20 Bilder Zoom

Fahrbericht Audi A5 Coupé: Schön wie eh und je

Im neuen A5 steckt viel Technik des Audi A4. Trotzdem hat das Coupé einen eigenen Charakter. Zum Glück.

Ein bisschen peinlich ist es schon, wie uns Passanten mit offenem Mund hinterher starren. Aber wir sind im neuen A5 unterwegs. Da fällt es schwer, anonym zu bleiben. Lange Haube, große Türen, knackige Schulterlinien und flach abfallendes Heck – die Grundform, die Walter de Silva 2007 dem Vorgänger auf den Weg gab, zieht auch beim neuen A5. Das Auto sieht eben verdammt scharf aus, vor allem, wenn wie bei unserem knallroten Zweitürer das S5-Logo auf dem Heck über den vier Endrohren prangt und der Wagen auf 18-Zöllern rollt. Keine Frage: Der technisch in vielen Punkten baugleiche Audi A4 ist fürs Business, der A5 für die Emotionen.

Unter der geschärften Karosserie des Coupés stecken ein komplett neues Fahrwerk sowie die Antriebstechnik des erst im Herbst 2015 eingeführten A4. Außerdem ist das Auto 60 Kilo leichter geworden. Dazu kommen bis zu 17 Prozent stärkere und fast ein Viertel sparsamere Motoren, ein Best of der gängigen Assistenzsysteme und die Online-Navigation. Optional gibt es das virtuelle Cockpit, das vor dem Fahrer auf Knopfdruck eine gestochen scharfe Google-Karte ausbreitet. Und die Passagiere surfen dank fest im Auto installierter SIM-Karte drei Jahre lang kostenlos und ohne Datenbegrenzung per Wlan und schneller LTE-Verbindung im Internet, sogar im Ausland. Vielfahrer können jede Menge Nettigkeiten dazu bestellen, die die lange Reise angenehm machen, vom Panoramaglasdach über Klimasitze bis zum beheizbaren Lenkrad.

Der 3.0 TDI ist der Knaller

Zum Marktstart im September 2016 hat der A5 als Basis-Diesel den 190 PS starken 2.0 TDI unter der Haube. Kostenpunkt: voraussichtlich knapp 35.000 Euro netto und damit rund 1.100 Euro mehr als bisher. Leise, kraftvoll, sparsam: Wer diesen Motor fährt, vermisst nichts.

Bis man in ein Modell mit dem neuen 3.0 TDI umsteigt. Die Audi-Ingenieure nennen ihn stolz ihr Hightech-Aggregat, mit ausgeklügeltem Thermomanagement und direkt am Motor angeflanschtem Stickoxid-Katalysator. Der grundsätzlich mit Allradantrieb gelieferte Sechszylinder läuft seidenweich. Schon die mit dem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelte und 218 PS starke Version hat mächtig Dampf. Doch richtig beeindruckend ist die Ausfahrt erst mit der 286 PS starken Variante. Beim Kickdown pressen brachiale 620 Nm Drehmoment die Passagiere ins Leder. Dieser Motor schiebt aus dem Leerlauf heraus, als gäbe es kein Morgen. Dabei hilft die bewährte Achtstufen-Wandlerautomatik von ZF, die Audi erstmals im A5 einsetzt. Deren kurz übersetzten unteren Gänge versetzen den Wagen in den Sprintmodus, während der lang ausgelegte achte Gang bei Tempo 130 die Nadel des Drehzahlmessers bei spritsparenden 1.500 Umdrehungen einfriert. Preis und Verbrauch kann Audi noch nicht nennen, doch um die 6,0 Liter/100 km dürften ohne Spaßverzicht machbar sein. So lässt sich der Einsatz des Sechszylinder-Diesels ohne weiteres im Firmenwagen des gehobenen Außendienstes rechtfertigen.

S5: Sechs statt acht Zylinder

Schwieriger wird das beim neuen S5, der das Fahrvergnügen nochmals toppt. Dessen Sechszylinder ersetzt künftig den V8 des Vorgängers. Aber dieses Downsizing funktioniert. Der ebenfalls mit der Achtgang-Automatik gekoppelte und 354 PS starke Benziner hat zwar nicht ganz den Punch des V6 TDI, ist aber oben heraus giftiger bei der Sache.

Spontane Gasannahme, Drehfreude, Grip bei jeder Witterung – der netto 53.000 Euro teure S5 Quattro katapultiert seine Insassen in 4,7 Sekunden auf 100 km/h und verbindet die Fahrleistung eines Sportwagens mit dem Komfort eines Gran Turismo. Denn mit der zweiten Generation bekommt die A5/S5-Baureihe erstmals ein adaptives Dämpfersystem. Erstaunlich, wie gut die elektronische Fahrwerksregelung arbeitet: Auf Knopfdruck scheinen die 18-Zöller über Gullideckel zu schweben, während sie sich im Sportmodus im Asphalt verbeißen.

So schafft das Coupé den Spagat zwischen Sport- und Geschäftswagen. Und wem die zwei Türen nicht reichen, für den schiebt Audi Ende 2016 wieder einen Sportback nach. Mit vier Türen, größerem Kofferraum, aber genauso scharfer Silhouette.

Autor

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Audi

Datum

22. Juni 2016
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