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Fahrbericht: Audi A8 L W12 6.3 FSI Quattro: Mit zwölf Zylinder auf Tour

Drei Jahre nach der Markteinführung hat Audi dem A8 ein Update spendiert. Neue Assistenzsysteme, eine markantere Optik sowie intelligente LED–Scheinwerfer sollen Begehrlichkeiten wecken. Wir haben in die Vollen gegriffen und den renovierten Luxusliner sogleich mit dickem Zwölfzylinder ausprobiert.

Mein Auto, mein Haus, mein Boot: Firmenchefs, Aufsichtsräte oder andere Wohlhabende haben es im Leben weit gebracht und sind im monetären Olymp angekommen. Da stellt sich natürlich die Frage nach dem entsprechendem Fahrzeug, der in der engeren Auswahl Siebener-BMW, S-Klasse oder Audi A8 heißen könnte.

Letzteren haben die Ingolstädter nun gründlich aufpoliert und ihn für seinen zweiten Lebenszyklus fit gemacht. Es war aber auch an der Zeit, schließlich hat Mercedes dieses Jahr sein Flaggschiff neu aufgelegt und der nächste Siebener ist schon für 2014 anvisiert. Nur logisch, dass Audi den A8 jetzt umfassend renoviert hat, um die Position unter den drei deutschen Nobelkarossen weiter zu festigen.

Natürlich erfüllt bereits ein A8 3.0 TDI für netto 62.605 Euro die meisten Bedürfnisse an das automobile Oberhaus mit Bravour. Wer aber im fast doppelt so teuren W 12 6,3 FSI quattro vorfährt, hat nicht nur das nötige Geld dazu, sondern zeigt auch, dass Vernunft nicht alles im Leben ist. An dem laufruhigen und flüsterleisen Zwölfzylinder hält Audi übrigens auch zukünftig fest, da besonders in den USA oder dem Wachstumsmarkt China die Nachfrage groß ist. Den 500 PS starken W12 gibt es ausschließlich in der Langversion. Er misst stattliche 5,27 Meter, das sind 13 Zentimeter mehr beim regulären A8. Was ihn geradezu zur Chauffeurs-Limousine qualifiziert.

Intelligente Scheinwerfer bringen mehr Sicherheit

Das Facelift der weitgehend aus Aluminium bestehenden Karosserie fiel behutsam aus. Mit ein paar Sicken und Kanten an Motorhaube sowie Stoßfängern wirkt der A8 nun etwas markanter. Dazu tragen ebenso die Scheinwerfer bei, die nun flacher und auf Wunsch in cleverer Matrix LED-Technologie (ab 672 Euro netto) lieferbar sind. In jedem Scheinwerfer befinden sich 25 kleine Leuchtdioden, welche entgegenkommende Fahrzeuge automatisch erkennen und einzeln angesteuert werden. Das Besondere dabei: die übrige Fahrbahn wird mit Fernlicht ausgeleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Da zudem das Navi die dynamischen LED-Scheinwerfer mit GPS-Daten versorgt, kann der A8 in Kurven früher in die Biegung hineinleuchten, da die Scheinwerfer den Straßenverlauf "erkennen".

Nachtsichtassistent erfasst Wildwechsel

Ist darüber hinaus der Nachtsichtassistent (1.849 Euro) mit an Bord, werden außerhalb geschlossener Ortschaften Personen am Fahrbahnrand bemerkt und gezielt drei Mal kurz angeblinkt, um das Auge des Fahrers auf die Situation zu fokussieren. Der mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Nachtsichtassistent erkennt neben Fußgängern und Radfahrern nun ebenso größere Wildtiere und warnt vor einer eventuell bevorstehenden Kollision. Die Ermahnung erfolgt akustisch wie optisch gleich doppelt. Zum einen über den Farbmonitor des Nachtassistenten, zum anderen über das neue Head-up-Display. Kostenpunkt der Frontscheiben-Projektion: 1.168 Euro inklusive weiterer fahrrelevanten Informationen.

Rollendes Wellness-Studio oder Büro? Der lange A8 ist beides

Dass die Automatik ihre acht Fahrstufen sanft sortiert, davon bekommt der Chef im langen W12 so gut wie nichts mit. Zudem sorgt die feinfühlig ansprechende Luftfederung dafür, dass seiner Frisur kein Haar gekrümmt wird. Der Boss sitzt währenddessen relaxt hinten rechts, verlängert den riesigen Fußraum auf XXL-Format, indem er vom Fond aus den Beifahrersitz elektrisch nach vorne manövriert und die Beine lang streckt.

Um sich abzuschotten kann er sein Abteil auf Knopfdruck mit den Sonnenrollos verdunkeln oder sich von den massierenden Einzelsitzen im Fond so richtig durchkneten lassen. Selbstverständlich lässt sich auch die Temperatur nach seinem Gusto vom Fond aus regulieren, dazu dient die breite Kommandozentrale in der Mittelkonsole seines Wellness-Tempels. Ist dagegen Arbeiten angesagt, ruft er im Internet die Börsenkurse ab oder informiert sich über das aktuelle Weltgeschehen über die an den Vordersitzen angebrachten TV-Monitore.

Extras ohne Ende, kaum Grenzen bei der Individualisierung

Wer aber denkt, dass all die Multimedia-Features beim gelifteten Topmodell A8 W12 6.3 bereits inklusive sind, der irrt. Denn der Grundpreis von netto 117.983 Euro lässt sich selbst der teure Zwölfender mit Sonderausstattungen ohne Anstrengungen locker um den Betrag einer Mittelklasselimousine hochschrauben. Mit unter anderem naturgegerbtem Leder, offenporigen Hölzern oder etwa einer Mini-Bar zwischen den Einzelsitzen im Fond sind den Wünschen scheinbar keine Grenzen gesetzt – das dürfte bei den betuchten Kunden aber auch keine großen Löcher ins Budget reißen.

Hinzu käme dann noch das nötige Kleingeld für den Chauffeur, der den Luxusliner pilotieren darf. Obwohl, so vehement und agil wie der A8 W 12 zur Sache geht, will der Chef bestimmt selbst den Fahrersitz erklimmen, um selbst in den Genuss der druckvollen 625 Nm zu kommen, die das Flaggschiff in nur 4,6 Sekunden auf 100 km/h pressen. Bei zügiger Fahrweise begnügt sich der edle A8 nur selten unter 15 Litern im Schnitt, das dürfte den solventen Entscheidungsträger aber wohl wenig stören.

Autor

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Audi

Datum

30. Oktober 2013
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