BMW X1 16 Bilder Video Zoom

Fahrbericht BMW X1: Nachwuchs für Familie X

Der kompakte SUV X1 ist ein Bestseller im BMW-Programm. Im Oktober kommt die zweite Generation, mit vertrauter Optik und neuen Motoren.

BMW hatte mal wieder den richtigen Riecher. Just als in den Fuhrparks das Gemaule über Sinn und Unsinn der großen SUV-Spritfresser los ging, präsentierten die Münchener 2009 noch vor Audi, Mercedes & Co. ihren kleinen Kompakt-SUV X1. Der sah zwar aus wie ein aufgebockter 1er, wurde jedoch mit bislang 730.000 Verkäufen ein Riesenerfolg, auch als Firmenwagen. Mit zeitgemäßen Kniffen und Kanten im Blech, neuen Motoren sowie dem kompletten Komfort- und Ausstattungsprogramm fährt nun im Oktober die zweite Generation als vollwertiges Mitglied der BMW X-Familie vor.

Ein paar Zentimeter mehr für Passagiere und Gepäck

Über fünf Zentimeter höher ragt der neue X1 jetzt mit knapp 1,60 Meter übers Geschehen, was dem 4,40 Meter kurzen SUV optisch mehr Präsenz verschafft und den Passagieren mehr Sitzhöhe und Übersicht. Karosserie und Proportionen orientieren sich stärker an den größeren X-Brüdern. Von vorn deutlich zu sehen an dem dreigeteilten Lufteinlass, den angeschnittenen Doppelrundscheinwerfern (als LED 832 Euro) und den zur gewölbten Niere zulaufenden Konturlinien.

Die keilförmige Seitenansicht wird von der abfallenden Dachlinie, dem zeitgemäßen Wechselspiel aus Lichtkanten und gespannten Flächen sowie der sich nach hinten verjüngenden Fenstergrafik geprägt. Schwarze Einfassungen am unteren Rand der Karosse und den Radausschnitten sowie der angedeutete Unterfahrschutz vorne und hinten geben den robusten Touch. Das Heck ist ähnlich wie bei den Touring- und Tourer-Modellen in die Breite gezogen mit typisch zweiteiligen L-Rückleuchten und überlappender Schürze. Schwarze, mit dem Dachspoiler bündig abschließende, seitliche Blenden betonen die sportliche Coupéform.

Innen gibt es gewohnte Optik

Vor allem aber glänzt das Interieur nun in gewohnter X-Optik. Übersichtlich, geordnet, fahrerorientiert, wie man es von einem BMW-Cockpit erwartet, findet man sich hier intuitiv zurecht. Hochwertige Materialien und Flächen, je nach Ausstattungslinie mit Leder, Alu oder Holz verfeinert, sowie geschmackvoll designte Details schaffen ein wohliges Ambiente. Ins Auge springt der iDrive-Bordmonitor, der serienmäßig 6,5 Zoll groß, eleganter aber als 8,8 Zoll großes Tablet aus dem Armaturenträger aufragt. Die Sitzposition wurde vorne um 3,6 Zentimeter, hinten um 6,4 Zentimeter angehoben. Was mickrig klingt, bedeutet in der Praxis eine erhabene Übersicht – zumindest nach vorn und zur Seite. Die schlechte Sicht nach hinten kompensieren Rückfahrkamera (336 Euro – alle Preise netto) oder Parkpieper (378 Euro).

Auf den Rücksitzen gibt es dreieinhalb bis sechseinhalb Zentimeter mehr Beinfreiheit als vorher, je nachdem wie die bis zu 13 Zentimeter verschiebbaren Sitze (252 Euro) eingestellt sind. Hat man die Option angekreuzt, können auch die serienmäßig dreigeteilten Lehnen auf Knopfdruck elektrisch vom Kofferraum aus geklappt werden. Dessen Volumen wuchs ebenfalls um knapp 85 auf ansprechende 505 Liter, das bis maximal 1.550 Liter vergrößert werden kann. Mit einem Fußkick unter den Heckstoßfänger (und 630 Extra-Euros) lässt er sich sogar berührungslos öffnen.

Firmenwagen mit drei Zylindern? Warum nicht!

Komplett neu oder teilweise erneuert ist das Motorenprogramm, in dem wie auch schon beim aktuellen 3er BMW auch die neuen Dreizylinder zu finden sind. Zur Markteinführung im Oktober trauen sich die Münchener jedoch vorerst nur mit Zweiliter-Vierzylindern aus dem Haus, wahlweise mit Front- und Allradantrieb. Topmodell bei den Benzinern ist der X1 xDrive25i mit 231 PS  ab Werk mit der schnell und komfortabel schaltenden Achtgang-Automatik ausgestattet, die den bereits ab 1.250 Touren einsetzenden Punch von 350 Nm wohl sortiert zu zügeln weiß. Nach flotten 6,5 Sekunden sind Tempo 100 erreicht, wobei man dann den Normverbrauch von 6,4 bis 6,6 Liter (149 – 152 g/km CO2), wie wir er-fuhren, getrost vergessen kann. Gut einen halben Liter weniger soll es bei der auf 192 PS (141 kW) abgeschwächten Version desselben Motors im X1 xDrive20i, ebenso serienmäßig mit 8-Gang-Steptronic-Getriebe, sein.

Das können die drei Selbstzünder mit Leistungen von 150, 190  und 231 PS selbstverständlich besser. Sogar der größte Diesel xDrive 25d unterbietet den kleinen Benziner mit Normwerten von 5,0 (132 g CO2) noch um rund einen Liter. Ohne deshalb den Schleicher zu mimen. Mit 450 Nm ab 1500 Touren und 6,6 Sekunden für den Standardsprint steht er dem Top-Benziner in nichts nach. Auch hier leitet die Achtgang-Automatik das ungestüme Temperament in verkehrsverträgliche Bahnen. Bei den Modellen X1 xDrive20d und sDrive18d wurde die Leistung um jeweils neun auf 190 und 150 PS gesteigert.

Voraussichtlich im November werden dann die Dreizylinder-Modelle X1 sDrive18i mit 136 PS und sDrive16d mit 116 PS als jeweilige Einstiegsversionen angeboten. Beide ab Werk mit Sechsgang-Schaltgetriebe, das dann nur gegen eine 6-Gang-Steptronic getauscht werden kann. Allen gemein ist ein sauber ausbalanciertes, sportliches Fahrverhalten mit einer idealen 50:50-Gewichtsverteilung, komfortbetonten Federung und fein dosierten Lenkung. Erstmals sind elektronisch geregelte Dämpfer (420 Euro) sowie eine variable Sportlenkung (210 Euro) im Angebot. Man darf gespannt sein, wie sie sich im Alltag bewähren. Im 1er jedenfalls istder Verzicht auf den vierten Topf durchaus verschmerzbar.

Ohnehin steht dem neuen Kompakt-SUV als vollwertiges Mitglied der X-Familie – vorausgesetzt der Kunde zahlt – das komplette BMW-Ausrüstungsregal zur Verfügung. So erscheint beispielsweise erstmals im X1 ein echtes Headup-Farbdisplay in der Front-scheibe (2261 Euro, nur in Verbindung mit Navigation plus). Neu ist auch die gesamte Armada an Assistenzsystemen, inklusive Spurverlassenswarner, City-Notbremse, Fernlichtautomatik, Tempolimiter und zusätzlicher 5,7 Zoll-Display im Kombiinstrument (546 Euro) plus Abstands-Tempomat und Stauassistent (1.176 Euro). Dazu gibt es wie üblich weitere Komfort- und Ausstattungsfunktionen, etwa die bereits vom BMW- Marketing zusammen gestellten Modell-Lines Advantage, xLine, Sport-Line oder M Sport über Panorama-Schiebedächer (1050 Euro) und elektrische Sitzverstellung (798 Euro) bis zu 19-Zoll-Leichtmetallräder (1176 Euro) und Connected-Drive-Services (588 Euro plus mind. Navigation, 798 Euro).

Dagegen wirken die Basispreise fast schon moderat. Ab Oktober startet der günstigste X1 als vorläufiges Diesel-Basismodell sDrive18d mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe ab 27.647 Euro netto. Die Benziner-Versionen sind vorerst ab 31.597 Euro für den xDrive20i mit Steptronic zu haben. Mit 35.714 Euro stehen sowohl Benziner-Tomodell xDrive25i wie Diesel-Pendant xDrive25d in der M Sport-Variante als aktuell teuerste Varianten in der Liste. Wenn im November der Basis-Benziner kommt, sinkt der Einstiegspreis auf 25.168 Euro.

Autor

Foto

BMW

Datum

28. Juli 2015
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres