Citroen C3 14 Bilder Zoom

Fahrbericht Citroën C3: Verführung à la francaise

Hoher Fahrkomfort, viele Fahrerassistenten und ein erfrischendes Design: Mit dem neuen Citroën C3 kehren die Franzosen zu ihren Wurzeln zurück.

Der C3 ist bei Citroën das beste Pferd im Stall. Seit seiner Markteinführung 2002 gingen über 3,5 Millionen Exemplare über den Ladentisch. Das sind rund 20 Prozent aller Verkäufe der Franzosen, somit gilt er als das wichtigste Modell der Marke mit dem Doppelwinkel. Praktisch und wendig war der Kleine ja schon immer, mit der dritten Generation kommt jetzt ein gewaltiger Schuss Extravaganz hinzu.

Der C3 nimmt Anleihen vom C4 Cactus auf

Optisch hat der neue C3 das klassische Kleinwagensegment verlassen und trägt Anleihen vom größeren Bruder C4 Cactus. Damit wirkt er nun wie eine Mischung aus Crossover und kurzem SUV. An seiner ausladend breiten Frontpartie blinzeln schmale LED-Tagfahrlichter. Eine Etage tiefer sitzen die großen Hauptscheinwerfer, ganz unten dann die Nebelscheinwerfer. Den bulligen Auftritt unterstreichen große 17-Zoll-Räder, das rundliche Heck verleiht dem C3 einen coolen, wenn nicht sogar einzigartigen Look. Gegen unschöne Beulen oder Kratzer in engen Parklücken ist der smarte Fünftürer mit seinen markanten Airbumps an den Türflanken gewappnet. Und neben einem schicken Design spielt nun auch die Personalisierung eine große Rolle. Citroën bietet seinen Kleinen in insgesamt 36 frei kombinierbaren Karosserie- sowie Dachlackierungen an. So kann sich jeder Dienstwagenfahrer sein Auto nach eigenem Gusto gestalten.

Frischer Pep im Innern

Auch beim Innenraum schlagen die Franzosen einen neuen Weg ein. Das nahezu waagerecht verlaufende Cockpit schmücken farbenfrohe Verzierungen in Kombination mit stoffähnlichen Materialien. Ausladende Zuziehschnallen in den Türen sollen den äußeren Offroad-Look auch nach innen tragen. Aber der C3 ist nicht nur verspielt, sondern recht praktisch und bietet ein reichhaltiges Sortiment an Ablagemöglichkeiten. Hinzu kommt ein gutes Platzangebot vorne mit ungewöhnlich breiten Sitzen. Das überproportional geschnittene Mobiliar ist für einen Kleinwagen schon recht ungewöhnlich, sorgt aber für gebührende Bequemlichkeit auch wenn es so manchem Außendienstler dafür an Seitenhalt fehlt. Frei von jeglicher Kritik ist dagegen das Multifunktionslenkrad, welches mit seinem weiten Verstellbereich nahezu jedem Fahrer eine ordentliche Sitzposition bietet. Hinten ist soweit ebenfalls alles in Ordnung. Hier fühlen sich Kollegen bis zu einer Größe von 1,85 Metern noch einigermaßen gut untergebracht.

Viele Fahrerassistenten schon ab Werk

Citroën bietet den C3 in den drei Ausstattungsversionen Live, Feel und Shine an. Wobei die Basisversion Live schon mit Spurhalter, Müdigkeitswarner sowie Verkehrsschilderkennung überraschend viele Fahrerassistenten werksseitig mitbringt. Das ist für einen Kleinwagen schon außergewöhnlich spendabel. Allerdings sind beim Basismodell für 10.076 Euro (alle Preise netto) bis auf eine optionale Klimaanlage oder ein Radio für 1.000 Euro Aufpreis nur wenig weitere Extras lieferbar. Darum lohnt es sich in die nächst höhere Version Feel für 1.429 Euro mehr zu investieren. Hier sind die erwähnten Dinge schon Serie, während das Modell Shine mit unter anderem Klimaautomatik und sieben Zoll großem Touchscreen fast schon ausgestattet ist wie ein Großer. Gegen einen Zuschlag von 756 Euro bietet der Monitor eine Navigation in Echtzeit oder koppelt Smartphones via Mirrorlink ans Bordnetz an.

Bordkamera als Weltneuheit

Als erster Hersteller bietet Citroën für den C3 eine unter dem Innenspiegel platzierte Bordkamera an. Die kann während der Fahrt per Knopfdruck Fotos schießen oder Full-HD-Videos mitschneiden. Anschließend lassen sich die Bilder mittels App auf das Smartphone herunterladen und an Freunde oder soziale Netzwerke verschicken. Nun gut, wer´s mag. Darüber hinaus dient die 252 Euro teure Cam nicht nur dem Spaß, sondern zeichnet bei einem schweren Unfall automatisch ein Video auf. Dieses geschieht 30 Sekunden vor dem Aufprall und bis zu einer Minute danach. Vielleicht hilfreich, auch wenn die Rechtslage zu selbst gedrehten Unfall-Videos in Deutschland noch nicht geklärt ist.

Fünf Motoren stehen zur Wahl

Bei den Motoren setzt Citroën auf Bewährtes aus dem Modellprogramm. Es gibt drei Dreizylinder-Benziner mit einer Leistung von 68, 82 und 110 PS sowie zwei BlueHDi-Diesel mit 75 und 99 PS. Die Selbstzünder standen zur ersten Ausfahrt noch nicht bereit, darum mussten zur ersten Ausfahrt die beiden kräftigeren Benziner erst einmal ran. Der 1,2-Liter-Motor mit 82 PS startet bei 10.832 Euro und liefert ausreichende Kraftreserven. Auch die einfach zu handhabende Fünfgang-Box gefällt. Der Citroën bietet einen angenehmen Fahrkomfort und meistert Unebenheiten souverän. Für die allzu flotte Kurvenhatz ist der C3 jedoch nicht gedacht, denn seine Lenkung arbeitet zwar überaus leichtgängig, fühlt sich aber zu schwammig an.

Lobenswert: Citroën gibt den Real-Verbrauch an

Geht es um den Kraftstoffkonsum, spielen die Franzosen mit offenen Karten. Zwar gibt Citroën in den Preislisten ebenfalls die Verbrauchswerte nach der aktuellen EU-Norm an. Diese dienen aber lediglich der Vergleichbarkeit mit anderen Konkurrenzmodellen und spiegeln oftmals nicht die Realität wider. Deshalb führen die Franzosen seit geraumer Zeit auch eigene Messungen unter Alltagsbedingungen durch und veröffentlichen diese. Beim gefahrenen 82-PS-Benziner liegt dieser Wert (anstelle von 4,7 Litern laut NEFZ-Norm) bei genau 6,0 Litern. Durchaus glaubhaft, denn unsere Messung ergab mit 6,3 Litern nur geringfügig mehr, was wohl eher an unserer gewählten Teststrecke über bergige Schnellstraßen und Autobahnen lag.

Den Top-Benziner gibt es auch mit Automatik

Wer ohnehin größere Überlandfahrten bewältigen muss, sollte zum kräftigeren Turbobenziner mit 110 PS greifen. Er hinterlässt einen munteren Eindruck, bietet flotte Fahrleistungen und bleibt unaufdringlich leise. Einziges Manko: Den Top-Benziner gibt es nur als höchste Ausstattungsstufe Shine, die bei hohen 15.118 Euro beginnt. Auf Wunsch ist der PureTech 110 auch mit einer Wandler-Automatik erhältlich. Sie wechselt sanft und ruckfrei ihre sechs Fahrstufen und trägt zum entspannenden Charakter des gemütlichen Franzosen bei. Der Automat kommt im März 2017 auf den Markt, daher liegt der genaue Aufpreis noch nicht fest, er dürfte aber bei rund 1.300 Euro liegen.

Autor

Foto

Citroen

Datum

14. Oktober 2016
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