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Fahrbericht Hyundai i30: Den Golf im Visier

Die zweite Generation des Hyundai i30 rollt im März 2012 zu den Händlern. Wie sein Vorgänger wurde der asiatische Golf-Konkurrent wieder einmal in Europa designed und entwickelt. Bei Qualität und Anmutung hat er mit imposanten Schritten zugelegt.

Made in Korea? Nicht wirklich. Auch die Neuauflage des Hyundai i30 ist wieder durch und durch ein waschechter Europäer. So stammen Styling und Motorentechnik aus dem hauseigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, im tschechischen Nosovice rollt er vom Band. Soviel zu den Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger mit denen er im Grunde genommen gar nicht mehr vergleichbar ist. Das beginnt schon beim Design. Keine Spur mehr von asiatischem Barock, der i30 Nummer zwei zeigt sich schnörkellos und modern.

Verarbeitung auf Niveau der deutschen Konkurrenz

Spätestens beim Entern des Innenraums bemerkt man, welche enormen Entwicklungssprünge die Südkoreaner bei ihrem kompakten Bestseller gemacht haben. Der i30 empfängt seine Gäste mit weichen Oberflächen und einer peniblen Verarbeitung. Zwar liegt die Materialqualität noch nicht ganz auf dem Niveau seines anvisierten Erzrivalen VW Golf, kommt ihr aber schon bei Haptik und Optik sehr nahe. Gleiches gilt in Sachen Funktionalität. Die klar gezeichneten Rundinstrumente lassen sich einfach ablesen und alle Schalter befinden sich dort, wo man sie auf Anhieb vermutet.

Viel Platz im Innenraum

Obwohl die Karosserie im Vergleich zum alten i30 nur unmerklich gewachsen ist, gibt es vorne wie hinten mehr Bewegungsfreiheit. Die bequemen Vordersitze passen großgewachsenen Europäern, denen nun mehr Platz überm Scheitel bleibt. Am deutlichsten aber legte der Gepäckraum zu, welcher mit 378 Litern Fassungsvermögen eine kleine Reisetasche mehr schluckt als bei seinem Wolfsburger Pendant. Die Sicherheitssausstattung ist komplett. Ab der Trend-Variante gehört selbst ein Fahrerknieairbag zum Lieferumfang, einzig die Basisversion Classic muss auf ihn verzichten.

Diesel sind harmonischer als die Benziner

Insgesamt fünf Motoren, von 90 bis 135 PS, sorgen für den Antrieb. Darunter ist auch ein besonders sparsames Modell mit der Bezeichnung i30 blue. Der Turbodiesel mit 128 PS soll mit unter anderem Start-Stopp-Automatik und Leichtlaufreifen nur 3,7 Liter verbrauchen und gerade mal 97 g/km CO2 emittieren. Zum ersten Kennenlernen wählten wir zunächst den Top-Benziner. Er schöpft seine Kraft aus 1,6-Litern Hubraum und bringt es auf 135 PS. Kultiviert geht der Direkteinspritzer ans Werk, entwickelt aber erst ab 4.500 Umdrehungen so richtig Schub und klingt dann etwas kernig. Wesentlich harmonischer arbeitet der hubraumgleiche CRDi-Turbodiesel mit 128 PS, der seine Kraft gleichmäßig auf die Straße bringt und darüber hinaus mit geschmeidiger Laufruhe gefällt. Die Schaltarbeit macht hingegen bei beiden Freude, da sie mit kurzen Wegen und präziser Führung begeistert.

Über einen Schalter kann man die Lenkkraftunterstützung (Comfort, Normal und Sport) verändern. Ob man die drei Kennlinien-Einstellungen beim Fahren wirklich braucht, bleibt jedem selbst überlassen und ist eher Geschmackssache. Da die Lenkung im Comfort-
Modus zu leichtgängig agiert, blieb die so genannte Flex Steer-Funktion meist in Normal-Position. Exakt folgt der i30 seinem auferlegten Kurs, einzig um die Mittellage könnte elektrische Servolenkung etwas mitteilsamer sein. Übrigens der einzige Kritikpunkt, denn auch das  größte Manko seines Vorgängers bügelt der Neue im wahrsten Sinne des Wortes glatt. Gar nicht mehr hölzern, sondern richtig nachgiebig steckt er die meisten Unebenheiten einfach weg und glänzt, trotz straffer Grundabstimmung mit komfortablen Eigenschaften.

Es gibt noch weitere gute Botschaften zu berichten, denn es bleibt nicht mehr nur beim Fünftürer. Im Sommer folgt erstmalig eine Kombiversion und zum Jahresende kommt der dreitürige i30. Hyundai gibt auf den kompakten Euro-Koreaner fünf Jahre Garantie, das dürfte nicht nur Fuhrparkmanagern gefallen. Taxen und Mietwagen sind von dieser Regelung allerdings ausgenommen. Für sie gilt ein dreijähriges Garantieversprechen.

Technische Daten Hyundai i30
Hyundai i30 1.4 CRDi 1.6 CRDi 1.6 CRDi 1.4 1.6
Hubraum (cm³) 1.396 1.582 1.582 1.396 1.591
Zylinder 4 4 4 4 4
Leistung kW (PS)/min 66 (90)/4.000 81 (110)/4.000 94 (128)/4.000 73 (99)/5.500 99 (135)/6.300
Drehmoment (Nm/min) 220/1.500 260/1.900 260/1.900 137/4.200 164/4.850
0–100 (s) 13,5 11,5 10,9 13,2 9,9
V-max (km/h) 170 185 197 182 195
Verbrauch (l/100 km) 4,1 D 4,1 D 4,1 D 6,0 S 5,7 S
CO2 (g) 109 108 108 139 134
Kofferraum (l) 378 - 1.316 378 - 1.316 378 - 1.316 378 - 1.316 378 - 1.316
Zuladung (kg) 434 425 434 439 421
Preis (Euro) 14.957 17.235 20.008 13.319 16.277
Betriebskosten* (ct/km) 49,9/32,4 53,1/34,5 56,4/36,8 48,7/33,4 53,4/36,7

* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.
Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: 02.03.2012

Autor

Foto

Hyundai

Datum

2. März 2012
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