DS4 Crossback 8 Bilder Zoom

Fahrbericht DS4 Crossback: Edler Asphalt-Cowboy

Citroëns Nobelmarke DS Automobiles hat den DS4 überarbeitet und ihm erstmals einen Ableger zur Seite gestellt: Der DS4 Crossback kommt im robusten Offroad-Outfit.

Nein, der DS4 nutzt zwar die technische Plattform des Citroën C4, aber gewöhnliche Massenware von der Stange will er nicht sein. Eher ein exklusives Fahrzeug mit Premiumanspruch. Hierzu haben die Franzosen eigens im letzten Jahr DS Automobiles gegründet. Mit der jungen Citroën-Tochter soll an die Tradition vergangener Tage angeknüpft werden. So wie bei der legendären DS von 1955. Die Göttin (Déesse) setzte damals mit einem avantgardistischen Design und hydropneumatischer Federung neue Maßstäbe. Inzwischen zählt die alte DS zu einem Meilenstein der Automobilgeschichte.

Etwas straff, aber mit gefälligen Proportionen

Der DS4 und der DS4 Crossback sollen die Fährte der ehrwürdigen Göttin aufnehmen. Auf das wie auf Watte schwebende Hydropneumatikfahrwerk verzichten beide Neuzugänge. Stattdessen gibt es eine sportlich-straffe Stahlfederung, die manchmal auf der Hinterhand etwas bockig anspricht.

Ein feinfühligeres Händchen hatten die Franzosen dagegen beim Design. Sowohl der DS4 als auch der DS4 Crossback wirken stimmig und wohlproportioniert. Im chromumrandeten Kühlergrill prangt kein Doppelwinkel mehr, sondern selbstbewusst das DS-Markenlogo. Es strahlt so präsent als wolle das Auto sagen: "Schaut her, ich bin was ganz Besonderes". Der Name Citroën ist indes bei beiden Autos verschwunden, um deren Exklusivität zu unterstreichen.

Der DS4 Crossback setzt eigene Akzente

Die Frontpartie wurde neu gestaltet und beherbergt in den Scheinwerfern eine Mixtur aus Xenon und LED. Insgesamt 84 LED-Dioden funkeln jeweils am DS4 und DS4 Crossback, angefangen beim Abblendlicht, über die Nebelscheinwerfer, den Rückleuchten bis hin zum Blinker mit dynamischem Lauflicht.

Obwohl die beiden DS-Modelle unter dem Blech wie auch beim Raumangebot absolut identisch sind, gehen sie optisch eigene Wege. Beim DS4 Crossback ragt die Karosserie um drei Zentimeter höher in den Himmel. Er fährt mit einer kraftvollen Optik vor. Die seitlichen Flanken sind mit breiteren Schwellern garniert, schwarze Applikationen an der Frontschürze sowie den Radläufen setzen weitere Akzente. Ebenso spendierten die Franzosen ihrem DS4 Crossback zusätzlich eine silberne Dachreling als exklusives Accessoire. Der Aufpreis für den DS4 Crossback beträgt 1.261 Euro netto. Mit seinem Trekking-Look erweckt er den Eindruck als wolle er gleich den nächsten Berg erklimmen. Die Optik ist, was hier zählt, Allrad steht nicht zur Debatte.

Graziöser Luxus mit Vollleder, aber alles zu seinem Preis

Auf den vorderen Plätzen bietet der DS4 Crossback ein gutes Platzangebot und das Interieur wirkt gediegen. Die elektrisch verstellbaren Ledersitze sind bequem und die Massagefunktion knetet emsig den Rücken durch. Dass die Franzosen viel Liebe ins Auto investiert haben, beweist das mit Nappaleder bespannte Cockpit. Die Tierhaut wurde sorgsam in Handarbeit vernäht und anschließend aufgespannt. Das Finish wirkt edel, geht aber auch ins Geld. Allein das Vollleder belastet das Budget mit 4.320 Euro netto. Überhaupt kostet der meiste Luxus extra und muss sich stellenweise genauso teuer erkauft werden, wie bei den deutschen Premium-Autoherstellern.

Vernetzt mit Apple CarPlay

Die weit ins Dach reichende Panorama-Windschutzscheibe mit ihren in der Höhe verschiebbaren Sonnenblenden ist dagegen Serie. Sie durchflutet den Innenraum mit viel Licht. Der sieben Zoll große Touchscreen-Monitor ist groß genug und lässt sich einfach bedienen. Darüber hinaus sind die beiden DS-Modelle die ersten im PSA-Konzern (Citroën/Peugeot), die mit CarPlay ausgerüstet sind. Über CarPlay kann Apples iPhone mit dem DS vernetzt werden, beispielsweise zur Sprachsteuerung. Aber auch Android-Smartphones lassen sich ins System einbinden, um etwa Apps auf dem Fahrzeugdisplay darzustellen.

Im Fond geht es richtig eng zu

Dass der DS4 Crossback eher ein viertüriges Coupé als ein vollwertiger Kompakter ist, wird spätestens beim Einfädeln auf die hintere Rückbank klar. Die hintern Pforten sind schmal und erfordern beim Entern des Fondabteils ein gewisses Maß an Gelenkigkeit. Einmal Platz genommen, bekommen große Gäste Beklemmungen. Auf der Rückbank fehlt es an Kniefreiheit und die Luft bis zum Dach ist gering. Der DS4 Crossback ist eher ein 2+2-Sitzer und im Fond mehr einer für die Kurzstrecke oder den heranwachsenden Nachwuchs. Wenig schön ist ebenfalls, dass sich die Fenster im Fond nicht versenken lassen. Da bleibt, neben der Bitte an die Mitreisenden die Vorderscheibe zu öffnen, nur noch die serienmäßige Klimaanlage als Frischluftlieferant.

Reduziertes Motorenangebot beim DS4 Crossback

Unterschiede gibt es auch auf der Antriebsseite. Während für den DS4 insgesamt sechs Motoren lieferbar sind, ist das Angebot beim DS4 Crossback auf die Hälfte reduziert. So sind neben dem netto 21.420 Euro teuren Dreizylinder-Benziner PureTech 130 noch zwei Diesel im Angebot. Der Blue HDi 120 beginnt bei 23.101 Euro, der BlueHDi 180 kostet 26.378 Euro.

Der stärkste Selbstzünder im Programm nimmt kultiviert und leise seine Arbeit auf. Die serienmäßige Automatik wechselt sanft durch das Sechs-Gänge-Menü. Der Turbodiesel steht mit 180 PS sowie 400 Newtonmetern Drehmoment gut im Futter und legt schon aus niedrigen Drehzahlen munter los. Dennoch mag der DS4 Crossback lieber das gemütliche Cruisen, was sowohl der Beschleunigungssprint von Null auf Hundert in gemächlichen 9,3 Sekunden wie auch seine etwas indirekt ansprechende Servolenkung belegen. Der schicke Franzose leistet sich zwar kleinere Schwächen, dennoch ist der edle Kompakte eine erfrischende Alternative im Segment. Wenn auch keine günstige.

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DS

Datum

10. November 2015
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