Fiat 500L 2017 17 Bilder Zoom
Foto: Fiat

Fahrbericht Fiat 500L (2017): Facelift für den Italo-Van

Einer der Letzen seiner Art: Fiats  Minivan 500L rückt optisch an den 500er heran, wird hübscher, sicherer – und günstiger.

Minivans haben’s schwer heutzutage. Wo alle Welt nur noch SUV fahren will, sind die praktischen und vielseitigen Universal-Transporter für Firma, Familie und Freizeit im Wortsinne abgemeldet. Einer der wenigen Vertreter der einstigen Trendgattung ist der Fiat 500L, den die Italiener fünf Jahre nach dessen Debüt noch einmal rausgeputzt haben. Neben den üblichen Retuschen an Front und Heck wurde der Raum-Fahrer der 500er-Familie in Sachen Infotainment und Assistenzsysteme auf den neusten Stand gebracht. Dazu gab es neue Bezeichnungen für die verschiedenen Karosserieversionen. Das Beste aber: Die Preise wurden um mindestens 1.260 Euro (alle Preise netto) gesenkt. Die Basisversion startet nun bereits ab 13.857 Euro.

Bicolor-Lackierung und neues Infotainmentsystem

Im Vergleich zum Vorgänger sollen 40 Prozent aller Bauteile erneuert worden sein. Zu sehen ist davon kaum etwas. Die Front rückt mit den elliptischen Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht stilistisch näher an den zweitürigen Namensgeber der Modellreihe. Chromelemente in den Einfassungen, im unteren Teil des Kühlergrills, der an den Tipo erinnert, sowie am Heck geben einen eleganten Touch. Vor allem in den Bicolor-Versionen (plus 840 Euro) mit glänzend schwarzem, weißem und nun auch mattschwarzem Dach sowie entsprechend lackierten Felgen und Außenspiegelkappen macht die „Baby-Limousine“ (wie Fiat wirbt) einen pfiffigen und modernen Eindruck.

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Der stylishe Look setzt sich im Innenraum fort, in dem vor allem die überarbeitete Armaturentafel ins Auge fällt, die in der Basisversion in Karosseriefarbe lackiert ist. Verchromte Einsätze finden sich nun auch im Lenkrad. Im Kombiinstrument zeigt ein 3,5-Zoll großes TFT-Display, flankiert von Tacho und Drehzahlmesser, Bordinfos und Fahrhinweise. Audio und Infotainment werden über Fiats Uconnect-System mit 7-Zoll-Touschscreen (Topausstattung Lounge oder 210 Euro) gesteuert, in das sich auch Apple- und Android-Smartphones (168 Euro) TomTom-Navisystem (504 Euro) sowie ein Highend-Soundsystem mit 520 Watt (580 Euro) integrieren lassen. Auch in Sachen Sicherheit haben die Italiener nachgelegt. Ein autonomer City-Notbremsassistent verhindert bis Tempo 30 Kollisionen und Rempler per Notbremse.

Drei Varianten, drei längen

Wie bisher gibt es den 500L in drei Karosserievarianten und -längen, die nun mit 4,24 Meter Urban, mit 4,28 Meter Cross (statt Trekking) und mit 4,38 Meter Wagon (statt Living) heißen. Schon die ersten beiden Versionen sind geräumig und bequem, machen mit 2,61 Meter Radstand vorne wie hinten variabel Platz für Mensch und Material. Der Schalthebel ist höher platziert und liegt besser in der Hand. Sind die Rücksitze ganz nach vorn geschoben, entsteht ein 455 Liter großer Kofferraum. Werden die Lehnen umgeklappt und mitsamt der Sitzflächen nach vorn gefaltet, werden 1.480 Liter daraus. Der 14 Zentimeter längere Wagon ist auch als Siebensitzer zu haben, wobei die hinteren Plätze aber nur Kindern zuzumuten sind. Besser man nutzt ihn als Fünfsitzer, dann räumt er sogar 638 bis 1.784 Liter Gepäck weg.

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Der Cross, dessen Vorgänger mit rund 60 Prozent die beliebteste Variante stellte, fährt mit 25 Millimeter höherer Bodenfreiheit, wuchtigen Stoßfängern, Flanken- und Unterfahrschutz sowie einer erweiterten Traktionskontrolle. Über einen Drehknopf in der Mittelkonsole wird in der Stellung Traction+ an der Vorderachse eine Differenzialsperre simuliert, indem bei rutschigen Passagen auf Schnee oder Schotter das durchdrehende Rad abgebremst und mehr Drehmoment auf das haftende Rad geleitet wird. Als weitere Funktion bietet der Drive Mode Selector eine Bergabfahrhilfe, die bei Manövern in abschüssigem Gelände ebenfalls per radselektivem Bremseingriff für konstantes Tempo sorgt. Einen klassischen Allradantrieb gibt es für den Cross nach wie vor nicht.

Besonders sparsame Erdgas-Version

Auch die Motoren bleiben wie gehabt. Bei den Dieselmotoren mit 95 und 120 PS zeigt der größere der beiden im doppelten Sinne eine saubere Leistung. Mit 320 Nm Drehmoment zieht der 1.6 16V Multijet den Wagen auch voll beladen kräftig von der Ampel weg und wechselt im urbanen Gewusel munter die Spuren. Mit kombinierten 4,2 Liter nach Norm und 112 g/km CO2 erfüllt er dazu noch die Euro 6-Abgasnorm. Viel schneller ist auch das mit 120 PS gleich starke Benziner-Pendant nicht, auch wenn er dabei konstruktionsbedingt auffallend leiser und laufruhiger zu Werke geht. Der 1,4-Liter-Turbobenziner beschleunigt in knapp 10 Sekunden auf Tempo 100, bleibt in der Endgeschwindigkeit mit 189 km/h gleichauf mit dem Selbstzünder, braucht dafür aber an der Zapfsäule gut zweieinhalb Liter mehr.

Wer sparsamer unterwegs sein will, muss zum Zweizylinder-Turbo mit 105 PS greifen, den es außerdem noch als bivalente Erdgas-Variante mit weniger Leistung (80 PS), aber dafür vorbildlichen Abgaswerten (105 g/km CO2) gibt. Jedoch muss man lange fahren, bevor sich dessen Anschaffungspreis amortisiert. Denn die CNG-Variante kostet mindestens 16.546 Euro, deutlich mehr als das Benziner-Topmodell (ab 15.748 Euro) und fast so viel wie der Top-Diesel (ab 17.008 Euro). Die Wagon-Variante kostet jeweils 420 Euro, die Version Cross, wenn auch mit etwas mehr Ausstattung, stolze 1.681 Euro mehr.                                               

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Datum

7. Juli 2017
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