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Fahrbericht Ford EcoSport: Klein, knuffig und etwas spät dran

Ford bringt sein Mini-SUV EcoSport endlich auch nach Deutschland. In auffälliger Offroad-Montur tritt der hochbeinige Fiesta gegen Peugeot 2008, Renault Captur & Co. an.

Ihnen kommt der EcoSport irgendwie bekannt vor? Gut möglich, vielleicht vom letzten Brasilien-Trip oder der Asien-Reise? Ganz neu ist er nämlich nicht. Seit 2003 ist Fords Mini-SUV schon in Südamerika unterwegs. Mitte 2013 startete er in zweiter Generation auch Indien und China. Dank Fords globaler Modellstrategie darf der knuffige EcoSport ab Juni 2014 auch die Herzen europäischer Großstädter erobern.

Ausschließlich mit Frontantrieb

Auch wenn das 4,27 Meter kurze SUV mit seinen 20 Zentimetern Bodenfreiheit den Offroader markiert, ist er – wie viele seiner Artgenossen – nur ein Asphalt-Cowboy, der ganz ohne Allradantrieb auskommen muss. Das Ersatzrad auf dem Buckel soll ebenfalls nur an schwere Geländegänger vergangener Tage erinnern. Was gut aussieht, muss aber nicht gleich praktisch sein.

Gerade im Stadtgewusel, wo sich der EcoSport zuhause fühlt, bringt der Ersatzradkasten eher Nachteile mit sich: Wer enge Parklücken ansteuert, muss stets die 26 Zentimeter dicke Beule am Heck mit einkalkulieren. Und weil das Ersatzrad trotz großer Heckscheibe nicht zu sehen ist, kommt man an den Parkpiepser (298 Euro) nicht vorbei.

Steht der EcoSport dann endlich auf seinem Platz, sollte hinter dem SUV noch etwas Freiraum bleiben, denn die Hecktür schwenkt der Ford im großen Radius zur Seite auf und nicht nach oben. Mit 333 Liter Kofferraumvolumen kann er der Konkurrenz aus Frankreich nicht das Wasser reichen (Renault Captur: 377 Liter, Peugeot 2008: 360 Liter). Auf der Rückbank geht es Kleinwagen-typisch etwas beengter zu. Für Fiesta-Fahrer ist dann schon eher die erhöhte Sitzposition verlockend, die den Vorderleuten einen besseren Überblick im Stadtverkehr beschert. Nur die langgezogene, zweigeteilte A-Säule schränkt die Sicht beim Abbiegen und Spurwechseln ein.

Erstes SUV mit Einliter-Motor

Der EcoSport ist das erste SUV, das mit einem Einliter-Motor auskommt. Der 125 PS starke Dreizylinder-Benziner (16.974 Euro) knurrt zwar kräftig unter der bulligen Haube, scheucht den 1,4-Tonner mit seinen 170 Nm dafür auch flott durchs Großstadtgetümmel. Außerhalb der Stadtgrenze geht dem Ecoboost-Motörchen die Puste aus, weshalb er auf Drehzahlen gehalten werden will und dem Fahrer viel Schaltarbeit abverlangt. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt er 12,7 Sekunden.

Neben dem 1.0 Ecoboost bietet Ford einen 1,5-Liter-Saugbenziner (112 PS/16.134 Euro) sowie einen kultivierten 1,5-Liter-Diesel (90 PS/17.815 Euro) an. Alle sind serienmäßig an eine Fünfgang-Schaltung gekoppelt, eine Start-Stopp-Automatik fehlt bei allen drei Motorisierungen. Nur der 1,5-Liter-Ottomotor ist für Schaltmuffel mit einer Sechsstufen-Automatik (1.092 Euro) zu haben. Dann unterstützt der EcoSport den Fahrer auch an Steigungen mit einer Berganfahrhilfe. Die Handschalter, welche die Hilfe eher nötig hätten, müssen stattdessen ohne auskommen.

Assistenzsysteme fehlen

Im EcoSport ist der Fahrer ohnehin auf sich gestellt. Ford hat dem Kleinen keinerlei Assistenzsysteme mit auf den Weg gegeben. Auch ein fest eingebautes Navigationssystem bietet der Hersteller nicht an. Über das Sync-System (336 Euro) kann der Fahrer wie gewohnt Musik hören, per Bluetooth-Freisprecheinrichtung telefonieren und künftig zahlreiche Smartphone-Apps vom Cockpit aus bedienen. Dazu zählt auch die Navi-App von Tom Tom, die Ford zum Marktstart anbieten will. Einziger Haken: Das Smartphone-Navi kann die Karte nicht auf das zu klein geratene Ford-Display projizieren und lässt deshalb nur die Steuerung per Sprachbefehl zu.

Den Erfolg des EcoSport wird das nur wenig schmälern. SUV liegen in Europa bekanntermaßen voll im Trend, speziell die kleinen Offroad-Vertreter sind schwer im Kommen. Und mit seiner umfangreichen Serienausstattung – unter anderem elektrische Fensterheber, schlüsselloser Zugang und 17-Zoll-Leichtmetallräder – kann er sich auch hierzulande blicken lassen. Sollte Ihnen dennoch ab Juni nicht gleich einer über den Weg laufen, reicht ja zum Glück die Reise zum nächsten Ford-Händler.

Autor

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Ford

Datum

18. Dezember 2013
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