Honda Civic Tourer 14 Bilder Zoom

Fahrbericht Honda CivicTourer: Der neue Lademeister

Mit großzügigem Ladeabteil, variablem Innenraum und neuen Assistenzsystemen soll der Honda Civic Tourer in der Golf-Klasse räubern.

Premium hin oder her – in der Kompaktklasse zählen andere Qualitäten. Preis, Alltagstauglichkeit und Raumangebot sind in diesem Volumensegment meist wichtiger als Image und Hightech-Lösungen. Darauf setzt auch Honda mit dem neuen, in England und Deutschland entwickelten Civic Tourer. Der geräumige Kombi soll die Fahrer von Firmenwagen zurückbringen, die der gewöhnungsbedürftig gestylte Fünftürer verschreckt hatte.

Dessen etwas verknautschte Front trägt der Tourer zwar auch, doch ab der B-Säule haben ihm die Designer eine neue Karosserie verpasst und ihn auf 4,53 Meter gestreckt. 24 Zentimeter mehr Überhang, die ausschließlich dem Kofferraum zugute kommen.

Beeindruckender Kofferraum

Beeindruckende 624 Liter fasst das Gepäckabteil hinter den Rückenlehnen. Das reicht für vier urlaubstaugliche Schalenkoffer und ist mehr, als Kombis wie VW Golf Variant (605 Liter), Toyota Auris Touring Sports (530 Liter) oder Opel Astra Sports Tourer (500 Liter) bieten. Zusätzlich passen zwei kleinere Taschen in den tiefen Unterboden des Laderaums (117 Liter), wo sich auch das Rollo bei Bedarf verstauen lässt. Auch die Rücklehnen lassen sich umlegen. Aber nicht wie inzwischen bei Kombis üblich vom Heck aus, sondern nur direkt am Sitz. So wächst das Abteil auf 1.668 Liter mit komplett ebenem Boden.

Beladen lässt sich der Honda einfach: Unter der offenen Klappe müssen sich selbst 1,90-Meter-Kerle nicht ducken und die Ladeluke ist breiter und höher als bei den meisten Konkurrenten. Auch die nur 56,5 Zentimeter hohe Ladekante hilft beim Transport. Im Golf Variant oder Skoda Octavia Combi muss schweres Gepäck fast sieben Zentimeter höher gelupft werden. Was hinten nicht reinpasst,  kann man notfalls direkt hinter den Vordersitzen unterbringen, denn die Sitzflächen der Rückbank lassen sich wie Kinopolster nach oben klappen. Da der Tank nicht wie üblich unter der Rückbank, sondern unter den Vordersitzen untergebracht ist, bleibt Platz für hohes und sperriges Gepäck.

Wenig Platz im Fond

Weniger gut meint es Honda  mit den hinten sitzenden Passagieren. Erwachsene müssen auf der kurzen und niedrigen Bank die Knie stark anwinkeln und auch in Sachen Kopffreiheit bietet mancher Konkurrent mehr.

Was auch für das Motorenangebot gilt. Gerademal zwei Triebwerke stehen zur Wahl: ein drehfreudiger und angenehm leiser Diesel mit 120 PS und 300 Nm Drehmoment. Der mit einer geschmeidigen Sechsgang-Schaltung gekoppelte 1.6 i-DTEC begnügte sich auf unserer ersten Testrunde mit knapp fünf Liter auf 100 Kilometer und dürfte nicht nur für Vielfahrer erste Wahl sein. Der Benziner mit 1,8 Liter Hubraum und mit 142 PS muss ohne Turbo auskommen und gibt sich als echte Spaßbremse: unten herum zugeschnürt und bei höheren Drehzahlen unangenehm dröhnend.

Zahlreiche Assistenzsysteme in der Preisliste

Breiter aufgestellt sind die Japaner in Sachen Assistenzsystemen: Kamera und Nahbereichsradar überwachen den Verkehr vor dem Auto. Droht ein Auffahrunfall, geht der Wagen voll in die Eisen. Bis 32 km/h reicht es sogar für einen Notstopp. Dazu kommen Radartempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, Parksensoren oder Rückfahrkamera. Je nach Umfang bietet Honda zwei Sicherheitspakete für 798 Euro beziehungsweise 1.672 Euro netto an. Ganz neu im Civic sind die adaptiven Dämpfer (714 Euro), wobei die Unterschiede zwischen den drei Kennlinien zumindest bei nicht beladenem Auto kaum spürbar sind.

Die meisten Nettigkeiten gibt es erst ab dem mittleren der fünf Ausstattungsniveaus. Die Grundausstattung S, in der Honda nur den Diesel für 18.109 anbietet, hat weder Klimaanlage noch Radio an Bord. Auch der Comfort (Benziner: 18.991 Euro, Diesel: 20.084 Euro) ist eher dürftig eingerichtet. Firmenwagen-tauglich mit Bluetooth, Klimaautomatik und mehr wird der Civic Tourer erst ab der Sport-Version. Dieselfahrer müssen für einen vernünftigen Civic Tourer also mindestens 21.500 Euro netto investieren. In diesem Punkt ist der Honda nicht allzu weit vom Premiumsegment entfernt.



Honda hat den neuen CivicTourer mit einigen Assistenzsystemen ausgestattet.


Honda greift mit dem CivicTourer nach der Krone in der Kompaktklasse. Zumindest beim Kofferraumvolumen gelingt das den Japanern auch mit Leichtigkeit.

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Honda

Datum

3. Dezember 2013
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