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Fahrbericht Honda Jazz: Der ganz Große unter den Kleinen

Kaum einer lädt mehr: Der Honda Jazz verblüfft mit seinem variablen Innenraum, doch der schwachbrüstige Motor enttäuscht.

Neulich bei Ikea: Aneboda, Billy und Ragrund stapeln sich hinter unserem Honda Jazz, Lilljorm will auch mit und Valje lehnt lässig an der Tür. Der Fahrer des Mittelklasse-Kombis nebenan blickt etwas mitleidig erst auf die Pakete, dann zu unserem Auto. "Das soll da alles rein?". Ja, soll es. Klappe auf, Lehne Beifahrersitz nach vorne klappen, Rückbank umlegen, und dann einfach clever stapeln.

Manche Kleinwagen sind ja schon geräumig, aber der nur 3,99 Meter kurze Jazz ist der Größte unter den Kleinen. Und einer der variabelsten. Werden seine „Magic Seats“ geklappt, entsteht eine komplett ebene, bis zu 250 Meter lange Ladefläche. Muss man eine Pflanze aufrecht transportieren , klappt man das Polster wie beim Kinositz hoch und das Bäumchen steht auf dem Boden. Um einzuordnen, wieviel bis zu 354 bis 1.314 Liter Ladevolumen sind: Der Opel Corsa packt 285 bis 1.120 Liter, ein Ford Fiesta 295 bis 979 Liter. Und wenn mal Freunde oder Kollegen mitfahren wollen, haben sie im Honda tatsächlich mehr Platz als in manchem Mittelklasse-Auto.

Minivan? Kombi? Der Jazz ist beides

Der Jazz ist eben kein normaler Kleinwagen, eher eine Mischung aus Minivan und Kombi mit markanter Nase und auffälligen seitlichen Sicken. Auch innen ist er alles andere als langweilig, mit großen Rundinstrumenten, hübschen Zierleisten, die zwar wie Metall aussehen, aber doch aus schnödem Plastik sind. Anders als beim Sitzkonzept will Honda beim Materialmix wohl nicht zaubern. Stört aber nicht weiter, oder klopfen Sie jeden Tag aufs Cockpit Ihres Autos? Außerdem sieht die etwas gekippte Kommandozentrale echt spacig aus. Da der Jazz glücklicherweise auf das Mäusekino anderer Hondas verzichtet, lässt er sich zudem einfach bedienen. Auch beim großen Infotainmentsystems steigt man gleich durch. Schnell das Smartphone einloggen und schon verbindet sich das Auto mit dem Internet. So bekommt der Fahrer über die integrierten Apps Zugang zu Online-Diensten.

Viel Ausstattung fürs Geld

Honda hat dem Kleinen ein umfangreiches Sicherheitspaket mit auf den Weg gegeben. Das City-Notbremssystem gibt’s kostenlos schon im Basismodell, Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und automatisches Fernlicht in den teureren Versionen. Auch Lenkradfernbedienung, Klimaanlage, Radio und Sitzheizung sind immer an Bord, sodass die 11.290 Euro (netto) für das Einstiegsmodell in Ordnung gehen. Opel Corsa, Ford Fiesta und andere starten zwar billiger, sind aber auch wesentlich magerer ausgestattet.

Wenn da nicht der enttäuschende Motor wäre. 102 PS soll der kleine Vierzylinder locker machen? Können wir kaum glauben. Da stehst Du auf dem Pedal, aber es kommt nix. Gar nix. Wer Turbomotoren gewohnt ist,muss echt wieder umdenken. Also einen, noch besser zwei Gänge zurückschalten, und den 1,3er aus dem Koma drehen. Erstaunlicherweise nimmt der Motor das verbrauchsmäßig nicht übel. Mehr als 6,5 Liter genehmigt er sich selbst in der Stadt nicht.

Und wie fährt er? Unauffällig. Er federt passabel, lenkt zielgenau, was will man mehr? So empfiehlt sich das Auto wegen des relativ hohen Grundpreises vielleicht nicht unbedingt für preissensible Sozialdienste oder Stadtkuriere. Aber als praktisches Stadtmobil für User Chooser, die den etwas anderen Firmenwagen suchen, eignet sich der Jazz allemal. Und sei's nur wegen der Einpack-Show auf dem Ikea-Parkplatz.

Autor

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Honda

Datum

18. April 2016
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