Hyundai Santa Fe 10 Bilder Zoom

Fahrbericht Hyundai Santa Fe: Charakterkopf

Wachablösung beim Hyundai Santa Fe: Das Nachfolger des koreanischen SUV sieht gefälliger aus, hat mehr Platz und erfüllt mit neuem Turbodiesel schon die strenge Euro 6-Abgasnorm.

Es ist schon beeindruckend in welchen großen Schritten sich Hyundai weiterentwickelt. Von Modellwechsel zu Modellwechsel sind die Fortschritte erkennbar. Und fragt man die Koreaner nach den Wettbewerbern ihres neuen Santa Fe, ertönt die selbstbewusste Antwort: Audi Q5 und BMW X3. Die Messlatte liegt also ziemlich hoch. Optisch hat der koreanische SUV auf jeden Fall schon mal zugelegt. Keine Spur mehr von asiatischem Barock, der Santa Fe wirkt ziemlich gefällig. Angefangen bei der bulligen Frontpartie, über die hohe, seitliche Gürtellinie bis hin zum eckig-runden Heck. Dabei ist der Santa Fe keine billige Kopie eines bestehenden SUV, sondern zeigt mit markanten Details viel Eigenständiges. Wer sich das geschwungene H im Markenlogo wegdenkt, würde auf alles Mögliche tippen, nur nicht auf einen koreanischen Fahrzeughersteller. Chapeau!

Aber es kommt ja bekanntermaßen auf die inneren Werte an. Aber auch da macht der Santa Fe durchaus eine gute Figur. Das Cockpit präsentiert sich aufgeräumt und schnörkellos. Die blau beleuchteten Zifferblätter im Cockpit lassen sich einfach ablesen. Zugelegt hat der Hyundai hinsichtlich Materialauswahl und bei der Verarbeitung. Zwar kommt er nicht an das penible, hohe Niveau eines Audis heran, dennoch macht sich der Fortschritt beim Santa Fe bemerkbar. So sieht die Lederausstattung jetzt auch wirklich wie Leder aus und fühlt sich auch so an. Das war vorher keinesfalls selbstverständlich bei den Koreanern.

Innen geht es luftig zu. Dieser Eindruck wird von den auffällig schmal geschnittenen Vordersitzen sogar noch verstärkt. Zwar thront es sich nicht wirklich unangenehm auf ihnen, sie bieten aber nur befriedigenden Seitenhalt. Freuen können sich dagegen die Passagiere im Fond. Auf der im Verhältnis 40:20:40 geteilten sowie längs verschiebbaren Rückbank gibt es im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich mehr Beinfreiheit. Üppig ist auch das Kofferraumabteil mit 534 bis 1.680 Liter Ladevolumen. Der einzige Kritikpunkt gilt dem etwas zu klein geratenen Handschuhfach. Dieses Manko macht der Hyundai aber wieder durch viele andere praxistaugliche Ablagen an Türverkleidungen und Mittelkonsole wett. Vorbildlich ist die Sicherheitsausstattung mit sieben Airbags, die unter anderem einen für die Knie des Fahrers umfasst. Optional kann der Santa Fe mit einer Einparkautomatik, adaptivem Fahrlicht (AFLS) sowie einem Spurhalteassistenten (Serie bei Premium) noch aufgerüstet werden.

Drei Motoren, allesamt ohne Start-Stopp, umfasst das Angebot. Neben einem neuen 2,4-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 192 PS und dem bekannten 197 PS starken 2,2-Liter Turbodiesel gibt es nun auch einen kleinen Zweiliter-Selbstzünder mit 150 PS. Letzter soll in der gleichermaßen frisch eingeführten Frontantriebsversion lediglich 6,1 Liter verbrauchen und die strenge Euro 6-Abgasnorm erfüllen. Leider stand der taufrische Antrieb noch nicht zur Verfügung, deshalb wählten wir auf unserer ersten Testfahrt den Top-Diesel samt Allrad.

Der erste Fahreindruck: Egal ob Stadt, Landstraße oder Autobahn, der Santa Fe mag es am liebsten gemütlich. Das liegt nicht an seinem 197 PS starken Antrieb, denn der gibt sich gleichermaßen laufruhig wie kräftig. Schuld hat viel mehr die elektromechanische Servolenkung, die sich trotz dreifach verstellbarer Lenkkraftunterstützung (Flex Steer) immer gefühllos und schwammig anfühlt. Selbst der mittels Knopfdruck aktivierte Sportmodus bringt keine Besserung. Auch die flotte Kurvenhatz ist nicht so sein Ding, die der Hyundai kräftig untersteuernd beantwortet. Also geht man es am besten gleich viel ruhiger an. Dann zeigt sich der Santa Fe komfortbetont und bügelt die meisten Unebenheiten einfach glatt. Zum Cruise-Charakter des Koreaners passt die Automatik vorzüglich, die ihre sechs Fahrstufen sanft und ruckfrei sortiert. Wer sich lieber den Aufpreis von 1.513 Euro spart, ebenfalls kein Problem, denn auch die gut abgestufte Sechsgang-Box ist empfehlenswert.

Exakt 25,201 Euro ruft Hyundai für den günstigsten Santa Fe mit Benziner auf, der frontgetriebene, kleine Diesel beginnt bei 27.664 Euro. Deutlich mehr verlangen die Koreaner für ihren 197 PS starken Selbstzünder, der ab 31.261 Euro startet, mit Allrad kommen noch mal 1681 Euro drauf. Der Koreaner ist also kein Sonderangebot mehr. Preislich liegt der neue Santa Fe aber immer noch deutlich unter seinen deutschen Premium-Konkurrenten, denen er sich qualitativ wieder einen Schritt genähert hat.

Technische Daten Hyundai Santa Fe
Hyundai Santa Fe 2.0 CRDi 2WD 2.2 CRDi 2WD 2.4 GDI 2WD
Hubraum (cm³) 1.995 2.199 2.359
Zylinder 4 4 4
Leistung kW (PS)/min 110 (150)/4.000 145 (197)/3.800 141 (192)/6.300
Drehmoment (Nm/min) 383/1.800 421/1.800 242/4.250
0-100 (s) 11,0 9,4 10,0
V-max (km/h) 187 190 190
Verbrauch (l/100 km) 6,1 D 5,9 D 8,7 S
CO2 (g) 159 155 202
Kofferraum (l) 534-1.680 534-1.680 534-1.680
Zuladung (kg) 733 733 844
Preis (Euro) 27.663 31.260 25.201
Betriebskosten* (Ct/km) 81,5/53,1 86,1/56,4 85,6/58,0

* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.

Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: September 2012

Autor

Foto

Hyundai

Datum

17. September 2012
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres