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Fahrbericht Iveco Daily Euro 6: Sauberer Lastenträger

Iveco hat den Daily überarbeitet. Die Motoren erfüllen jetzt die schadstoffarme Euro 6-Norm, zudem gibt’s mehr Komfort an Bord und einen neuen Telematikdienst.

Bisher waren die Betriebskosten und eine hohe Nutzlast die wohl wichtigsten Kaufargumente bei einem Transporter oder Lieferwagen. Allerdings spielt die Umweltverträglichkeit eine immer stärkere Rolle. Denn zum September 2016 tritt auch bei leichten Nutzfahrzeugen die Euro 6-Abgasnorm in Kraft. Das heißt: Spätestens dann müssen Selbstzünder deutlich weniger Stickoxide ausstoßen, um die künftig geltenden Grenzwerte einzuhalten.

Umweltfreundlicher auf zwei Arten

Aus diesem Grund hat Iveco den Daily auf Vordermann gebracht und die gesamte Motorenpalette auf die neuen Anforderungen umgestellt. Jetzt sind die Triebwerke nicht nur sauberer und im Schnitt rund acht Prozent sparsamer, sondern auch bis zu zehn PS stärker. Hierzu nutzt der italienische Nutzfahrzeughersteller zwei unterschiedliche Systeme. Beim kleinen 2,3-Diesel (F1A) kommt eine Niederdruck-Abgasrückführung (AGR) zum Einsatz. Die Abgase werden hinter dem Rußpartikelfilter entnommen, herunter gekühlt und anschließend wieder dem Motor zugeführt.

Großer Diesel mit SCR-Technologie

Beim Dreiliter-Selbstzünder (F1C) gestaltet sich die Abgasnachbehandlung zur Reduzierung der Stickoxide aufwendiger. Hier kommt neben einer Hochdruck-AGR ein zusätzlicher SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction) mit Adblue-Einspritzung zum Einsatz. Der Adblue-Tank ist ordentlich bemessen und fasst 25 Liter. Laut Iveco soll der Daily im Schnitt drei Liter des synthetischen Harnstoffs pro 100 Liter Diesel benötigen. Bei einem Normverbrauch von 8,8 Litern auf 100 Kilometer entspricht dies einer Reichweite von über 9.000 Kilometern. Im nächsten Jahr wird der kleine Motor neben der Niederdruck-AGR auf Wunsch auch mit der SCR-Technik angeboten. So haben Gewerbetreibende die Wahl, für welche Version sie sich entscheiden. Neben den beiden Dieseln ist der Daily auch weiterhin als Erdgas-Alternative oder mit rein elektrischem Antrieb im Angebot.

Leichtes Facelift für mehr Komfort

In der Kabine erhielt der Daily eine kleine Auffrischung. Hier gibt es nun ein anschmiegsames Lederlenkrad, bequeme Komfort-Kopfstützen sowie ein neues Radio mit DAB-Empfang (Digital Audio Broadcasting). Hat der Daily außerdem die Achtstufen-Automatik Hi-Matic an Bord, gibt er sich jetzt am exklusiven, chromverzierten Kühlergrill zu erkennen.

Eine Telematik-App vernetzt das Fahrzeug

In Sachen Konnektivität ist der Iveco-Lastesel auf dem neuesten Stand. Mit der neuen App namens "Daily Business Up" kann sich der Fahrer über Bluetooth mit dem Fahrzeug verbinden. Dazu sind das neue DAB-Radio 680 Euro sowie eine 100 Euro teure Halterung für das Firmen-Smartphone oder – noch besser – ein großes Tablet notwendig. Anschließend dient die App als Fahrtrainer und gibt Spritspar-Tipps in Echtzeit oder übermittelt Betriebs-Informationen zur Öltemperatur oder den Ladezustand der Batterie. Bei einem etwaigen Problemfall mit dem Daily weist die integrierte Navigation den direkten Weg zum nächsten Iveco-Händler. Darüber hinaus können Spediteure dem Fahrer neue Aufträge direkt ins Auto schicken – inklusive einer Navi-Zielführung zum nächsten Kunden. Im ersten Jahr ist der Service kostenlos, anschließend berechnet Iveco mindestens 69 Euro pro Jahr. Der Preis soll aber noch sinken, die Verhandlungen mit dem Hersteller der Software laufen gerade.

Der Daily ist ruhiger geworden

Auffällig auf unserer ersten Runde mit dem Iveco: Der Daily ist besser gedämmt und im Vergleich zum Vorgänger um vier Dezibel leiser geworden. Dementsprechend ruhiger geht es in der Fahrerkabine zu. Einzig beim Anfahren oder Beschleunigen geht der gefahrene 180 PS-Selbstzünder kernig zu Werke, ansonsten lässt er sich schön niedertourig fahren und übt sich in akustischer Zurückhaltung. Die Sechsgangbox arbeitet schön leichtgängig und der Schalthebel liegt griffgünstig zur Hand. Er könnte aber präziser und weniger hakelig geführt sein, insbesondere beim Herunterschalten erfordert das exakte Sortieren der Gänge etwas mehr Konzentration als bei den Wettbewerbern.

Wandlerautomatik nun für beide Motoren lieferbar

Alternativ zum manuellen Handschalter gibt es noch die Achtstufen-Automatik vom Getriebespezialisten ZF. Die Hi-Matic ist jetzt sowohl für den 2,3-Liter sowie den Dreiliter-Diesel erhältlich – bis zu einer Gesamtlänge von 6,5 Metern, neuerdings mit einem Radstand von 5,1 Metern sowie bis zu einem Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen. Beim Top-Diesel mit 205 PS ist die Achtstufen-Automatik immer serienmäßig an Bord.

Lange Wartungsintervalle, geringere Betriebskosten

Zusammen mit dem Facelift hat Iveco die Kosten heruntergeschraubt. So wurden die Ölwechsel-Intervalle von 40.000 Kilometer auf 50.000 km (alle 24 statt 12 Monate) erhöht. Neue Bremsbeläge sollen beim Daily zudem länger halten und da die Achtstufen-Automatik weniger gewartet werden muss, können weitere zehn Prozent eingespart werden. Zusammen mit den genügsameren Euro 6-Motoren ist der überarbeitete Daily also deutlich wirtschaftlicher geworden. Einen Wermutstropfen gibt es dann doch, denn der geliftete Daily ist zwischen 1.000 und 1.500 Euro teurer. Aber wie so alles im Transportergeschäft ist der Preis – der letztendlich bezahlt wird – natürlich reine Verhandlungssache.

Autor

Foto

Iveco

Datum

17. Mai 2016
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