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Fahrbericht Jaguar XE: Kätzchen zeigt Krallen

Der neue Jaguar XE will der Sportler in der Premium Liga werden. FIRMENAUTO war mit der neuen Mittelklasse-Limousine schon unterwegs.

Flottenfahrer mit sportlichen Ambitionen sollten ihre Ohren spitzen, denn mit dem brandneuen Jaguar XE haben die Briten eine besonders sportliche Limousine auf die Räder gestellt. Und sehr viel Aufwand betrieben. So besteht seine Karosserie und viele Fahrwerkkomponenten (Doppelquerlenker vorne, Integral-Achse hinten) zu über 75 Prozent aus leichtem Aluminium. Das senkt zum einen den Spritverbrauch, der beim Basisdiesel mit 163 PS bei nur 3,8 Litern (99 Gramm CO2/km) liegt. Zum anderen sorgt eine ausgewogene Gewichtsverteilung von 50:50 für ein dynamisches Fahrverhalten. Mit dieser Rezeptur möchte Jaguar besonders Dienstwagenfahrer eines Audi A4, BMW-Dreier oder einer Mercedes C-Klasse ins eigene Premium-Lager herüberholen.

Preise orientieren sich am 3er BMW

Optisch versprüht das kleine britische Kätzchen viel Charme und ist auf jeden Fall ein Eyecatcher. Kritiker bemäkeln jedoch, dass der dynamisch gezeichnete XE aus der hinteren, seitlichen Perspektive Stilelemente eines Dreier-BMWs oder Audi A5 aufgreift. Doch wen stört‘s? Fakt ist hingegen, dass sich der Jaguar preislich an der Münchener-Limousine orientiert. So startet der Diesel mit 163 PS bei netto 30.672 Euro. Als Schmankerl legt Jaguar sogar noch was drauf und nimmt für die kräftigere Dieselvariante mit 180 PS keinen Aufpreis, denn er kostet das gleiche. Und eine dreijährige Garantie inklusive aller Inspektionen (Diesel: alle 34.000 km) soll bei Firmenkunden Vertrauen wecken.

Darüber hinaus gibt es für alle Business-Pakete 20 Prozent Rabatt und eine Vollkasko-Versicherung mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung ist für 49,90 Euro erhältlich. Das klingt nach lukrativem Schnäppchen, mit ihrer scharf kalkulierten Preispolitik machen die Briten jetzt Ernst in der unteren Mittelklasse.

Nagelneue Diesel

Sechs Motoren mit einer Leistung von 163 bis zu 340 PS beim aufgeladenen Kompressor-Benziner XE S stehen von Beginn an zur Wahl. Die beiden nagelneuen Diesel sind eine komplette Jaguar-Eigenentwicklung und bilden den Anfang für eine neue Antriebs-generation, die von den Briten Ingenium genannt wird. Der gefahrene 180 PS starke Selbstzünder 20d legt sich schon früh ins Zeug und ist über ein weites Drehzahlband elastisch. 430 Newtonmeter liegen schon bei 1.750 Touren an, das Triebwerk beschleunigt den Jaguar in 7,8 Sekunden auf 100 km/h und es macht richtig Spaß dem Briten flott zu bewegen. Aus diesem Grund schafften wir auch nicht das angegebene Verbrauchs-versprechen von 4,2 Litern im Schnitt, am Ende unserer, zugegeben sportlichen Runde, registrierte der Bordcomputer einen Wert von 7,1 Litern.

Die neue Automatik ist die bessere Empfehlung

Das Sortieren der eng abgestuften Sechsgangbox erfordert etwas Kraft, nicht nur deshalb ist die neue Achtstufen-Automatik für 2.101 Euro netto die bessere Wahl. Die zwei zusätzlichen Stufen übernehmen nicht nur lässig die Schaltarbeit, sie lassen den Diesel spritziger erscheinen. Schnelle Schaltbefehle über Wippen am Lenkrad werden fast verzögerungsfrei umgesetzt und bei langsamer Fahrweise sind die Gangwechsel angenehm komfortabel.

Als fein ausbalanciert entpuppt sich das adaptive Fahrwerk, welches per Knopfdruck von Komfort auf Sport wechselt. Straff, aber nicht zu hart macht es den 1,5 Tonnen schweren XE zu einem sehr leichtfüßigen Sportgerät. Schnelle Wechselkurven verschlingt der Jaguar förmlich und bleibt lange neutral und sicher auf Kurs. Dazu passt seine direkt ansprechende Lenkung, die allerdings dem einen Hauch mehr Rückmeldung bieten könnte. Dann wäre sie nahezu perfekt.

Sportliche straffer Innenraum

Um das sportliche Ambiente zu unterstreichen sitzt man ausgesprochen tief im Jaguar. Die hohe Gürtellinie mitsamt ihren kleinen Fensterflächen unterstreicht diesen Eindruck. Der Seitenhalt der Vordersitze lässt sich passgenau auf die individuelle Körpergröße einstellen. Fahrer und Beifahrer genießen eine ordentliche Schulterfreiheit, aber die restlichen Abmessungen sind knapp bemessen.

Anders sieht es im Fond aus, hier ist es für große Personen um die 1,85 Meter richtig eng. Das beginnt bereits mit einem schmalen Einstieg, anschließend müssen die Füße dann unter die Vordersitze sortiert werden und die Luft über dem Kopf ist dünn. Aber das ist auch bei den deutschen Premium-Modellen nicht wirklich besser. In Ordnung ist dagegen das Stauvolumen von 455 Liter fürs Gepäck, das sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen mit wenigen Handgriffen auf 830 Litern erweitern lässt.

Die hochwertigen Kunststoffe im Innern schmeicheln dem Auge und die Verarbeitung fällt beim XE sorgfältig aus. Auch für britische Neueinsteiger erweist sich die Bedienung als schlüssig und einfach. Allerdings lassen sich die sehr dunkel gehaltenen Instrumenten-Skalen für Tacho und Drehzahlmesser schlecht ablesen, da tröstet auch dass das neue Laser Head-up Display mit seiner gestochen scharfen Grafik wenig. Als völlig einwandfrei erweist sich dagegen der Infotainment-Touchscreen auf der Mittelkonsole, der mit einer intuitiven Bedienerführung glänzt sowie das umfassende Angebot an Fahrerassistenten mit unter anderem Verkehrszeichenerkennung, intelligentem Fernlicht und adaptiver Geschwindigkeitsregelung.

Autor

Foto

Jaguar

Datum

27. April 2015
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