Jeep Compass 2017 14 Bilder Zoom
Foto: Jeep

Fahrbericht Jeep Compass

Kurs Richtung Flotte

Mit dem neuen Compass will Geländewagen-Kultmarke Jeep endlich auch im kompakten SUV-Segment gegen Tiguan & Co. punkten.

Kennen Sie den Jeep Compass? Nein? Woher auch? Keine 500 Zulassungen zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 2016 von dem US-Kompakt-SUV auf deutschen Straßen. Im Jahr davor sogar noch weniger. Und 80 Prozent davon waren gewerblich zugelassen, was verdächtig nach Vorführwagen aussieht. Kein Zweifel, im lukrativsten Markt der SUV-Ära sind Tiguan & Co dem Namenspatron aller Geländewagen einfach davongefahren. Mit der Neuauflage will Fiat-Chrysler jetzt wieder Boden gut machen. Der Italo-Amerikaner setzt dabei auf traditionelle Tugenden, zeitgemäße Technologien und Business-Programme.

Designmerkmale vom Grand Cherokee

Im Gegensatz zum unscheinbaren Vorgänger ist die dritte Compass-Generation schon auf den ersten Blick als echter Jeep mit Anleihen beim großen Bruder Grand Cherokee zu erkennen. Deutlich zu sehen an der massigen Front des 4,39 Meter langen Kompakt-SUV mit den sieben Kühlergrill-Streben. Die Seitenansicht mit kurzen Überhängen und fast rechteckigen Radausschnitten erinnert hingegen an den kleineren Renegade, der auch als technische Plattform dient. Das Heck mit der C-Säule in Form einer Hai-Finne wirkt kompakt und geschlossen. Die Offroad-Version Trailhawk trägt dazu noch einen Stoßfänger mit größerem Böschungswinkel, Unterfahrschutz sowie eine schwarze Kontrastfolie auf der Motorhaube. 2,64 Meter Radstand schaffen ordentlich Platz, auch für die Knie in der zweiten Reihe sowie für 438 bis maximal 1.251 Liter Kofferraum.

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Eckig und kantig: Auch innen ist der Compass ein echter Jeep.

Beim Interieur ist der Einfluss der Italiener zu sehen und zu spüren. Statt billigem US-Material greifen die Hände schon in der Basisausstattung Sport (ab 20.924, 37 Euro) nach Lederlenkrad und –Schalthebel, ist das Hartplastik auf Konsolen und Armaturenträger besser verarbeitet und macht das Cockpit einen aufgeräumten und soliden Eindruck. Zwischen den analogen Instrumenten sitzt ein 3,5 Zoll großes Display für die Anzeigen des Bordcomputers. In die Armaturentafel ist ein fünf Zoll großer Touchscreen des U-Connect-Infotainment-Systems integriert. Klimaanlage, Tempomat, elektrische Parkbremse sowie ein Spurhalteassistent und Kollisionswarner sind ebenfalls schon ab Werk montiert. In den Top-Ausstattungen (ab 24.789 Euro netto) wachsen die Bildschirme auf jeweils sieben Zoll an und lassen sich dann auch mit Android- und Apple-Smartphones koppeln. Eine 2-Zonen-Klimaautomatik, beheizbare Sitze und Lenkrad, elektrische Heckklappe sowie ein Abstandstempomat gehören hier ebenso dazu. Optional (1.420 Euro) ist ein 8,4-Zoll-Touchscreen inklusive Navigations- und 560-Watt-Sound-System zu haben.

Motoren und Technik stammen vom Renegade

So wie sich der neue Compass die Technik mit dem kleinen Bruder Renegade teilt, übernimmt er auch dessen Motoren. Einstieg ist der bekannte 1,4-Liter-MultiAir-Benziner mit 140 PS, den es in einer zweiten Version mit 170 PS gibt. Die Diesel starten mit dem 120 PS starken 1,6-Liter-MultiJet, den es genau wie den Basisbenziner nur mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe gibt. Darüber rangiert der Zweiliter-Diesel, wahlweise mit 140 oder 170 PS, der beim Start mit rauem Dieseldröhnen überrascht, mit zunehmender Kilometerzahl aber durch Laufkultur und kräftigen Durchzug überzeugt. Der Normverbrauch von 5,2 bis 5,7 Liter (138 – 148 g/km CO2) lässt das letzte Stirnrunzeln verschwinden. Ebenso wie der stärkere Benziner sind die Zweiliter-Selbstzünder immer mit Allradantrieb unterwegs. Auch ein Neungang-Automatikgetriebe gehört in den Topmotorisierungen stets zur Serie. Allein der 140-PS-Diesel ist auch mit dem Sechsgang-Schalter zu haben.

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Silber mag die beliebteste Autofarbe in Deutrschland sein. Aber dem Compass stehen kräftige Farben am besten.

Worauf man aber gern verzichtet, wenn man die schnell und präzise arbeitende ZF-Automatik erlebt hat. Auch Fahrwerk und Lenkung verhalten sich auffallend europäisch, soll heißen: Gekonnt austarierte Dämpfer und eine präzise Spurführung bescheren viel Fahrkomfort auf und abseits der Straße. Dafür sorgt nicht zuletzt der Allradantrieb, der den Kompakt-SUV mit den wählbaren Fahrprogrammen "Snow", "Sand" und "Mud" bei Schnee, Sand oder Schlamm auf Kurs hält. Zum echten Jeep wird der Compass jedoch erst in der Trailhawk-Variante, die in der weiteren Einstellung "Rock" mit einer Art Geländeuntersetzung und etwas mehr Bodenfreiheit im Kriechtempo über Felsen klettert.

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Geländetauglichkeit ist Pflicht.

Neues Terrain erkunden soll der neue Jeep nun auch im Flottengeschäft, in dem inzwischen mehr als die Hälfte aller kompakten SUV zugelassen werden und "wo wir bislang nicht präsent waren", so Carlo Melloni aus der FCA Fleet & Business Konzernzentrale, der für den neuen Compass vor allem die User-Chooser gewinnen will. Neben einer Business Edition und speziellen Leasings-Angeboten soll ein exklusiver "Drivers Club" locken, in dem Dienstwagenkunden mit einem jährlichen Event, Eintrittskarten oder Gutscheinen belohnt werden. In Italien ist das Programm bereits erfolgreich angelaufen, berichtet Melloni, "obwohl es nur über LinkedIn und Mund-zu-Mund-Propaganda kommuniziert wurde". In Deutschland soll es damit im September losgehen.

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Datum

14. Juni 2017
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