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Fahrbericht Kia Niro: Was kann der koreanische Hybrid-SUV?

Kia greift den Toyota Prius an. Auch den  Kompakt-SUV Niro gibt es nur mit einem sparsamen Hybrid-Antrieb, doch machen die Koreaner einiges anders, und vieles besser. Nicht nur beim Preis.

Hybrid-Pionier Toyota Prius bekommt kräftig Gegenwind. Der weht aus Korea, denn zum Herbst werden ihn die Südasiaten gleich doppelt in die Zange nehmen. Während die direkte Flanke mit dem Fließheck-Hybriden Hyundai Ioniq erfolgt, schickt die Konzerntochter Kia nahezu zeitgleich ihren kompakten Crossover-SUV Niro ins Rennen. Beide Koreaner teilen sich sowohl die Plattform als auch den Antrieb, bestehend aus einem 1,6-Liter großen Benziner mit 105 PS sowie einem Elektromotor mit 44 PS. Zusammen bringen es beide Motoren auf eine Gesamtsystemleistung von 141 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 265 Nm. Als Batteriespeicher verwendet sowohl Hyundai als auch Kia bei ihren Hybriden einen Akku aus Lithium-Ionen-Polymer. Der hat eine Kapazität von 1,5 kWh, wiegt nur 33 Kilo und befindet sich platzsparend unter der Rückbank.

Der Niro macht mehr Spaß als ein Prius

Der Kia Niro startet schon bei niedrigen 21.000 Euro netto. Für den günstigen Preis bekommt man einen überzeugenden Hybriden, denn der Niro legt sich schon früh ins Zeug und kommt munter in Fahrt. Auch das ständige Wechselspiel der beiden Motoren funktioniert reibungslos und völlig unauffällig. Rein elektrisch schafft der kompakte SUV jedoch nur kurze Distanzen, ist dabei aber immerhin bis zu 120 km/h schnell.

Im direkten Vergleich zum Toyota Prius überwiegt beim Niro jedoch die Fahrfreude Die Koreaner haben nämlich zwei Prius-Nachteile einfach eliminiert. Zum einen wechselt der Niro die Gänge flott und ohne den vom Toyota bekannten Gummiband-Effekt. Zum anderen heult sein Benziner beim Beschleunigen nicht ständig aus voller Kehle auf, sondern bleibt angenehm ruhig. Der Grund hierfür ist schnell und einfach erklärt. Anstelle eines stufenlosen CVT-Getriebes, übernimmt die Kraftübertragung beim Kia eine Sechsgang-Doppelkupplung. Die sorgt für ein besseres Ansprechverhalten und mehr Spritzigkeit.

Geräumiger Innenraum

Der Niro ist nur 4,36 kurz. Trotzdem muss sich niemand über Platzmangel beschweren. Im Gegenteil, der Kia macht einen erwachsen Eindruck. Das Raumangebot für Fahrer- und Beifahrer ist ordentlich und die hinten sitzenden haben ordentlich Beinfreiheit. Völlig in Ordnung geht auch das Kofferraumvolumen von 427 Litern. Werden die Rücksitzlehnen umgelegt, entsteht eine ebene Staufläche mit maximalen 1.425 Litern. Gut auch, dass die Ladekante angenehm niedrig ist. So lässt sich schweres Gepäck rückenschonend in den Koreaner wuchten.

Selbsterklärende Bedienung und viel Luxus

Einen hohen Alltagsnutzen verspricht zudem das Cockpit. Es ist durch und durch sachlich aufgebaut und selbst das Navi gibt keinerlei Rätsel auf, sondern lässt sich gut über den acht Zoll großen Touchscreen bedienen. Die Materialien im Innenraum bestehen aus einem Mix aus aufgeschäumten Oberflächen und Hartplastik. Dennoch ist alles sehr akkurat verarbeitet. Selbst auf schlechten Straßen verkneift sich die Karosserie jegliches Klappern.

Dazu gibt es reichhaltiges Angebot an Fahrerassistenten. Wer will, kann den Niro darüber hinaus noch mit allen erdenklichen Komfort-Features ausstatten. Angefangen von der Lenkradheizung über klimatisierte Ledersitze bis hin zur induktiven Ladestation für das Smartphone. Apropos Handy. Während die Integration über Android Auto bereits funktioniert, soll Apple Car Play gegen Ende des Jahres noch nachgereicht werden.

Komfort oder Sport im Angebot

Beim Niro hat der Außendienstler die Wahl zwischen einem sehr komfortablen 16-Zoll-Fahrwerk mit Leichtlaufreifen oder einer strafferen Variante mit 18-Zoll-Bereifung. Letzteres gehört beim Topmodell Spirit zum werksseitigen Lieferumfang. Damit eilt der Koreaner quicklebendig durch die Kurven, federt zwar nicht so sanft über derbe Unebenheiten wie die beiden anderen Ausstattungsversionen Edition 7 und Vision, hat aber noch genügend Restkomfort. Auch die Lenkung bereitet Freude, sie ist zielgenau und bietet eine gute Rückmeldung.

Genügsam im Verbrauch

Der Niro fühlt sich auf Landstraßen und Autobahnen äußerst wohl und lässt sich selbst durch enge Gassen noch wendig manövrieren. Im Schnitt soll der City-SUV nur 3,8 Liter schlucken. Natürlich haben wir das bei unserer ersten Kontaktaufnahme genauer überprüft. Nach der ersten Etappe über bergige Landstraßen konsumierte der Niro im Schnitt exakt 5,4 Liter. Im anschließenden dichten Stadtgetümmel mit hohem Stop-and-go-Anteil waren es dagegen nur 3,7 Liter. Hier kommt der Hybridmotor am besten zur Geltung, wird der Benziner am effektivsten von dem Elektromotor unterstützt. Wohl schon im nächsten Jahr könnte der Verbrauchswert noch besser aussehen. Dann kommt der Niro auch als Plug-in Hybride zu uns und wird durch die Möglichkeit externen Strom nachzuladen, noch einmal deutlich sparsamer sein.

Autor

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Kia

Datum

19. Juli 2016
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