Kia Optima 9 Bilder Zoom

Fahrbericht Kia Optima: Schichtwechsel

Als Firmenwagen hatte der alte Kia Optima nur wenig Erfolg. Jetzt startet sein Nachfolger, der kommt nun endlich auch als Kombi und wartet mit speziellen Flotten-Tarifen auf.

Kia hat es nicht leicht sich in der Mittelklasse. Dort geben hauptsächlich die deutschen Hersteller den Ton an und machen Stückzahlen. Für einen Importeur ist in diesem Segment die Luft merklich dünner, daher bleibt nicht viel vom großen Kuchen übrig. Das mussten auch die Koreaner beim Optima schulterzuckend zur Kenntnis nehmen, der sich jährlich gerade einmal im dreistelligen Bereich verkaufen konnte. Vielleicht kann die zweite Auflage von Kias europäischem Flaggschiff daran etwas ändern. Die wurde soeben mit mehr Komfort und Ausstattung aufgewertet. Und obwohl die Abmessungen der 4,86 Meter langen Stufenhecklimousine nur unmerklich gewachsen sind, bietet sie innen mehr Platz.

Das Design wurde behutsam verfeinert

Schon das alte Modell wirkte schnörkellos und wohlproportioniert. Beim Neuen legten die Designer rund um ihren Chef und Ex-Audi-Mann Peter Schreyer noch einen Schuss Dynamik drauf. Das bemerken Nicht-Insider allerdings erst beim genaueren Hinsehen, denn die optische Nähe zum Vorgänger ist gewollt. Am augenfälligsten sind die Änderungen in der Seitenansicht, da nun die Fensterlinie bis in die coupéhaft anmutende D-Säule hineinreicht. Das neue Stilelement macht Sinn, denn es sorgt für frischen Schwung und erleichtert von innen die Sicht nach schräg hinten.

Im Kia lässt sich das Smartphone induktiv aufladen

Überhaupt zeigen sich die größten Modifikationen im Innenraum. Das geradlinig verlaufende Cockpit wirkt nicht mehr verspielt und präsentiert sich mit leicht ablesbaren Instrumenten klar strukturiert. Der sieben Zoll große Touchscreen-Monitor sitzt im oberen Bereich der Mittelkonsole und liegt schön hoch im Blickfeld des Fahrers. Zugelegt hat darüber hinaus die Materialauswahl mit soften Oberflächen. Äußerst praktisch ist die induktive Ladestation. Sie versorgt Smartphones mit Strom – ohne fummeligen Kabelsalat. Dazu wird das Handy einfach in die Mittelkonsole gelegt. Für aktuelle Samsung-Modelle alles kein Problem. Apple-Fans benötigen allerdings eine spezielle Hülle mit integrierter Induktionsspule, da der Qi-Standard beim iPhone noch nicht unterstützt wird.

Das Raumangebot ist soweit in Ordnung. Große Fahrer und Beifahrer sind im neuen Optima wesentlich besser aufgehoben als im alten, da sie nicht mehr mit den Einfassungen des Panorama-Glasdachs in Berührung kommen. Besser gefallen zudem die straff gepolsterten Sitze, die nicht nur beheizbar sondern auf Wunsch auch belüftbar sind. Sie könnten jedoch mehr Seitenhalt gewähren. Hinten bietet der Kia selbst langbeinigen Gästen viel Kniefreiheit. Da aber die Rückbank sehr tief montiert wurde, thront man mit stark angewinkelten Beinen, deshalb fehlt es an genügend Oberschenkelauflage. Völlig in Ordnung geht dagegen das Kofferraumvolumen mit 510 Litern.

Nur zwei Motoren im Programm

Das Motorenangebot umfasst mit einem Zweiliter-Benziner und einem 1,7-Liter-Diesel im Grunde genommen zwei alte Bekannte. Jedoch wurde der Selbstzünder überarbeitet und kann neuerdings für 1.681 Euro netto mit einem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet werden. Letzteres arbeitet komfortabel und passt gut zum Charakter des
141 PS starken 1,7 CRDi. Der Motor ist zwar kein Energiebündel, aber immer angenehm leise und kaum wahrnehmbar. Spürbar gewonnen hat der Optima beim Fahrkomfort. Dafür sorgt das neue adaptive Dämpfersystem, welches sowohl die sportliche wie auch gemächliche Gangart unterstützt und den unsensibel ansprechenden Vorgänger schnell vergessen lässt.

Warten auf den Kombi, spezielle Flottenangebote

Erstmals wird es vom Optima auch einen Kombi geben, darauf sind die Verantwortlichen in Kias Deutschland-Zentrale besonders stolz. Schließlich liebäugeln keine Asiaten oder Amerikaner mit den praxistauglichen Frachtern, sondern ganz besonders wir Deutschen. Der kommt allerdings erst nächstes Jahr im Herbst. Dann wird es auch eine Hybrid-Variante geben, die mittels Plug-in-Funktion externen Strom laden kann.

Der gefahrene Diesel beginnt normalerweise bei netto 25.202 Euro. Dieser Preis gilt aber nur für Privatkunden, da Kia für Gewerbetreibende zwei maßgeschneiderte Programme geschnürt hat. So kostet der Optima CRDi als Business 21.252 Euro und ist unter anderem mit Parksensoren oder etwa Lederlenkrad etwas besser ausgestattet. Bei der Topversion Business Supreme für 24.613 Euro sind die ansonsten nur optional erhältlichen Features wie der elektrisch verstellbare Fahrersitz, ein Querverkehrswarner oder die induktive Ladestation schon serienmäßig an Bord.

Autor

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Kia

Datum

2. November 2015
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