Kia Optima 16 Bilder Zoom

Fahrbericht Kia Optima Sportswagon: Der Kia-Kombi für die Flotte

Die Limousine lief gar nicht. Jetzt will Kia mit einer Kombiversion des Optima bei den Fahrern von Firmenwagen punkten.

Die KBA-Zahlen sind ernüchternd. Trotz preisgekröntem Design und Fünf-Sterne-Wertung im Euro NCAP-Crashtest wurden im ersten Halbjahr 2016 gerade mal 564 Kia Optima zugelassen. So viele Autos verkaufen Mazda vom 6, Renault vom Talisman und sogar Hyundai vom i40 jeden Monat. Wobei hier allerdings auch Kombis mitzählen, die in dem Segment 87 Prozent aller Zulassungen ausmachten. Und da hatte Kia bislang nichts zu bieten.

Doch ab 24. September steht auch bei den Kia-Händlern ein praktischer Lastenträger in den Verkaufsräumen. Laut Kia-Geschäftsführer Steffen Cost ein "wichtiges Eroberungsprodukt, um neue private und gewerbliche Käufer zu gewinnen". Müssen sich Firmenwagenfahrer und Flottenmanager den Optima Sportswagon also genauer ansehen?

Mit 4,86 Meter ist der Kombi exakt so lang und breit wie die Limousine. Wuchtige Motorhaube, breiter Kühlergrill-Spange samt LED-Scheinwerfern (Serie ab Spirit): Auch optisch unterscheidet er sich vorne nicht. Eine leicht abfallende Dach- und eine nach hinten stark ansteigende Fensterlinie kennzeichnet das massige Heck, das sich in der Rückansicht mit weit ums Eck laufenden Rückleuchten (LED ab Spirit), Dachspoiler und Diffusor sowie vergleichsweise schmalem Heckfenster breit macht. Das sieht elegant aus, ergibt mit der zugespitzten Seitenfenstergrafik allerdings eine lausige Sicht nach hinten. Zum Glück packt Kia eine Rückfahrkamera serienmäßig bei. Parkpieper gibt es aber nur im Options-Paket.

Großer und gut zugänglicher Kofferraum

Das Kofferraumvolumen kommt deshalb jedoch nicht zu kurz. 552 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank 1686 Liter packt das Heckabteil mit seiner niedrigen Ladekante. Praktisch: Die doppelt geteilte Rücklehne lässt sich vom Gepäckraum aus mit einem Handgriff umlegen. Trennnetz und aufteilendes Schienensystem sind ab der zweiten Ausstattung Serie, eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe nur in der Topversion zu haben.

Auch Interieur und Ausstattung sind identisch zur Limousine. Cockpit und Armaturen sind übersichtlich und funktional, fast schon ein wenig zu sachlich-dröge gestaltet, lassen sich aber intuitiv bedienen. Die Sitze sind bequem und bieten guten Halt. Vor allem im Fond genießt man eine üppige Knie- und Beinfreiheit, selbst wenn vorne ein langer Lulatsch sitzt. Besonders luxuriös wird es in den beiden neuen Top-Ausführungen GT und GT-Line mit schwarzem Dachhimmel und Lederausstattung, die es für Unerschrockene wahlweise auch ganz in Rot gibt.

Neue Topversion mit 245 PS

Apropos Topversion. Mit dem Sportswagon führen die Koreaner ihren neuen Zweiliter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung ein. Das 245 PS-Triebwerk ist stets mit einer Sechsstufen-Automatik gekoppelt, die schnell und aufmerksam die 350 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1.350 und 4.000 Touren zu verteilen weiß, sodass der Kombi in 7,6 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis maximal 232 km/h beschleunigt. Ein adaptives Sportfahrwerk mit elektronischer Dämpferregulierung und eine vergrößerte Bremsanlage mit rot lackierten Sätteln sorgen für Stabilität, ein akustisch-visueller Race-Mode, Ledersitze und –lenkrad sowie rot abgesetzte Nähte für sportliches Fahrer-Feeling. Allerdings ist der Motor nur in dieser Konfiguration für 35.118 Euro (alle Preise netto) zu haben.

Gut und günstiger unterwegs ist man mit den beiden bekannten Motoren, dem 2.0 CVVL-Benziner mit 163 PS (ab 21.840 Euro) und dem 1.7 CRDi mit 141 PS (ab 23.773 Euro), die für die vierte Optima-Generation überarbeitet wurden. Vor allem der Diesel entwickelt mit 340 Nm Drehmoment jetzt einen ordentlichen Durchzug, der im beherzten Sprint ebenso überzeugt wie beim Cruisen über Land oder schaltfaulen Bummeln in der Stadt. An Stelle des ab Werk verbauten solide schaltenden Sechsganggetriebes empfiehlt FIRMENAUTO die neue Siebengang-Doppelkupplung (1.681 Euro). Sie wechselt die Gänge komfortabel und belässt den Normverbrauch bei 4,6 Liter (120 g CO2).

Bekannt ist Kia für sein gutes Preis-Leistungsverhältnis, aber auch für eine knifflige Aufpreispolitik. Ihre Neuerungen verstecken die Koreaner gerne in zahlreichen Optionspaketen. Dennoch kommt schon die Basisvariante Edition7 umfangreich ausgestattet auf den Markt. So hat er neben der Rückfahrkamera ein Navisystem inklusive sieben Zoll großem Monitor an Bord. , Bluetooth, Android Auto, Klima- und Audioanlage, Multifunktionslenkrad, Tempomat sowie 16-Zoll-Alufelgen sind weitere Nettigkeiten.

Wer es sich leisten kann, sollte allerdings zur mittleren Ausstattung Spirit (ab 27.555 Euro) greifen. Nicht nur, wegen nochmals gesteigerte Ausstattung, von LED-Leuchten rundum über elektrisch verstellbarem Fahrersitz bis zum Soundsystem von Harmon Kardon. Vor allem, weil der Käufer erst ab dem Spirit Options-Pakete ordern kann. Die wiederum sind nötig, um in den Genuss der vielen Fahrerhilfen wie Parkassistent, Querverkehrswarner, Rundumsichtkamera und Spurwechselassistent (966 Euro) zu kommen. Auch vorne und hinten beheizbare Leder-Klimasitze (1672 Euro) oder das Panorama-Glasschiebedach (832 Euro) gibt es nur für die gehobenen Versionen.

Den größten Absatzerfolg erwartet Kia  vom Diesel. Auch deshalb gibt es den Basisbenziner nur in den ersten drei Ausstattungen, wohingegen der Selbstzünder zusätzlich noch als GT-Line (ab 31.168 Euro) zu haben ist, die sich zumindest optisch der neuen Topversion angleicht. Darüber hinaus hat Kia exklusiv für Gewerbekunden den Sportswagon 1.7 CRDi in zwei Business-Ausführungen aufgelegt, die weitgehend der Edition7- (plus Klimaautomatik) und Spirit-Version (ohne Soundsystem und 8-Zoll-Navi) entsprechen, und mit kräftigem Nachlass für 22.092 Euro und 25.454 Euro angeboten werden. Auf den neuen Plug-in Hybriden müssen Käufer allerdings noch bis 2017 warten. Diesen Motor gibt es vorerst nur für die Limousine.

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Datum

30. August 2016
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