Alles über Elektroautos im Praxistest
Kia Soul EV 14 Bilder Zoom

Fahrbericht Kia Soul EV: Der Korea-Stromer

Man mag ihn oder eben nicht. Fakt ist: Mit dem Kia Soul fällt man auf. Jetzt gibt es die kultige Kiste sogar mit Elektroantrieb.

Der kantige Koreaner ist kein Auto für Wegducker, sondern automobiles Statement extrovertierter Firmenwagenfahrer. Insofern passt es, dass Kia den Soul nun elektrifiziert und als erstes koreanisches Elektroauto auf den Markt bringt. Ein Auto, das etwas anders aussieht als alle anderen, soll halt auch anders fahren.

Und das tut er ganz prima. Die erste Botschaft: Die coole Kiste macht richtig Spaß. Sein E-Motor schiebt so kräftig an, dass es sich nach mehr als nur 110 PS anfühlt. Zweite Botschaft: Das Auto ist richtig praktisch. Der 4,14 Meter lange Würfel auf Rädern mit seinen glatten Kanten bietet viel Platz und ein tolles Raumgefühl. Die 27 kWh-Batterie sitzt tief unten im Boden und zieht sich bis unter die Rückbank. So zwackt sie nur wenig Platz ab vom Innenraum und Gepäckfach. Lediglich die hinten sitzenden Mitfahrer müssen die Beine etwas stärker anwinkeln.

Dritte Botschaft: Das Konzept wirkt ausgereift. Die E-Technik wurde zwar nachträglich in ein bestehendes Modell verpflanzt, wirkt aber nicht nachgerüstet. Speziell das Infotainmentsystem mit 8-Zoll-Touchscreen hat’s in sich. Darüber lässt sich Radio, Bluetooth, Navi und vieles mehr steuern. Das kennt man zwar auch von anderen Autos. Zusätzlich listet es aber alle Ladesäulen im Umkreis auf. Außerdem erkennt der Fahrer auf der Karte sofort, wie weit er mit dem aktuellen Ladestand noch kommt. Und er kann einprogrammieren, ob das Auto beim Laden vorgeheizt werden soll.

145 km/h Höchstgeschwindigkeit

212 Kilometer soll der Soul schaffen. Dazu dürfte man das Strompedal aber höchstens streicheln. Auf unserer ersten Ausfahrt pendelte sich die Reichweitenanzeige bald bei akzeptablen 150 Kilometern ein, obwohl wir uns nicht zurückgehalten und den Stromer auch mit 145 km/h Höchstgeschwindigkeit über die Autobahn getrieben haben.

Selbst das macht er klaglos mit, ebenso wie die Passagiere. Denn dank der zusätzlichen Dämmung bleiben Wind- und Abrollgeräusche draußen, ebenso wie das künstliche, bis 20 km/h aktive Summen, das Fußgänger vor dem leisen Stromer warnen soll.

Stromsparende Heizung

Außerdem kühlt der Wagen weniger schnell aus. Das ist schon deshalb wichtig, als die Heizung zu den größten Stromfressern eines Elektroautos gehört. Deshalb soll im Soul ein spezielles Wärmepumpensystem verhindern, dass die Reichweite im Winter einbricht. Dabei wird die Luftzufuhr automatisch geregelt, warme Luft des Innenraums mit Frischluft gemischt. Außerdem lässt sich die Belüftung der Beifahrerseite abschalten, was ebenfalls Energie spart.
 
Trotzdem ist der Akku irgendwann leer und der Wagen muss an die Steckdose. Das kann dann ein herkömmlicher Schukoanschluss sein, über den der Soul je nach Absicherung zehn bis 14 Stunden lang Strom zapft. An der Wallbox dauert’s vier bis fünf Stunden, bei 360 V Gleichstrom über einen Chademo-Anschluss eine gute halbe Stunde.

Sieben Jahre Garantie auch auf die Batterie

Die Batterietechnik sei ausgereift, verspricht Kia und erweitert die hausübliche Sieben-Jahres-Garantie auf den Akku. Dessen 192 in acht Modulen zusammengefassten Zellen haben eine relativ hohe Energiedichte, so dass der Akku etwas kleiner als normale Lithium-Ionen-Batterien ausfällt. Außerdem sind die Zellen nicht wie üblich mit Metall, sondern mit einer Kunststofffolie – daher der Begriff Polymer – ummantelt. Auch das spart Gewicht. Trotzdem wiegt der Soul knapp 1.600 Kilo. Zum Vergleich: der BMW i3 mit aufwendiger Kohlefaser-Karosserie bringt fast 400 Kilo weniger auf die Waage.

Dafür kostet der BMW schon in der relativ nackten Grundversion fast 30.000 Euro. Der voll ausgestattete Soul EV mit Zweifarb-Lackierung, Digitalradio, LED-Licht, beheiztem Lenkrad und Sitzheizung dagegen steht für 25.873 Euro beim Kia-Händler. Ein Argument, mit dem der Soul doch noch den einen oder anderen unentschlossenen Fuhrparkleiter auf seine Seite ziehen könnte.

Autor

Foto

Kia

Datum

13. Oktober 2014
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