Land Rover Discovery Sport 18 Bilder Zoom

Fahrbericht Land Rover Discovery Sport: Der komfortablere Evoque

Tschüss Freelander: Der Nachfolger des kompakten SUV heißt Discovery Sport. Nicht nur optisch soll er aber in die Fußstapfen des erfolgreichen Evoque treten.

Geländewagen boomen weltweit und bei Land Rover knallen die Korken. 2014 haben die Briten in Deutschland mindestens 18 Prozent mehr Autos verkauft. 2015 wird‘s wohl ähnlich weitergehen, denn im Februar kommt der Discovery Sport als Nachfolger des Volumenmodells Freelander in den Handel. Von dessen kantigem Design ist allerdings nicht viel übrig geblieben. Ebenso wenig von den kompakten Außenmaßen. Der Disco Sport orientiert sich vielmehr optisch am Range Rover Evoque, dessen Basis er bis zur B-Säule übernimmt. Außerdem hat der Discovery einen längeren Radstand und streckt sich auf 4,59 Meter Länge. Damit spielt er in der gleichen Liga wie Audi Q5, BMW X3 und Volvo XC60. Allerdings ist er schon ab rund 29.000 Euro zu bekommen, kostet also gut 4.000 Euro weniger als die Konkurrenten.

Sieben Sitze als Option

Ist er womöglich die bessere Wahl als der 2.000 Euro teurere Range Rover Evoque? Eindeutig ja. Der Disco Sport ist größer, geräumiger und komfortabler. Er bietet nicht nur auf der Rückbank viel mehr Platz, sondern kommt auch mit dem größeren Laderaum. Bis zu 1.698 Liter Kofferraumvolumen sind bestes Kombi-Niveau, so dass sich der Disco Sport sogar als belastbares Transportgefährt (665 Kilo Zuladung) für den vielbeladenen Außendienst anbietet. Für 1.092 Euro gibt es sogar zwei versenkbare Notsitze. Die Kletterpartie ins Heck mag man aber höchstens den Nachbar-Kindern zumuten, zumal sie dort mit angezogenen Knien mehr kauern als sitzen. Ansonsten gibt sich der SUV noch vielseitiger als sein Vorgänger: Seine Rückbank lässt sich um 16 Zentimeter verschieben, die Lehnen in der Neigung verstellen oder komplett flach legen. Und damit’s auch mit der Rundumsicht der hinteren Passagiere klappt, sitzen sie fünf Zentimeter höher.

Navigation per App

Der Discovery übernimmt das Cockpit des Evoque, mitsamt dem großen Touchscreen, auf dem nun ein neues Infotainmentsystem läuft. Apps für Navigation, Musik und andere Dienste werden vom Smartphone auf den Bildschirm gespiegelt, sobald der Fahrer das Telefon anschließt. Und bei bis zu neun USB-Buchsen dürfte in diesem Auto keinem Handy oder Tablet der Strom ausgehen. Zudem können sich die Passagiere per WLAN ins Bordnetz einklinken. Auf Wunsch ist der Touchscreen sogar als Split-View-Bildschirm ausgelegt, sodass der Beifahrer Videos schauen kann, während die Navi dem Fahrer den Weg weist.

Keine Frage, Connectivity hat nun auch Land Rover erreicht. Miteinander vernetzte Systeme sorgen für hohe Sicherheit, von der Verkehrsschilderkennung per Kamera über das Head-up Display bis zum Notbremsassistent. Dass der Fahrer trotzdem nicht überfordert wird, liegt am aufgeräumten Armaturenbrett und den klar gezeichneten Instrumenten. Da sich die Bedienung über wenige Tasten und den Touchscreen von selbst erklärt, kommt jeder Fahrer mit diesem Auto sofort zurecht.

Komfortableres Fahrwerk als im Evoque

Unter dem Blech steckt astreine Geländewagentechnik sowie eine neue Mehrlenker-Hinterachse. Zusammen mit dem längeren Radstand sorgt sie für hohen Fahrkomfort, denn der Disco Sport federt feinfühliger als der Evoque. Selbst grobe Schlaglöcher bringen die Karosserie nicht aus der Ruhe. Viel Bodenfreiheit und 600 Millimeter Wattiefe sollten für alle Unwägbarkeiten mitteleuropäischer Gefilde genügen. Wenn’s ganz heftig wird, wählt der Pilot per Knopfdruck eines der fünf Fahrprogramme und überlässt den Rest der Elektronik. Zumindest in den allradgetriebenen Versionen, bei denen sich der Käufer zwischen permanentem 4x4 oder für 840 Euro Aufpreis einem bedarfsgerecht zugeschaltetem Allradantriebsystem entscheidet. Zusätzlich wird der Disco Sport ab Spätsommer 2015 als reiner Fronttriebler und 4,5 Liter Verbrauch angeboten. So schafft dieser SUV den Spagat zwischen echtem Geländewagen und car-policy-konformem Lastenesel.

Einfacher dürfte die Wahl des Motors werden. Der 240 PS starke Benziner wirkt vergleichsweise müde und spielt im Firmenwagen sowieso keine Rolle. Bleibt der 2,2 Liter große Diesel, den es mit 150 oder 190 PS gibt. Mit 400 beziehungsweise 420 Nm Drehmoment geht’s zügig und leise voran, bei Normverbräuchen von 5,7 und 6,1 Litern. Besonders empfehlenswert ist die Kombination mit der sanft schaltenden Neungang-Automatik von ZF (1.975 Euro), mit der sich der Verbrauch in der Praxis um die neun Liter einpendelt. In den Genuss der neuen und um etliches sparsameren Diesel der Konzernschwester Jaguar kommt der Disco Sport aber nicht. Die bleiben dem Jaguar XE vorbehalten, der ab Juni auch bei den Kollegen der Limousinen-Fraktion die Korken knallen lassen soll.

Autor

Foto

Land Rover

Datum

15. Dezember 2014
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