Trotz fast zwei Tonnen Gewicht fährt sich die italienische Sportlimousine handlich. 8 Bilder Video Zoom

Fahrbericht: Maserati Quattroporte: Für die edlen italienischen Momente

Mit dem neuen Quattroporte bringt Maserati eine spürbar gewachsene Luxuslimousine auf den Markt, die eine gehörige Portion an Fahrspaß mitbringt. Wir haben den schicken Nobelitaliener einmal ausprobiert.

Wohlhabende Unternehmensberater oder Marketingchefs denen ein Porsche Panamera nicht exklusiv genug ist, bekommen bei der italienischen Edelschmiede Maserati mit dem neuen Quattroporte eine standesgemäße Alternative. Im Vergleich zu seinem Vorgänger legte die viertürige Limousine mit Sport-Genen ordentlich zu, denn gerade in Nordamerika oder im weiterhin boomenden China sind Langversionen sehr gefragt.


So misst der Quattroporte der sechsten Generation beachtliche 5,26 Meter. Mitgewachsen ist zudem der Radstand der jetzt opulente 3,17 Meter aufweist. Aus diesem Grund taugt der Quattroporte nun auch als Chauffeurslimousine, denn das Platzangebot im Fond erweist sich als außerordentlich reichhaltig. Wahlweise ist der Quattroporte zudem als Vier- oder Fünfsitzer erhältlich.

Das Maserati-Flaggschiff zeigt sich von seiner noblen Seite

Wie man es von Maserati her gewohnt ist, geht es im Innenraum natürlich äußerst edel zu. Das geht los bei den groß dimensionierten Sitzen, die bei unserem Testwagen mit edlem Leder des italienischen Designers Poltrona Frau bespannt sind. Natürlich schmeichelt das dem Auge und es fühlt sich genauso gut an wie es aussieht. Das Ganze wird abgerundet von edlen Hölzern rund um die Kommandozentrale sowie kühlem Aluminium und Zierelementen aus Chrom. Alles wirkt stimmig wie bei einem handgeschneiderten Maßanzug.

Geschmack hatten die Italiener ja schon immer, deshalb einfach mal hören wie er klingt. Der Starterknopf sitzt links vom Lenkrad und mit kurzem Druck erwacht der neue 3,8-Liter mit 530 PS. Er überrascht mit leisem brabbelndem Leerlauf und wirkt im Vergleich zu seinem kehlig fauchenden Vorgänger geradezu verhalten. Aber schon beim kleinsten Tritt auf das Pedal ändert sich das Timbre und es geht so klangvoll zur Sache, dass permanente Suchtgefahr droht. Diesen einzigartigen, sonoren Genuss für die Ohren beherrschen die Italiener perfekt.

Weniger Hubraum, dafür gibt es jetzt einen potenten Twinturbo-V8

Anstelle von großvolumigen Motoren lautet Downsizing das Motto. Wobei das etwas untertrieben ist, denn das bei Ferrari gefertigte V8-Triebwerk wird von zwei Turboladern befeuert. Und das gewaltige Drehmoment von 650 Newtonmetern kann per Overboost-Funktion kurzfristig auf 710 Nm gesteigert werden. Innerhalb von 4,7 Sekunden beschleunigt der Italo-Hammer auf Tempo 100, Spitze rennt er bis 307 km/h. Bei diesen Werten ist eher unwahrscheinlich, dass gutbetuchte Europäer den Quattroporte als schiere Chauffeurs-Limo nutzen. Den will man lieber selber fahren und genießen. Zumal der doppelt aufgeladene Achtender schon ab 2.000 Touren äußerst ungestüm den Hammer schwingt und sich sehr druckvoll ins Zeug legt. Die Schaltarbeit übernimmt dabei eine geschmeidige Achtstufen-Automatik von ZF oder man wechselt manuell die Gänge via Schaltwippen vom Lenkrad aus.

Der Quattroporte macht so richtig Laune, hat aber auch kleine Schwächen

Für eine fast zwei Tonnen schwere Limousine fährt sich der Quattroporte richtig agil. Es macht Spaß ihn um die Ecken zu treiben. Kraft ist ohnehin im Überfluss vorhanden. Man kann mit dem Italiener aber auch gemütlich cruisen. Zwar geriet das adaptive Fahrwerk im Normal-Modus etwas zu straff und auf der Autobahn verlangt der breit besohlte Quattroporte (vorne: 245/40 R20, hinten: 285/35 R20) oft nach Lenkkorrekturen, aber das verzeiht man der leichtfüßigen Sportlimousine gerne. Weniger schön ist dagegen die Tatsache, dass der neue Quattroporte im Gegensatz zu beispielsweise seinem Konkurrenten Porsche Panamera auf jegliche Fahrerassistenzsysteme verzichtet. Das ist richtig schade. Immerhin ist eine Rückfahrkamera oder ein WLAN-Hotspot im Angebot.

Neben der gefahrenen Topversion GTS für netto 123.000 Euro kommt im Sommer noch eine Einstiegsversion S hinzu. Der Preis für den Dreiliter-V8-Biturbo mit 410 PS steht allerdings noch nicht fest. Darüber hinaus wird es auch eine Allradvariante geben. Der sogenannte S Q4 beginnt bei 90.504 Euro.

Autor

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Maserati

Datum

24. Mai 2013
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