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Fahrbericht Mercedes-Benz V-Klasse: Van mit Pkw-Genen

Aus dem Viano wird die Mercedes V-Klasse. Der Name deutet es schon an: In dem großen Van steckt jetzt viel mehr Pkw-Technik. Etliches davon stammt sogar aus C-, E- und S-Klasse.

Einfach auf die Rückbank fläzen und andere fahren lassen? Das riecht bei einem Auto-Redakteur stark nach Arbeitsverweigerung. Aber nein, wir streiken nicht. Mercedes hat uns den Platz sogar wärmstens empfohlen. Schließlich soll die neue V-Klasse auf dem Gewerbemarkt vorwiegend Shuttle-Unternehmen ansprechen – und da spielt eben hinten die Musik. Also suchen wir uns einen der vier serienmäßigen Chefsessel hinter den getönten Schiebetüren aus.

Weich gefedert und gut gedämmt

Während der Fahrer von uns unbemerkt den 2,1-Liter-Vierzylinder-Diesel anwirft, lehnen wir uns entspannt in den weichen Nappaleder-Sitzen zurück, legen die Arme auf den Seitenlehnen ab und studieren die morgendliche Zeitung. Lesen beim Fahren und dann noch gegen die Fahrtrichtung? Unserem sonst so nervösen Magen bekommt die Spazierfahrt in der V-Klasse überraschend gut. Selbst als unser Chauffeur mit 150 Sachen Richtung Hotel braust, ist auf der Rückbank davon weder etwas zu hören noch zu spüren. Gut gedämmt und mit adaptiver Dämpfung weich gefedert, fegt der 2,1-Tonner scheinbar schwerelos über die Autobahn.

Schade, dass uns kein Fahrer eines aktuellen Viano begleitet. Er würde in der feinen Aufmachung der neuen V-Klasse Bauklötze staunen. Vom Nutzwertcharme des Vorgängers ist im Innenraum nichts mehr zu sehen. Die edlen Holzdekore ziehen sich vom Cockpit bis in den hinteren Fondbereich. Leuchtleisten darunter sorgen für angenehmes Licht. Die Füße stehen auf flauschigem Teppich.

Das anstehende Pressegespräch mit den Daimler-Experten könnten wir gerne in den Van verlagern. Nur allzu groß sollten die Damen und Herren bitte nicht sein. In Vis-à-vis-Sitzstellung stoßen wir uns sonst die Knie – nur mit versetzten Schuhen würden wir uns nicht ins Gehege kommen.

Die Sitze lassen sich leicht ausbauen

Wenn alle in Fahrtrichtung schauen, wäre doch das Platzproblem gelöst. Doch das verlangt nach mehr als nur einer einfachen Hebelbewegung. Um die 28 Kilo schweren Sessel zu drehen, müssen sie vorher ausgebaut werden. Das klingt mühsam, geht in der Praxis aber erstaunlich leicht von der Hand. Gut so, schließlich will man doch auch mal die maximal fünf Kubikmeter Ladevolumen ausnutzen. Die Vordersitze rotieren ohne Ausbau. Allerdings kostet der Spaß je 248 Euro Aufpreis.

In der V-Klasse finden maximal acht Personen Platz. Mercedes bringt den Van in drei Längen (4,89 bis 5,37 Meter) auf den Markt, der Sitzraum im Fond ist dabei immer gleich bemessen – nur das Kofferraumvolumen variiert zwischen 510 bis 1.110 Litern. Das Heckabteil unserer mittleren, 5,14 Meter langen Variante (1.030 Liter) steckt vier große Reisekoffer problemlos weg.

Im Wlan-Hotspot der V-Klasse surfen, sich von der Burmester-Soundanlage beschallen lassen und am Ausklapp-Tischchen Karten zocken: klingt nach einem verlockenden Arbeitsalltag. Langsam kribbelt es uns aber in den Fingern. Wir schicken unseren Chauffeur in den Feierabend und übernehmen selbst das Steuer.

Fahrerwechsel

Den freistehenden 8,4-Zoll-Display im geschwungenen Armaturenträger kennen wir bereits von der neuen C-Klasse. Über den altbewährten Drehdrücksteller klicken wir uns schnell durch Navi, Musik und die zahlreichen Apps. Das neue Touchpad verlangt uns zunächst schon mehr Aufmerksamkeit ab. Nach ein paar Durchläufen wischen und ziehen wir uns aber auch hiermit fließend durchs Menü.

Ein eingespieltes Team sind die Siebengang-Automatik und der in drei Leistungsstufen (136 bis 190 PS) erhältliche Vierzylinder-Diesel. Der Automat schaltet souverän, die beiden von uns getesteten stärkeren Diesel-Versionen schieben den Mercedes-Klotz problemlos an. Wozu die Ingenieure der V-Klasse aber Schaltpaddel und einen Sportmodus für verschärfte Lenkung und Gasannahme spendieren, bleibt deren Geheimnis. Die elf Assistenzsysteme aus E- und S-Klasse nehmen wir dafür gerne mit. Ganz so entspannt wie auf der Rückbank ist es für den Fahrer deshalb noch nicht, aber kein Vergleich zum Vorgänger. Aus dem Transporter-Ableger wurde nun tatsächlich ein feiner Großraum-Van.

Autor

Foto

Daimler AG

Datum

7. April 2014
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