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Fahrbericht Mercedes GLC Coupé: Flacher, breiter, länger

Das neue Mercedes GLC Coupé ist ein Ableger des kompakten SUV Mercedes GLC, kostet aber 4.000 Euro mehr. Ist es das wert?

Für die einen ist weniger mehr und sie streichen wie der VW-Konzern etliche Baureihen. Andere Autohersteller wollen sich künftig noch breiter aufstellen. Mercedes etwa möchte dem Firmenwagenfahrer in jeder Fahrzeugklasse mehrere Karosserievarianten anbieten. Limousine, Kombi, SUV, Van – die Kunden haben die Qual der Wahl. Dazu kommen fünf Cabrios und sieben Coupés. Neuester Zugang: das GLC Coupé, quasi der sportliche Zwillingsbruder des erfolgreichen Kompakt-SUV GLC. Wobei Coupé erstmal in die Irre führt, denn dieser GLC hat vier Türen.

Optisch setzt sich das Coupé deutlich vom SUV ab: Es ist flacher, breiter, länger und steht serienmäßig auf 18 Zoll großen Rädern. Am markantesten fallen die Unterschiede am Heck aus. Dort trägt das Coupé die gleichen schmalen und geteilten Rückleuchten wie das größere GLE Coupé. Besonders sein nach hinten abfallendes Dach mit der flach stehenden Heckscheibe und den beiden fetten, verchromten Auspuffrohren fallen auf.

Schnittige Karosserie

Dass der GLC ein wenig wie aus dem Ei gepellt wirkt, ist gewollt. Schon wegen der Aerodynamik, die mit einem cw-Wert von 0,31 einen Bestwert in diesem Segment setzen soll. Seine Heckklappe beispielsweise kommt ohne Scheibenwischer aus, da die Luftströmung weit unten abreißt und das verwirbelte Schmutzwasser nicht auf die Scheibe trifft.

Keine Frage, das GLC Coupé ist ein Hingucker. Mercedes positioniert es gegen BMW X4 und Porsche Macan. Mit sportlicher Fahrwerksabstimmung, direkterer Lenkung und einem breiten Leistungsspektrum von 136 bis 367 PS in der AMG-Version. Auf den günstigen Einstiegsdiesel 200 d mit Frontantrieb müssen Flottenmanager allerdings noch bis Jahresende warten. Wer seinen Firmenwagen gleich zur Markteinführung im Juli bestellt, muss mindestens 41.550 Euro netto für den 211 PS starken GLC 250 beziehungsweise 42.000 netto für den 220 d anlegen, beide mit Allradantrieb und vier Zylindern. Den GLC 350 d mit Sechszylinder-Diesel bringt Mercedes erst zum Jahresende, ebenso wie die stärkeren Benziner und den Plug-in Hybriden mit 320 PS Systemleistung.

Unser Tipp: 350 d mit V6-Diesel

Das Warten lohnt sich aber, zumindest, wenn das Budget rund 47.000 Euro für den 258 PS starken 350 d hergibt. Dessen V6-Diesel baut bei kaum mehr als Leerlaufdrehzahl ein Drehmomentgebirge von 620 Newtonmeter auf und hat für jede Situation genügend Leistung. Hoher Spritverbrauch ist kein Thema, zumindest auf dem Papier: Mercedes gibt einen Normverbrauch von sechs Litern an. Der große Diesel macht das Coupé zum souveränen Gleiter für die lange Reise.

Neben dem Sportfahrwerk mit fünf Fahrprogrammen bietet Mercedes erstmals im GLC ein Stahlfahrwerk mit verstellbarer Dämpfung an. Die 950 Euro für Dynamic Body Control sind gut angelegt, die Spreizung zwischen komfortabel und sportlich deutlich spürbar. Für alle, die es noch feiner differenziert mögen, gibt es die 1.900 Euro teure Luftfederung.

Das Coupé kostet rund 4.000 Euro mehr als der herkömmliche GLC, samt den größeren Rädern, Chromzierrat und Polstern im Leder-Look. Die Liste der ab Werk gelieferten Gimmicks in Form von Rückfahrkamera, schlüssellosem Zugangssystem, Seitenwindassistent oder Kollisionswarner mit Notbremssystem lässt sich nach Lust und Budget beliebig erweitern. Zur Rundum-Überwachung dienen Frontkamera sowie Radarsysteme in den Stoßfängern und im Kühlergrill, auf Wunsch übernimmt das Coupé im Stau komplett das Steuer oder unterstützt den Fahrer beim Einparken.

Mehr als der GLC präsentiert sich das knackigere Coupé als Fahrerauto. Ohne dabei allerdings den Komfort zu vernachlässigen. Trotz des flach abfallenden Dachs und der kleinen Fenster bekommt man hinten keine Beklemmungen. Logisch, dass die flache Heckklappe Stauraum kostet und der Kofferraum dadurch nicht so gut nutzbar ist wie im GLC. Trotzdem fasst er 500 Liter. Sprudelkisten wollen allerdings über eine hohe Kante ins Auto gelupft und bis an die Lehne der Rückbank geschoben werden, damit die Klappe noch schließt. Alternativ lässt sich die Lehne komplett flach legen, was den Kofferraum auf 1.400 Liter erweitert.

Unser FIRMENAUTO-Fazit: Das Coupé ist nicht so vielseitig wie der klassische GLC, lässt sich aber dank vier Türen und guter Raumausnutzung als vollwertiger Firmenwagen einsetzen.

Foto

Mercedes

Datum

6. Juli 2016
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