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Fahrbericht Mercedes GLE: Frisch für Flotten

Mercedes spendiert der M-Klasse ein Facelift und nennt sie künftig GLE. Der kleinste Diesel kommt nun auf flottentaugliche 140 g CO2. Noch sparsamer ist nur der Plug-in Hybride.

Bevor wir mit dem neuen SUV loslegen, führen wir Sie in die geänderte Namensstruktur bei Mercedes ein. Alle SUV beginnen künftig mit den Buchstaben GL. Der dritte Buchstabe dahinter verrät die Größe des SUV. Wie beim GLA also, der aufgebockten A-Klasse. Der kürzlich vorgestellte GLC ist dementsprechend das Pendant für die C-Klasse. Und somit firmiert die M-Klasse ab sofort unter GLE. Klingt logisch und macht es Kunden künftig einfacher. Genauso wie die Umbenennung der Diesel. Die Bezeichnungen CDI und Bluetec entfallen, die Diesel werden schlicht mit „d“ gekennzeichnet.

Den GLE gibt es jetzt auch mit Hinterradantrieb

Der für Flotten interessante SUV ist demnach der GLE 250d für knapp 45.000 Euro netto: Vier Zylinder, 204 PS, eine neue Neungang-Automatik und – das ist ebenfalls neu – Heckantrieb. Damit stößt er lediglich 140 g CO2 (5,4 l/100 km) aus und umschifft die Schranken vieler Car Policies. SUV ohne Allrad? Warum nicht. Gibt es ja schon in den kleineren SUV-Klassen. Wer sich ausschließlich in der Stadt bewegt und mit seinem Dienstwagen nicht in den Winterurlaub fährt, den wird es auch nicht stören, dass die 480 Nm Drehmoment nur auf die Hinterachse wirken.

Die Frage ist vielmehr, ob der 250d nicht generell untermotorisiert für den 2,3 Tonnen schweren Klotz ist. Er kommt zwar zügig in Fahrt, zieht auf Landstraßen anstandslos an Lkw vorbei und kann auch auf der linken Autobahnspur mithalten. Aber alles nur, wenn auch der Gasfuß entsprechend weit durchgedrückt ist. Somit wirkt alles auch etwas angestrengt: die Neungang-Automatik muss häufig ein zwei Gänge zurückschalten, um die Drehzahlen hoch zu halten und der Diesel nagelt ohnehin vernehmlich. Zum Cruisen reicht‘s allemal, für mehr aber auch nicht.

Erster Mercedes-SUV mit Plug-in Hybridantrieb

Wem die CO2-Grenze schnurzegal ist und Spielraum beim Budget hat, der sollte besser in den rund 6.000 Euro teureren aber auch wesentlich souveräneren 350d mit 258 PS und einem Normverbrauch von 6,4 Litern (169 g CO2) investieren. Beide Diesel waren auch schon beim Vorgängermodell im Programm, auf einen stärkeren, doppelt aufgeladenen Selbstzünder wie ihn die Konkurrenten aus München und Ingolstadt beispielsweise anbieten, sucht man bei den Schwaben weiterhin vergeblich.

Vielleicht verzichtet Mercedes auf einen neuen Topdiesel, weil der GLE auch als Plug-in Hybride besonders sparsam und extrem kräftig daherkommt. Elektromotor und V6-Benziner bringen es zusammen auf 442 PS. Damit kann der GLE schnelle Ampelstarts hinlegen, wenn erwünscht aber auch komplett CO2-neutral und geräuschlos dahinrollen – bis Tempo 130 und im besten Fall ganze 30 Kilometer weit. Nach vier Stunden am Stecker sind die Akkus unterm Kofferraumboden wieder voll.

Wer das Dickschiff im normalen Hybridmodus bewegt, kommt zwar nicht auf die von Mercedes behaupteten 3,3 Liter Durchschnittsverbrauch, bei unserer Testfahrt mit Stadt- und Landstraßen-Abschnitten stand nach rund 60 Kilometern aber immerhin eine Fünf vor dem Komma. 33 Kilometer legte der Hybride davon übrigens elektrisch zurück. Um das Motorenprogramm komplett zu machen, sei noch erwähnt, dass der SUV neben den beiden 333 (GLE 400 4Matic) und 435 PS (GLE 500 4Matic) starken V6- und V8-Benzinern, ab Marktstart im September gleich in den AMG-Versionen mit bis zu 585 PS angeboten wird.

Komplett neues Cockpit

Wer auf Sport-SUV abfährt, sollte dann aber zum neuen GLE Coupé greifen. Denn der normale GLE ist schon von seiner Statur her mehr Cruiser als Sprinter. Ein Reiseauto, das komfortabel von A nach B braust. Weich gefedert fegt der SUV über jegliche Unebenheiten im Asphalt hinweg. Dicke Ledersessel, eine breite Armlehne, das griffige Lederlenkrad: Hinterm Steuer des neu aufgebauten Cockpits passt einfach alles. Die Inhalte des neuen Infotainment-Systems werden auf einem nach oben hin frei stehenden Display mittig vom Armaturenbrett angezeigt. Der aus den anderen Modellen bekannte Drehregler mit überlappendem Touchpad dient als Bedieneinheit. Edle Materialien wie offenporige Esche, glänzende Holzelemente, schwarzer Klavierlack oder Carbon- und Alu-Dekor sind ein Genuss für Augen und Finger.

Am wenigsten hat Mercedes an der Optik des GLE gearbeitet. Die Front wurde an die aktuelle Mercedes-Designlinie angepasst – großer Kühler mit zwei prominenten Querstreben. Neben dem neuen GLE Coupé sieht der normale SUV aber fast schon überholt aus. Das Coupé zeigt auch am Heck mit den modern gezeichneten schmalen Rückleuchten ein ganz neues Design. Der normale GLE musste hingegen seine kantigen Rückleuchten behalten. Kleiner Tipp: Am schnellsten erkennen Sie den Neuen am Schriftzug auf dem Heckdeckel, da steht ja nun groß GLE drauf.

Autor

Foto

Mercedes

Datum

6. Juli 2015
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