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Fahrbericht Mitsubishi Outlander: Rund gemacht

Die dritte Generation des Outlander trägt Mitsubishis neue Formensprache und hat auch beim Gewicht abgespeckt. Als erstes Fahrzeug in der Firmengeschichte der Japaner erhält das SUV ein Paket an Fahrerassistenzsystemen.

Unsere Autos werden immer opulenter. Logisch, Komfort- und Sicherheitsfeatures fordern ihren Tribut. Und so kosten sie immer mehr, werden immer größer und verbrauchen mehr Sprit. Aus dieser Spirale will Mitsubishi ausbrechen, hat der Outlander-Baureihe eine Diät verordnet und das neue Modell um 100 Kilo erleichtert.

Weniger eckig, mehr rund

Auch die Designphilosophie ist eine andere: Weniger eckig, mehr rund, lautet die Devise. An der neuen Formensprache werden sich zukünftig alle weiteren Mitsubishi-Modelle orientieren. Zwar basiert der Outlander auf der Plattform seines Vorgängers - der Radstand ist identisch - dennoch handelt es sich um ein nagelneues Fahrzeug. Genauso neu: Mitsubishi bietet ihn jetzt exklusiv an, technisch identische Ableger wie der Citroën C-Crosser oder der Peugeot 4007 wird es nicht mehr geben.

Schwarzer Klavierlack an der Mittelkonsole

Silberfarbene Dekoreinlagen in Carbon-Optik sowie schwarzer Klavierlack an der Mittelkonsole verleihen dem Outlander einen gediegen erscheinenden Innenraum. Große Fahrer finden allerdings keine optimale Sitzposition, da sich das Lenkrad nicht weit genug herausziehen lässt. Während sich vorne das Platzangebot im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert hat, gibt es hinten deutlich mehr Bewegungsfreiheit, da sich die Rückbank um 25 Zentimeter in der Länge verschieben lässt (vorher: acht Zentimeter). Positiver Nebeneffekt: Der Einstieg auf die optionale dritte Sitzreihe gelingt mit weniger Verrenkungen und beim Umklappen bietet er dadurch 33 Zentimeter mehr Ladelänge. Auch ist der Ladeboden jetzt endlich topfeben.

Da die Kooperation mit PSA (Peugeot/Citroën) beim Outlander beendet wurde, gibt es in Sachen Selbstzünder nun anstatt französischer Finesse nur noch Hausmannskost. Das auf 2,2-Liter aufgebohrte Triebwerk stammt aus den Modellen ASX sowie Lancer und soll als Fronttriebler gerade mal bescheidene 4,8 Liter schlucken. Doch der kraftvolle Turbodiesel mit 150 PS steht gut im Saft, spricht allerdings aus niedrigen Drehzahlen nur verzögert an. Exakt und anstandslos verrichtet die Sechsgang-Schaltbox ihren Dienst, auch die neuentwickelte Sechsstufen-Automatik begeistert mit ruckfreien sowie komfortablen Gangwechseln. Bei der Allradversion mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung erhöht die 4WD Eco-Taste das Sparpotential. Wird der Schalter auf der Mittelkonsole aktiviert, zügelt der Motor sein Temperament, die Klimaanlage arbeitet mit geringerer Leistung und den Vortrieb übernimmt fast ausschließlich die Vorderachse. Erst wenn Traktionsprobleme drohen, schaltet sich die Hinterachse selbsttätig hinzu. Nur 5,3 Liter sollen es im Schnitt sein.

Hoher Fahrkomfort

Der Outlander glänzt mit hohem Fahrkomfort – selbst auf schlechten Pisten mit Kopfsteinpflaster. Als Spielverderber entpuppt sich hingegen die elektrische Servolenkung, die um die Mittellage recht synthetisch anspricht und deutlich mehr Rückmeldung gewähren könnte.

Plus adaptiver Geschwindigkeitsregler

Dafür hat Mitsubishi bei den elektronischen Helfern den Anschluss zur Konkurrenz gefunden. Im Angebot stehen erstmalig adaptiver Geschwindigkeitsregler, Auffahrwarner sowie ein Spurhalteassistent zum Paketpreis von 1.597 Euro. Allerdings sind die Assistenten nur für die Edelversion Instyle zu haben und auch nur in Verbindung mit dem Automatikgetriebe. Also kommen noch mal 1.513 Euro hinzu. Macht summa summarum: 3.110 Euro. Ganz schön happig, da muss man erst einmal schlucken. Das hat auch die deutsche Mitsubishi-Zentrale bemerkt und überlegt gerade ob man die Assistenzsysteme auch für die niedrigeren Ausstattungsniveaus anbietet. Dafür wartet man noch auf ein Kundenfeedback aus den 470 Vertragshäusern.

Sicherheitsausstattung

Als völlig up-to-date erweist sich die Sicherheitsausstattung beim Outlander, die neben den sechs serienmäßigen Airbags noch einen weiteren für die Knie des Fahrers umfasst. Was noch fehlt? Die Hybrid-Variante mit Plug-in-Funktion. Freunde der alternativen Szene müssen sich noch etwas gedulden, denn die startet erst im nächsten Jahr. Für den sparsamen Vortrieb beim Outlander Hybrid sorgt ein Zweiliter-Benziner in Kombination mit zwei leistungsstarken Elektromotoren. Die Gesamtreichweite des Allradlers soll über 800 Kilometer betragen.

* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.
Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: Oktober 2012

Autor

Foto

Guido Borck

Datum

1. Oktober 2012
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