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Fahrbericht Nissan Pulsar: Mehr als nur ein kompakter Lückenfüller

Mit dem brandneuen Pulsar meldet sich Nissan ins Kompaktsegment zurück. Der Fünftürer schließt eine wichtige Lücke im Modellprogramm, gefällt mit einem feudalen Raumangebot sowie angenehmem Fahrkomfort und geht mit attraktiven Preisen im Oktober an den Start.

Flottenmanager, die bei Nissan auf der Suche nach einem klassischen Kompaktwagen waren, ernteten von den Verkaufsberatern nur ein freundliches Schulterzucken. Und das über einen sehr langen Zeittraum. Denn nach den verkaufsstarken Klassikern Sunny und Almera sowie dem etwas glücklosen Nachfolger Tiida hatten die Japaner diesem wichtigen Segment einfach den Rücken zugedreht. Mit den beiden Crossover Juke und Qashqai sowie dem Elektroauto Leaf standen und stehen zwar einige Alternativen bereit, ein direkter Golf-Gegner fehlte aber. Den konnte Nissan jahrelang nicht anbieten – obwohl in der Kompaktklasse mittlerweile über 30 Hersteller um die Gunst der Firmenkunden buhlen.

Unter den Kompakten ist der Pulsar ein großer

Diese Lücke schließt jetzt der Pulsar, er soll wieder an die Erfolge aus vergangenen Tagen anknüpfen. Beim Raumangebot kann Nissans Neuer auf jeden Fall schon einmal ordentlich was vorweisen. Mit 4,39 Metern Außenlänge zählt er zu den großen unter den Kompakten und kratzt schon am nächst höheren Fahrzeugsegment. Darüber hinaus wartet der Pulsar mit dem längsten Radstand seiner Klasse auf.

Satte 2,70 Meter sind es, das sorgt natürlich für jede Menge Platz. Vor allem im Fond empfängt der Pulsar seine Gäste mit einer konkurrenzlos üppigen Kniefreiheit. So reichhaltig, dass selbst manch größeres Fahrzeugmodell vor Neid erblasst. Locker die Beine im Fond übereinander schlagen? Im Pulsar überhaupt kein Problem, der auch sonst auf den Rücksitzen genug Bewegungsfreiheit bietet. Vorne gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage. Der Fahrer fühlt sich gut aufgehoben und findet schnell eine optimale Sitzposition hinter dem weit verstellbaren Lenkrad. Sein Arbeitsplatz präsentiert sich so wie man es erwartet: Aufgeräumt, bequem und einfach bedienbar. 

Gutes Angebot an Fahrerassistenzsystemen

Selbst an brauchbaren Ablagen mangelt es nicht und für ein Importmodell ist das Angebot an verfügbaren Assistenzsystemen beim Pulsar recht ordentlich. Wie etwa das Nissan Safety Shield mit autonomer Notbremsung, einem Toten-Winkel-Warner, Spurhalte-Assistent sowie der Bewegungserkennung „Around View Monitor“. Letzteres erlaubt aus der Vogelperspektive einen Blick aufs Auto. Sollten beim Rangieren rundherum Hindernisse auftauchen, schlägt das System sofort Alarm. All diese Features umfasst das sogenannte Technology-Paket inklusive Navigation für netto 1.345 Euro und gehört bei der Topversion Tekna immer zum Lieferumfang. Wer möchte, kann die Tekna-Variante noch mit LED-Scheinwerfern aufrüsten. Zum Preis von 966 Euro, inklusive größeren 17-Zoll-Alurädern und abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule.

Schicke Instrumente und schnelles Navi, aber die Anmutung enttäuscht

Nicht nur schön und edel, sondern vor allem leicht ablesbar erweisen sich die Rundinstrumente mit ihrer Hintergrundbeleuchtung. Zwischen ihnen befindet sich ein kleiner Farbmonitor für den Bordcomputer oder etwa die Navigation Der elektronische Steuermann ist auch einzeln erhältlich (672 Euro) und gefällt mit schneller sowie zielsicherer Routenführung. Das zentrale Touchscreen-Display in der die Kartenansicht dargestellt wird, hätte allerdings ruhig eine Nummer größer ausfallen können. Aber das lässt sich verschmerzen. Weniger überzeugend wirkt der verwendete Material-Mix im Pulsar. Während die obere Hälfte des Cockpits mit aufgeschäumten Kunststoffen schmeichelt, wurde im unteren Teil nur einfaches Hartplastik verbaut. In Sachen Anmutung hatten wir mehr erwartet, denn nicht nur der Klassenprimus Golf, sondern auch viele andere Wettbewerber bieten da inzwischen eine weit wohnlichere Atmosphäre an.

Derzeit noch mit Ladehemmungen: das riesige Gepäckabteil

Licht und Schatten gilt auch für das Frachtabteil. Einerseits sträubt es sich mit 385 bis hin zu konkurrenzlosen 1.395 Litern nicht davor, selbst Sperriges mühelos unterzubringen. Wer jedoch einmal eine volle Getränkekiste in den Pulsar wuchtet, merkt schnell, dass die hohe Ladekante nicht gerade den Rücken schont. Muss richtig viel Gepäck mit, bleibt zudem nach dem Umklappen der asymmetrischen Rückenlehnen eine riesige Stufe. Die Japaner haben das Problem aber bereits erkannt und arbeiten an einer Lösung in Form eines doppelten Ladebodens. Damit wäre das derzeitige Manko zukünftig beendet.

Nur zwei Motorisierungen, beide sind empfehlenswert

Die Motorenpalette gestaltet sich recht überschaubar: ein Turbobenziner mit 115 PS und ein 110 PS starker Turbodiesel. Im Frühjahr 2015 gesellt sich noch ein weiterer Benziner mit 190 PS dazu. Die beiden derzeit lieferbaren Aggregate machen ihren Job ordentlich. Der Selbstzünder werkelt leise vor sich hin und verfügt über genügend Kraftreserven. Eine stärkere Variante wäre sicherlich wünschenswert, jedoch erfüllt der von Allianz-Partner Renault stammende dCi-Motor schon die meisten Bedürfnisse und schwimmt locker im Verkehr mit. Nissan gibt für den Verbrauch recht optimistische 3,6 Liter an, im Schnitt waren es 4,7 Liter. Mit gezügeltem Gasfuß wäre aber auch weniger drin gewesen.

Apropos weniger. Wenigfahrer unter den Außendienstlern können bedenkenlos zum 1,2-Liter Turbobenziner greifen. Der ist ebenfalls ein elastischer Leisetreter und lässt sich fast genauso schaltfaul bewegen wie der Turbodiesel. Mit 6,6 Litern war er nicht allzu durstig (Werksangabe: 5,0 Liter) und ist als einziger mit der CVT-Automatik lieferbar. Der sogenannte Xtronic-Automat für 1.345 Euro extra stand zwar für die Testfahrten nicht bereit, soll aber jetzt mit kürzeren Schaltpausen als bisher glänzen. Bescheinigen können wir das logischerweise noch nicht, wir attestieren dem Pulsar aber schon jetzt insgesamt einen angenehmen Fahrkomfort.

Lockende Angebote zur Markteinführung

Lieferbar ist der Pulsar in drei von Nissan bekannten Ausstattungslinien: Visia, Acenta und Tekna. Das Einstiegmodell Visia ist mit unter anderem Klima, Tempomat, CD-Radio, Bluetooth sowie USB-Schnittstelle schon gut bestückt. Normalerweise liegt der Einstiegspreis für den Benziner bei netto 15.076 Euro. Normalerweise. Fuhrparkmanager, die sich beeilen, können aber ein richtiges Schnäppchen machen. Denn zum Verkaufsbeginn offeriert Nissan eine sogenannte Pulsar Launch Edition. Das Einführungsmodell bringt gegenüber dem regulären Serienmodell einen satten Preisvorteil von bis zu 1.706 Euro mit. So beginnt die Visia Launch Edition bei 13.437 Euro, die luxuriöse Topversion Tekna Launch Edition mit unter anderem Navi, Leder sowie dem erwähnten Nissan Safety Shield startet bei 18.227 Euro.

Autor

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Nissan

Datum

12. September 2014
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