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Fahrbericht Opel Adam: Integrations-Beispiel

Er ist quirlig, hip und individuell: Der Opel Adam zielt auf das junge Dienstwagenvolk ab. Das Smartphone wird dabei schon vorausgesetzt.

Ach wie nett. Bevor wir im neuen Opel Adam davonbrausen, reicht uns Opel noch ein iPhone durch die Seitenscheibe. Nein, das ist kein Bestechungsversuch und auch kein Notfalltelefon. Aber ohne Smartphone funktioniert beim 3,74 Meter kurzen Adam nur das serienmäßige Radio.

Also stöpseln wir das Handy per USB-Kabel (funktioniert auch per Bluetooth) an das Infotainment-System (252 Euro) und schon dröhnen uns die Lieblingslieder der Opel-Crew in den Ohren. Nicht ganz unser Geschmack, wir switchen lieber auf das Internetradio um. Bilder und Videos lassen sich auf dem gestochen scharfen Sieben-Zoll-Touchscreen ebenfalls ansehen und wie üblich können wir jetzt auch über die Freisprechanlage telefonieren. Der Clou ist aber, dass auch das Navi über das Smartphone läuft. Die entsprechende App steht schon für rund 33 Euro im App-Store zum Download bereit. Wo bitte bekommt man so günstig ein integriertes Navi?

Farbenfroher Innenraum

Junge Dienstwagenfahrer sollen aber nicht nur mit der einfachen Smartphone-Anbindung gelockt werden. Der neue Opel Adam ist auch ein kleiner Individualisierungskünstler. Wenn nicht gerade die Firmenfarben als Außenanstrich vorgeschrieben sind, könnte der Fuhrpark bald bunter als ein Regenbogen ausfallen. Alleine die Auswahl für Außenlackierungen, Innenraumfarben, Dekormuster und viele weitere mögliche Farbakzente nimmt neun DIN-A4-Seiten in der Preisliste ein. Dagegen sehen Konkurrenten wie Fiat 500, Mini, Citroën DS3 und Audi A1 regelrecht blass aus.
Damit müssen wir uns heute zum Glück nicht herumschlagen. Also klemmen wir uns gleich hinter das Steuer unseres quietsch-gelben Adam. Nanu, das soll ein Opel sein? Außer dem markentypischen Dreispeichen-Lenkrad mit Opel-Blitz in der Mitte erinnert hier nichts an die restliche Rüsselsheimer Modellpalette. Überladenes Opel-Cockpit? Fehlanzeige. Knöpfe und Tasten sind hier Mangelware. Nur drei Regler für die Klimaanlage, vier runde Lüftungsdüsen und der von schwarzem Klavierlack umzingelte Touchscreen zieren das knallgelbe Armaturenbrett. Zum Herumspielen und Erkunden gibt es nichts mehr, also treten wir aufs Gas und klinken uns in den Berufsverkehr ein.

Den Adam gibt es nur mit Otto

Unter der kurzen Haube werkelt ein 87 PS starker Benziner. In der Stadt sind wir mit dem Sauger dank gut abgestimmtem Fünfgang-Schaltgetriebe spritzig unterwegs. Jenseits der
100 km/h lässt die Puste des 1,4-Liter-Aggregats aber deutlich nach. Auf Unterstützung in Form von Turbolader und Direkteinspritzung muss der Adam noch bis 2013 warten, dann folgt auch ein Sechsgang-Getriebe. Einen Diesel hat Opel nicht eingeplant.
Bei der Wahl der richtigen Ausstattung sollten Flottenmanager die Preisliste nochmals genau studieren. Die teuerste Variante Slam (12.008 Euro) fährt zwar standardmäßig mit den meisten Extras vor – unter anderem mit Klimaautomatik, Teilleder, Kontrastdach und LED-Rückleuchten –, bekommt aber auch ab Werk ein Sportfahrwerk mit auf den Weg. Damit flitzt der Adam zwar agil ums Eck. Gullideckel und Schlaglöcher sollte man dann aber besser umkurven.

Lieber also zur mittleren Linie Glam greifen und das gesparte Geld in den automatischen Parkassistenten investieren. Der bugsiert den kleinen Adam ganz alleine in enge Parklücken und warnt auch gleich vor Fahrzeugen im toten Winkel. Ein Feature, das jedem Adam gut steht.   

*) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.
Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: Dezember 2012

Autor

Foto

Opel

Datum

14. Dezember 2012
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